Archive for März, 2010

Altersvorsorge richtig planen – neuer Ratgeber der Verbraucherzentralen

März 31st, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge

Private Altersvorsorge ist weit mehr als ein Schlagwort, mit dem Banken und Versicherungen ihre Produkte bewerben. Private Altersvorsorge ist eine Notwendigkeit, die viele noch nicht erkannt oder nur peripher beachtet haben. Das größte Problem, vor dem Verbraucher bei diesem Thema stehen, ist die Vielzahl an Angeboten. Alleine bei der Riester-Rente reicht die Auswahl vom Banksparplan über reine Rentenversicherungen bis hin zu fondsgebundenen Produkten. Doch welches ist nun am besten geeignet. Wo liegen die Vorteile, wo die Risiken? Diese Fragen beantwortet der neue Ratgeber der Verbraucherzentralen „Altersvorsorge richtig planen. Die besten Strategien für ihre finanzielle Absicherung“.

270 Seiten umfasst das Buch, in dem die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge vorgestellt und Anlagestrategien präsentiert werden. Jemand, der gerade erst ins Berufsleben startet, hat andere Bedürfnisse und finanzielle Ressourcen als jemand, der schon 20 Jahre Arbeit auf dem Buckel hat. Lösungen von der Stange machen daher wenig Sinn. Die Vorsorge muss individuell geplant werden und sich an den persönlichen Lebensumständen orientieren. Was dabei zu beachten zu ist und bei welchen Verträgen und unter welchen Voraussetzungen staatliche Zuschüsse gewährt werden, sind nur einige Themen, die der Ratgeber aufgreift. Sicher ist: Je eher man sich um die private Altersvorsorge kümmert, desto besser.

Statt sich von Prospekten und Werbeversprechen blenden zu lassen, sollte man sich gründlich informieren. Dafür ist der Ratgeber „Altersvorsorge richtig planen“ bestens geeignet. Die Investition von 12,90 Euro plus Versandkosten lohnt sich – vor allem, wenn man anschließend Nägel mit Köpfen macht und die nötigen Schritte einleitet, um später den Lebensstandard halten zu können. Nur mit der gesetzlichen Rente ist das nicht mehr möglich.

CDU plant gleiches Rentenrecht für Ost und West

März 24th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in News, Politik, Rente

Das Rentenrecht ist äußerst kompliziert. Da wäre es aus Sicht der CDU an der Zeit, zumindest die Sonderregelungen für die Rentenberechnung in den neuen Bundesländern ad acta zu legen. Die Christdemokraten haben dazu – und zu anderen Themen wie dem Solidarpakt II – ein Zehn-Punkte-Papier verabschiedet, mit dem die Vollendung der deutschen Einheit vorangetrieben werden soll. Schon im Koalitionsvertrag heißt es: „Wir wollen ein einheitliches Rentenrecht in Ost und West schaffen.“

20 Prozent der rund 20 Millionen Rentner leben derzeit im Osten der Republik. Obwohl der Rentenwert für sie im Schnitt zwölf Prozent niedriger liegt als im Westen, ist ihre Rente höher, weil sie länger gearbeitet und die Frauen kürzere Babypausen eingelegt haben. Das ergibt aktuell eine Differenz von durchschnittlich 200 Euro, die Rentnerinnen im Osten mehr zur Verfügung haben. Hinzu kommt ein aufwertender Umrechnungsfaktor für Ost-Löhne, durch den die Rentenansprüche um 18 Prozent höher ausfallen. Grund sind die niedrigeren Arbeitsentgelte in der ehemaligen DDR. Würde dieser Faktor gestrichen, warnen Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) und der Vorsitzende des sächsischen CDU-Landesverbandes, Michael Kretschmer, dass viele „schlechter dastehen könnten als heute“.

