Archive for Januar, 2010

Rente und Steuern

Januar 28th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Allgemein, Rente

Als bekannt wurde, dass viele Rentner Steuern (nach-)zahlen müssen, raschelte es im Blätterwald. Doch wer ist überhaupt betroffen und warum drohen Nachzahlungen? Das Wirtschaftsmagazin WISO hat sich des Themas angenommen und erklärt die Zusammenhänge.

Dass zunehmend mehr Senioren Post vom Finanzamt erhalten, liegt zum einen an der persönliche Identifikations-Nummer. Dank ihr erfahren die Behörden von sämtlichen Einkünften. Zum anderen gilt seit 2005 eine verschärfte Versteuerung der gesetzlichen Rente. In der Summe sind das etwa 1,3 Millionen Rentner-Haushalte mehr, die Steuern zahlen müssen. Im Schnitt geht es um 500 Euro.

Betroffen sind laut WISO in erster Linie Senioren mit einer hohen gesetzlichen Rente und/oder zusätzlichen Einnahmen sowie Rentner, deren Ehepartner noch Arbeitnehmer ist. Beruhigt sein können derzeit noch „Standard-Rentner“, deren Bezüge rund 14.300 Euro im Jahr ausmachen. Insgesamt sind drei Viertel aller Rentner nicht betroffen.

Dafür, dass alle Einnahmen berücksichtigt werden, sorgt das Kontroll- und Meldesystem. Es ist im Oktober 2009 an den Start gegangen. Wer seit 2005 Steuern hätte zahlen müssen, es aber unterlassen hat, eine Steuererklärung abzugeben, wird spätestens in diesem Jahr auffliegen. Die Rentenbezugsmitteilungen für die Jahre 2005 bis 2008 wurden bis Ende 2009 übermittelt und verschaffen den Finanzämtern einen genauen Überblick. Zwar drohen bei vielen Rentnern Nachzahlungen, eventuell Säumniszuschläge und eine Vorauszahlung für das laufende Jahr. Aber die Behörden wollen weitgehend nachsichtig agieren. An der Tatsache, dass die Steuern gezahlt werden müssen, ändert das allerdings nichts.

Wer nicht genau weiß, ob er betroffen ist, kann an den Informationsveranstaltungen der Finanzämter teilnehmen oder sich um eine Nichtveranlagungsbescheinigung bemühen. Wobei einige Ämter diese Bescheinigung nur ausstellen, wenn eine Steuererklärung abgegeben wurde.

Sollte man zu denen gehören, die steuerpflichtig sind, gilt es, das Sparpotenzial voll auszuschöpfen. Die Option, Ausgaben für Pflege und Gesundheit steuerlich geltend zu machen, ist gerade für Rentner interessant. Hinzu kommen Sonderausgaben wie zum Beispiel die Beiträge für Versicherungen und Spenden. Sollten auch Werbungskosten anfallen, was bei Rentnern eher selten der Fall ist, können auch diese bei der Steuererklärung aufgeführt werden.

Die Auswirkungen der Inflation auf die Altersvorsorge

Januar 20th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, Rente

Bei der privaten Altersvorsorge muss mit vielen Unbekannten gerechnet werden. Das ist einerseits die Rendite des gewählten Produkts, ob nun Riester-Rente, Basisrente oder eine klassische Rentenversicherung. Sie kann je nach Marktlage gewaltig ins Schwanken geraten. Andererseits funkt auch die Inflation gewaltig dazwischen und sorgt still und leise dafür, dass die Ersparnisse letztlich deutlich an Kaufkraft verlieren. Ausgehend von zwei Prozent Inflation jährlich über 20 Jahre blieben von heute 1.000 Euro rund 673 Euro über.

