In den USA legt die Investment-Branche schon seit Anfang
der Siebzigerjahre so genannte Geldmarktfonds auf.
Die Manager dieser Fonds kaufen für ihre Kunden
ausschließlich Wertpapiere mit einer Restlaufzeit
von weniger als zwölf Monaten - zum Beispiel Schatzwechsel,
Schatzanweisungen oder Einlagenzertifikate.
Der Vorteil: Ein Kursrisiko besteht nicht, in Hochzinsphasen
springt eine fast dreimal so hohe Rendite heraus wie bei einem
Sparbuch,
und die investierte Summe ist täglich verfügbar.
Die Spesen beim Kauf eines Geldmarktfonds sind darüber
hinaus außerordentlich gering.
In Deutschland dagegen galt dieses Instrument lange Zeit
als Werkzeug des Teufels. Die Bundesbank sperrte sich gegen
die Auflage entsprechender Fonds, weil sie um ihre
geldpolitischen Einflussmöglichkeiten fürchtete.
Der Hintergrund: Geldmarktfonds unterliegen - anders
als zum Beispiel Festgeld - nicht der Mindestreservepflicht
(Banken und Sparkassen müssen ständig einen gewissen
Teil ihrer Einlagen zinslos bei den Zentralbanken hinterlegen).
Und die Kreditwirtschaft verteidigte mit Haken und Ösen
ihre profitabelste Einnahmequelle - das Sparbuch.
Doch alle Bedenken halfen nichts. Mit der Verabschiedung
des Zweiten Finanzmarktförderungsgesetzes im Sommer
1994 gab die damalige Bundesregierung dem jahrelangen Drängen
der Investmentbranche nach. Seither ist auch hier zu
Lande die Auflage reinrassiger Geldmarktfonds erlaubt.
Zwar durften zuvor bereits so genannte geldmarktnahe Fonds
angeboten werden, die prinzipiell denselben Zweck erfüllen.
Die Newcomer bieten jedoch den Vorteil, dass bei ihnen fast
immer der sonst übliche Ausgabeaufschlag (0,5
bis ein Prozent) entfällt. Somit lohnt der Einstieg
bereits für sehr kurze Zeiträume.
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