Unberücksichtigt bliebe dabei ein weiteres Problem, auf das der ostdeutsche Wohlfahrtsverband Volkssolidarität aufmerksam macht: 90 Prozent der Rentner in den neuen Bundesländern haben nur ihre Rente und anders als die Ruheständler im Westen keine großen Ersparnisse, auf die sie zurückgreifen könnten. Damit würden Änderungen in Ostdeutschland stärker zu spüren sein. Der Blick in die Zukunft verheiße ebenfalls keine rosigen Aussichten. Die hohe Arbeitslosigkeit nach der Wende führe in den Ost-Regionen zwangsläufig dazu, dass vielen Rentnern Altersarmut drohe.

Wie erwartet – Nullrunde für Rentner

März 17th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente

Das Bundessozialministerium bestätigte gestern das, womit sich die 20 Millionen Rentner in der Bundesrepublik insgeheim schon abgefunden haben: In diesem Jahr wird es eine Nullrunde geben. Grund sind die Bruttolöhne und -gehälter. Sie sind bedingt durch die Wirtschaftskrise und damit einen massiven Konjunktureinbruch seit 50 Jahren zum ersten Mal gesunken. Die Konsequenz daraus wäre normalerweise eine Rentenkürzung gewesen. Davor bewahrt die Schutzklausel, die 2009 eingeführt wurde.

Dass es 2011 wieder ein Stückchen bergauf geht – zumindest für Rentner –, ist eher unwahrscheinlich. Sowohl die Bundesregierung als auch die Deutsche Rentenversicherung prognostizieren für das kommende Jahr eine weitere Nullrunde. Eine ähnliche Situation gab es zuletzt in den Jahren 2004 bis 2006. Auch während dieser Zeit mussten sich die Rentner mit Nullrunden und anschließend eher mageren Erhöhungen zufrieden geben. Ein sattes Plus wie im vergangenen Juli, mit 2,41 Prozent mehr Rente in Westdeutschland und 3,38 Prozent mehr in Ostdeutschland, rückt damit erst einmal in weite Ferne.

Maßgebend für die Entwicklung der Rente sind in erster Linie die Gehälter der Beitragszahler. Das Einkommen sank im Westen im vergangenen Jahr um 0,96 Prozent. Der Osten konnte um 0,61 Prozent zulegen. Ursache für diesen Trend ist unter anderem die Kurzarbeit, mit deren Hilfe immerhin Arbeitsplätze gesichert werden konnten. Hinzu kommen bei der Rentenberechnung der Nachhaltigkeitsfaktor, mit dem das Verhältnis Rentner und Beitragszahler ermittelt wird, und der Riester-Faktor, der die Aufwendung für die gesetzliche und die private Altersvorsorge berücksichtigt. Der Nachhaltigkeitsfaktor erreichte einen Wert von minus 0,51 Prozent. Der Riester-Faktor sackte um 0,64 Prozent ab.

Gäbe es die Schutzklausel nicht und wäre strikt anhand der Faktoren gerechnet worden, ständen den Rentnerinnen und Rentnern schwere Zeiten ins Haus. Im Westen hätte die Bruttorente um 2,10 Prozent und im Osten um 0,54 Prozent gekürzt werden müssen. Zugute kommen soll diese Schutzfunktion allerdings weniger den jetzigen Ruheständlern. Ziel ist in erster Linie, die Stabilität der Rentenversicherung für die junge Generation zu gewährleisten. Dazu werden, so das Bundessozialministerium, die Rentenminderungen, die aktuell nicht vorgenommen werden, später mit möglichen Rentenerhöhungen verrechnet.

Experte fordert Rente mit 74

März 11th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente, Statistik

Sorgt schon die Rente mit 67 nicht gerade für Jubelschreie, dürfte die Forderung von Bevölkerungsforscher Professor Herwig Birg den meisten wie ein Schlag ins Gesicht vorkommen: Er plädiert für die Rente mit 74. Anders könne das solidarische Rentensystem angesichts des schwachen Bevölkerungswachstums nicht stabilisiert und das heutige Rentenniveau nicht gehalten werden.

Der demographische Wandel ist keine Unbekannte in der Rentenberechnung. Zu wenige Kinder – im Schnitt 1,37 pro gebärfähiger Frau – heiße nicht anderes, als dass von Generation zu Generation logischerweise auch die Zahl der Frauen abnehme und damit die Zahl der Kinder noch weiter sinke. Herwig Birg warnt vor diesem „Dominoeffekt“, der vor allem zu Lasten der jungen Generation gehe. Sie müsse immer höhere Beiträge für die Sozialversicherungen aufbringen, erhalte später aber nur eine geringe gesetzliche Rente.