Die Zeitschrift „Finanztest“ hat das Thema private Altersvorsorge und Inflation näher beleuchtet. Grundsätzlich gilt: Wer annähernd wissen möchte, was ihm später zum Leben bleibt, muss die Inflationsrate vom Zinsgewinn bzw. dem Überschuss bei Versicherungen abziehen. Werden vier Prozent Zinsen versprochen, blieben bei zwei Prozent Inflation zwei Prozentpünktchen Gewinn über. Liegt die Rendite unter zwei Prozent droht im schlimmsten Fall sogar ein Minus. Das hängt davon ab, wie sich die Inflation entwickelt. 2009 erreichte sie zwar ein Zehn-Jahres-Tief von 0,4 Prozent, dürfte mit der Konjunktur aber sehr schnell wieder anziehen und das alte Niveau erreichen.

Davon ist auch „Finanztest“ ausgegangen und hat einen Wert von zwei Prozent zugrunde gelegt. Der Tipp für Arbeitnehmer, die bis zu 45.000 Euro im Jahr verdienen: die Firmenrente. Sie hat den Vorteil, dass für die Einzahlungen keine Sozialabgaben abgeführt werden müssen. Unter dem Strich bleibt laut Test ein attraktives Plus.

Bei der gesetzlichen Rente sind Vorhersagen deutlich schwerer. Berücksichtigt werden muss der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor, der den Rentenanstieg bremst, sobald die Rentner im Verhältnis zu den Erwerbstätigen „Übergewicht“ bekommen. Im umgekehrten Fall geht es mit der Rente bergauf. Das hat sich 2009 gezeigt. Die gesetzliche Rente legte um 2,41 bzw. 3,38 Prozent zu. Dabei wurde allerdings auf den Riester-Faktor verzichtet. Er sorgt dafür dass bei der Rentenberechnung die theoretischen Aufwendungen für die Riester-Rente von der Bruttolohnerhöhung abgezogen werden. Lange wird es nicht dauern, bis dieser Faktor wieder greift. Abzuwarten bleibt auch, wann der nächste Rentenanstieg kommt. Weil die Gehälter derzeit eher sinken, kann das noch dauern.

Gerade für junge Menschen heißt das, sie sollten sehr genau rechnen. Denn die Zahlen, die von der Rentenversicherung präsentiert werden, sind leicht rosig angehaucht. Die Inflation wird mit 1,5 Prozent sehr optimistisch angesetzt. Gleiches gilt für die Rentensteigerungen, für die ein bis zwei Prozent einkalkuliert werden. Um nicht böse überrascht zu werden, rät Finanztest, lieber von schlechteren Werten auszugehen.

Rente mit 67 wird genau geprüft

Januar 14th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Politik, Rente

Die Rente mit 67 steht noch unter Vorbehalt, scheint aber unumgänglich zu sein. In diesem Jahr kommt das Modell wie vorgesehen auf den Prüfstand. Die Regierung werde diese Überprüfungsklausel sehr ernst nehmen, verspricht Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Dann wird sich zeigen, ob die Voraussetzungen stimmen, um das Rentenalter ab 2012 schrittweise anheben zu können.

Berücksichtigt werden müssen dabei vor allem die allgemeine Arbeitsmarktlage und die Situation älterer Arbeitnehmer. Denn, so von der Leyen: Die Menschen müssten auch im Alter „eine echte Chance haben, zu arbeiten – und diese Chance haben sie derzeit oftmals nicht.“ Die Ideen, wie sich dieses Problem auflösen lässt, sind vielschichtig angelegt. Die Bundesarbeitsministerin erklärte in einem Interview mit der Bild, sie setze vor allem auf Weiterbildung, die Anerkennung der Berufserfahrung älterer Arbeitnehmer und eine bessere Gesundheitsprävention.

Ihr sei durchaus bewusst, dass in manchen Branchen genauer geprüft werden müsse, wie sich die Rente mit 67 mit den Arbeitsbedingungen vereinbaren lasse. Als Beispiel nennt sie den Dachdecker. Mit 67 müsse niemand mehr auf dem Dach stehen, sondern könne seine Berufserfahrung beispielsweise auch im Verkauf und der Beratung einbringen.

