Die Rente im großen Streichkonzert
Mai 27th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in PolitikDer Rotstift kreist momentan wie das berühmte Damoklesschwert über sämtlichen politischen Ressorts. Erfreut darüber ist niemand. Doch angesichts von 60 Milliarden Euro, die in kommenden sechs Jahren eingespart werden sollen, dürften wohl einige Tabus gebrochen und tiefe Einschnitte vorgenommen werden. Im Vorfeld der Klausurtagung der Koalition im Schloss Meseberg werden bereits mehrere Vorschläge diskutiert, wo und wie jährlich mit zehn Milliarden Euro auf die Schuldenbremse getreten werden kann. Rentnerinnen und Rentner stehen dabei mal wieder an vorderster Front derer, bei denen gekürzt werden soll.
Dafür gibt es aus Sicht von Ökonomen, Politkern und Experten genau 80,8 Milliarden Gründe – denn so viel Geld investiert der Staat alleine in diesem Jahr in die Rentenkasse. Die Summe verspricht ein hohes Sparpotenzial. Dazu soll die Rentengarantie, die 2009 beschlossen wurde, wieder rückgängig gemacht werden. Sie sorgt dafür, dass die Rente nicht länger an die Lohnentwicklung gekoppelt ist. Aktuell hat die Garantie den deutschen Rentnern eine Kürzung ihrer Bezüge um rund 3,5 Prozent erspart, wie Jochen Pimperts vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln betont.
Für Clemens Fuest, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats im Finanzministerium steht daher fest: „Es ist unvermeidlich, die Rentner an den Kosten der Kreis zu beteiligen, indem Rentenerhöhungen in den nächsten Jahren ausfallen.“ Da die Kürzungen nachgeholt werden sollen und Rentner ein viel zu wichtiges Wählerpotenzial darstellen, ist es aus Sicht von Spiegel Online aber eher unwahrscheinlich, dass die Rentengarantie tatsächlich fällt und bei den Renten gespart wird.
Denn an Kritik an den bisherigen Sparplänen mangelt es nicht. Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, sagt zum Beispiel: „Es gibt keine Bevölkerungsgruppen, die bereits vor der Finanzkrise größere Einkommenseinbußen zu verkraften hatten als die Rentner und die Arbeitslosen.“ Sie bezieht sich dabei auf die Vorschläge von Industrie-Präsident Hans-Peter Keitel. Er plädiert dafür, den Rentenzuschuss zu kürzen, damit alle solidarisch zur Sanierung der Staatsfinanzen beitragen.
