Sie könnten der Hecht im Investmentteich sein: gemischte
Fonds, die sowohl in festverzinslichen Wertpapieren als auch
in Aktien anlegen.
Der Vorteil:
Anders als bei Aktien- oder Rentenfonds müssen
sich die Manager an keine festen Bestandsgrenzen halten. Je
nach Börsenlage setzen sie auf Gewinn oder mehr
auf Sicherheit. Die deutschen Anleger honorieren diese Freiheit
jedoch kaum. Bis Ende 2001 vertrauten sie den gemischten
Fonds lediglich 22 Milliarden Euro an - ein Bruchteil
des gesamten Fondsvermögens der Branche.
Die Zurückhaltung hat ihre Gründe.
Denn das in der Theorie durchaus einleuchtende Konzept brachte
in der Praxis häufig nur durchschnittliche Ergebnisse.
Kaum ein Manager schaffte es in der Vergangenheit, mit weltweiten
Zutaten immer wieder neu einen spritzigen Cocktail aus Aktien,
Renten und Festgeldern zu mixen. So schichteten
die meisten Mischfonds weder beim Börsencrash von 1987
noch 1998 während der Russland-Krise rechtzeitig ihr
Vermögen um. Auch in der jüngsten, im Frühjahr
2000 einsetzenden Abwärtsbewegung hagelte es für
viele Mischfonds zweistellige Verluste.
Zwar konnten einige als Mischfonds konzipierte Angebote
wie MMWI-Select oder GAM Star Universal streckenweise durchaus
respektable Ergebnisse vorweisen. Gerade die Wertentwicklung
des letztgenannten Fonds zeigt jedoch, wie schwer es
den Managern eines gemischten Fonds mitunter fällt,
die Folgen einer einmal getroffenen Fehlentscheidung auszugleichen.
Als im Herbst 1998 die Russland-Krise die internationalen
Finanzmärkte an den Rand eines Zusammenbruchs brachte,
spekulierten die GAM-Manager darauf, dass sich die Börsen
nicht so schnell wieder erholen würden. Deshalb trennten
sie sich auf dem Höhepunkt der Krise von zahlreichen
Aktien, vor allem aus dem Banken-Bereich. Wenige Tage
später setzten die Weltbörsen auf breiter
Front zu einer Erholung an. Der GAM Star Universal rutschte
ans Tabellenende der international ausgerichteten Aktien-
und Mischfonds und blieb dort fast das gesamte Jahr 1999
über hängen, ehe er etwas Boden wieder gutmachen
konnte.
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