Seitens der FDP gibt es einen weiteren, völlig anders gearteten Vorschlag. Dass auch hier wieder der Dachdecker als Beispiel herhalten muss, ist wohl eher Zufall. Heinrich Kolb, Rentenexperte der FDP, schlägt Branchenlösungen vor, bei denen weder Steuer- noch Beitragszahler belastet werden. Seine Idee geht dahin, dass seitens der Arbeitgeber Altersfonds aufgelegt werden, aus denen später eine kleine Zusatzrente gezahlt wird. Ob dieser Vorstoß in der Wirtschaft ankommt, ist eher fraglich. Sinnvoller scheint ein flexibler Übergang in den Ruhestand mit einem Ausbau der Altersteilzeit, wie ihn die Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion präferiert.

Ein Ziel auf dem Weg zur Rente mit 67 wurde laut einer Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums bereits erreicht. 2010 sollen über die Hälfte der 50-Jährigen erwerbstätig sein. Mit Blick auf die Statistiken aus dem Jahr 2009 zeigt sich: Bereits im zweiten Quartal lag die Quote mit 56,8 Prozent deutlich über dem angepeilten Wert.

Private Altersvorsorge ist unerlässlich

Januar 7th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, Rente, Statistik

Wem bis jetzt noch nicht bewusst ist, welche Rolle die private Altersvorsorge spielt, sollte einen Blick auf seine Renteninformation werfen. Der Punkt „bislang erreichte Rentenanwartschaft“ dürfte den meisten die Tränen in die Augen treiben. Denn viel bleibt nach dem aktuellen Stand der Dinge nicht zum Leben. Daran können auch die schönsten Musterrechnungen nichts ändern. Den „westdeutschen Eckrentner“, der 45 Jahre Beiträge zahlt und ein Durchschnittseinkommen erzielt, gibt es schon lange nicht mehr.

Ginge es danach, läge die durchschnittliche Rente – so die Zahlen vom Juni 2009 – bei 1.229 Euro. Hört sich nicht schlecht an, hat mit der Realität aber wenig zu tun. 2008 betrug die Rente im Schnitt gerade einmal 772 Euro. Männer sind mit 962 Euro deutlich besser gestellt als Frauen mit 526 Euro. Diese Zahlen belegen, wie groß die Lücke zwischen dem letzten Einkommen und der gesetzlichen Rente schon jetzt ist.

Experten gehen davon aus, dass die Schere aufgrund des demographischen Wandels noch weiter auseinanderklaffen wird. Wer heute 40 Jahre alt ist, muss mit einer Differenz von 44 Prozent rechnen. 30-Jährige kommen derzeit auf einen Wert von 49 Prozent. Diese Lücke muss irgendwie gefüllt werden, damit der Lebensstandard gehalten werden kann. Betriebliche und private Altersvorsorge sind daher unerlässlich geworden.

Das belegt auch folgendes, wenngleich nicht repräsentatives Beispiel: Eine 87-Jährige erhält aus eigener Rente, Witwenrente und Betriebsrente des verstorbenen Ehemanns rund 1.700 Euro. Der Sohn zahlt 42 Jahre in die Rentenkasse, kommt aber nur auf rund 1.200 Euro – 768 Euro staatliche Rente plus das Geld aus Riester- und privater Rentenversicherung. Hält dieser Trend wie prognostiziert an, droht 14,3 Prozent der westdeutschen Rentner Altersarmut, wobei das Risiko bei Frauen um 20 Prozent höher liegt.

Vielen ist dieses Problem gar nicht bewusst. Sie lassen sich weder zur privaten Altersvorsorge beraten noch bemühen sie sich um eine entsprechende Absicherung. Ursache ist unter anderem die Krise. Sie hat das Vertrauen in die Versicherungsbranche nachhaltig geschwächt. Hinzu kommt: Viele fühlen sich schlichtweg überfordert angesichts der vielen Angebote.