Dem sei nur zu entgehen, wenn das Renteneintrittsalter bis 2045 bei 74 Jahren liege. „Eine Rente mit 67 würde diesen Trend nur abmildern, nicht aufhalten“, erklärte der Bevölkerungsforscher in der Bild. Eine Alternative sei, das Problem der Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen, um mehr Beitragszahler zu haben. Darüber hinaus dürfe die Gerechtigkeit bei der Rente nicht aus den Augen verloren werden. Birg kritisiert vor allem, dass Kinderlose später ein Anrecht auf die gleichen Bezüge haben wie Eltern. Dabei seien es hauptsächlich die Frauen, die alles ermöglichten und die künftigen Beitragszahler erziehen.

Die Probleme, die Herwig Birg anspricht – insbesondere die Tatsache, dass später viele mit einer niedrigen Rente auskommen müssen –, sind zum Teil bereits akut. Schon jetzt arbeiten viele Rentner, weil sie sonst nicht mit ihrem Geld auskommen würden. Sie fahren Taxi oder tragen morgens Zeitungen aus, um den Enkeln etwas zum Geburtstag schenken zu können. Experten wie Professor Birg sagen voraus, dass sich diese Situation noch verschärfen wird.

Rente mit 67 und Wunsch nach neuem Generationenvertrag

März 4th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Politik, Rente

Die Rente mit 67 ist derzeit noch eine Variable mit vielen Unbekannten. Experten befürchten, das Ziel könne schon aufgrund fehlender Arbeitsmöglichkeiten für Ältere nicht erreicht werden. Gewerkschaften mahnen, dass viele gesundheitlich gar nicht in der Lage seien, bis zum 67. Lebensjahr körperlich schwer zu arbeiten. Diese Fakten sind Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen durchaus bewusst. Sie versprach jetzt, bei der Umsetzung auch auf die Gewerkschaften zu hören, um eine für alle faire Lösung zu finden.

Im Gespräch mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) erklärte sie ihre Vorstellungen von einer Anhebung des Rentenalters von derzeit 65 auf 67 Jahre, die für die Zeit von 2012 bis 2029 schrittweise anvisiert wird. Die Rente mit 67 müsse so mit Leben gefüllt werden, dass sinnvolle Arbeit bis ins Alter möglich sei. Ob und inwieweit das derzeit und zukünftig realisierbar ist, wird die Regierung noch in diesem Jahr prüfen.

Der Bundesarbeitsministerin liegt dabei besonders am Herzen, dass niemand nach Jahren harter körperlicher Arbeit plötzlich in ein Loch irgendwo zwischen Erwerbsunfähigkeit und Abzügen bei der Rente falle. Das wäre nicht fair. Es müsse eine gerechte Lösung gefunden werden, für die allerdings noch „eine große Strecke gegangen werden muss“. Dieses Bemühen um Fairness sei das Band, das sie mit den Gewerkschaften verbinde. Ihr Wohlwollen habe sie bereits gezeigt, indem sie sich für eine Verlängerung des konjunkturellen Kurzarbeitergeldes ausgesprochen habe.

Ziele der Gewerkschaften sind vor allem, erwerbsgeminderte Frührentner besser zu stellen und für flexible Übergänge in die Rente zu sorgen. Es dürfe nicht auf ein Rentenkürzungsprogramm hinauslaufen. Inwieweit sich das mit den Visionen von Bundespräsident Horst Köhler vereinbaren lässt, ist schwer zu sagen. Er fordert einen neuen Generationenvertrag, der die Grenzen und den Dreischritt Lernen, Arbeiten, Ausruhen auflöse. Köhler wünscht sich ein besseres Miteinander von Alt und Jung, bei dem es nicht darauf ankomme, wer was nicht mehr könne. Vielmehr müsse auch nicht bezahlte Arbeit anerkannt werden, innerhalb und außerhalb der Familie.