Mit 20 sind die meisten Jugendlichen in der Ausbildung.
Entweder gehen sie noch zur Schule und wollen studieren oder
sie erlernen einen Beruf. Zumeist verfügen sie über kein
nennenswertes Vermögen, haben aber hohen aktuellen Geldbedarf
für den Konsum. Ihr Wissen über Geldanlagen ist
sehr begrenzt, der Anlagehorizont zumeist kurzfristig, seltener
mittelfristig.
Lehrlinge verdienen im Schnitt 500 Euro brutto im Monat,
Schüler können zumindest über das Kindergeld
mit ihren Eltern verhandeln, Studenten können im Schnitt
mit 250 Euro BAföG rechnen. Samt den Einkünften
aus Ferien- und Nebenjob bleiben bei solider Haushaltsplanung
und kameradschaftlichem Verhältnis zum Elternhaus jeden Monat
wohl wenigstens 50 Euro übrig, die den Grundstock zum eigenen
Vermögen bilden können.
Wichtig: Je eher jemand mit dem Sparen anfängt, desto
niedriger sind die monatlichen Sparraten. Wer etwa mit 20
reichlich 50 Euro pro Monat zurücklegt und das Gesparte zu
keiner Zeit antastet, ist mit 65 DM-Millionär. Um Euro-Millionär
zu werden, muss er 116 Euro pro Monat zurücklegen. Wenn Sie
eine Versorgungslücke im Alter von 1000 Euro pro Monat mit
privat angespartem Kapital decken wollen, müssen Sie
bis zum Rentenstart einiges auf die hohe Kante gelegt haben. Wer
ab 65 mit etwa 20 Jahren Lebenserwartung rechnet, muss knapp 181
000 Euro beisammen haben, wenn die Ersparnisse sich dann noch wie
auf einem Sparbuch
weiter verzinsen. Mit einem soliden Aktienfonds,
der langfristig weiterhin 8 Prozent Rendite bringt, würden
schon gut 122 000 Euro genügen. Bei diesen Überschlagsrechnungen
sind jedoch steuerliche Aspekte, insbesondere Kapitalertragsteuer,
nicht berücksichtigt.
Für die laufende Liquidität sollte auf Sparformen
mit hoher Sicherheit gesetzt werden. Kurzfristig bieten sich
vor allem ein höher verzinsliches Sparbuch und ein Girokonto
mit Guthabenverzinsung an, alternativ auch Bundesfinanzierungsschätze
(ab 500 Euro Anlagebetrag). Mittel- und langfristig lohnt vor allem
der Einstieg in hochverzinsliche Geldanlagen. Typisches Beispiel:
ein Sparplan über mindestens 50 Euro in Aktienfonds,
möglichst gekoppelt mit Geldgeschenken aus der Firma, falls
der Lehrling vermögenswirksame Leistungen erhält. Falls
nicht, kommt ein Bausparvertrag in Betracht, weil dazu noch
gar kein Einkommen vorhanden sein muss (Schüler, Studenten)
bzw. sehr geringes Einkommen (Auszubildende) genügt, um in
den Genuss von Wohnungsbauprämie zu kommen. Dies verspricht
immerhin Renditen bis 7 Prozent pro Jahr, ohne dass der Anleger
tatsächlich ein Haus bauen muss. Zudem lohnt es, das Sparschwein
schon mit 50 Euro zu schlachten: Wer hin und wieder Bundesschatzbriefe
kauft, kann sich damit höhere Zinsen sichern. Für alle,
die sich in diesem Alter schon intensiver mit Geldanlage
befassen, kommen auch Aktien in Betracht.
Erfreulicher sieht die Situation aus, falls Eltern oder Großeltern
für den jungen Erwachsenen vorgesorgt haben und in absehbarer
Zeit diese Vorsorgebeträge ausgezahlt werden, etwa eine
Ausbildungsversicherung, ein Banksparplan, ein Bausparvertrag
oder ein Geldgeschenk. Wer nicht auf ein großzügiges
Startkapital der Eltern zurückgreifen kann, muss jedoch nicht
verzagen. Besonders in den ersten Lehr-, Studien- und Berufsjahren
kommt es nicht darauf an, unter größtmöglichem Verzicht
auf Lebensfreude und -qualität möglichst viel vom kargen
Einkommen zu sparen. Wichtiger ist es, überhaupt regelmäßig
etwas zurückzulegen, um den Einstieg in den systematischen
Vermögensaufbau zu finden. Wenn dann mit steigendem Einkommen
das erste Auto bezahlt und die erste eigene Wohnung eingerichtet
ist, fällt es - aus inzwischen guter Gewohnheit - umso leichter,
den regelmäßigen Sparbetrag zu erhöhen.
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