Inflation zehrt auch an Altersvorsorge
Oktober 23rd, 2008 by Wolfgang | No Comments | Filed in Altersvorsorge, RenteSelten genug, dass eine Inflation schnell nach gibt, weshalb sich während Jahrzehnten auch Philosophen und Literaten zu wirtschaftlichen Sinnsprüchen verstiegen haben: Inflation ist, wenn alle zu wenig Geld haben, weil alle zuviel haben. Teuerungsraten von drei und mehr Prozent sind in 2008 für Deutschland die höchsten Wert seit 15 Jahren und auch im Eurogebiet stiegen sie auf ein Höchstwert von 4,0 Prozent.
Die Entwicklung wird bei einzelnen Wirtschaftsubjekten dadurch wahrgenommen, dass die Liquidität im Portemonnaie schneller weg ist. Bei der Feststellung wird dann zunächst nicht auch ans Vermögen gedacht. Doch auch die Altersvorsorge benötigt bei steigender Inflation eigentlich mehr Sparwillen.
Eine einfache Rechnung beweist: Festgeld mit 4 Prozent Rendite und eine Inflation von 3 Prozent lässt keinen Profit zu, weil von 2009 an auf die Zinseinkünfte 25 Prozent als Abgeltungssteuer erhoben werden. Ein realer Vermögenszuwachs entsteht erst, wenn die Geldanlage nach Steuern und Inflation mehr geworden ist. Somit ist alles bescheiden schlecht, was als Anlage unter 4 Prozent liegt.
Grund genug dafür, die Altersvorsorge laufend zu beobachten und neu aufzubauen. Mit den Zahlen aus Zahl aus der individuellen Renteninformation plus dem Zinseszins muss für 1000 Euro nominale Euro Rente hinterfragt werden, was ist dieser Betrag in 25 oder 30 Jahren wert?
Liegt die gesamtwirtschaftlich bedingte und damit “politisch akzeptable” Inflation bei durchschnittlich 2 Prozent, entspricht die Kaufkraft der Rente von 1000 Euro bei Renteneintritt nur 609 Euro. Bei drei Prozent Inflation sind es sogar nur 477 Euro. Zahlen, wegen denen auch die Deutsche Rentenversicherung mittlerweile in der Renteninformation auf die rechnerischen Tatsachen hinweist und sie auch betont, dass bei der Vorsorge auf den Kaufkraftverlust zu achten sei.
Nur wer früh beginnt, kann Substanz bilden
Leider wird trotz klarer Wirtschaftsdaten nicht zu Ende gedacht, obwohl nur wer früh genug plant, auch genügend Kapital aufbauen kann. Und die Rechnung ist ‘von hinten’ zu machen: Wieviel Rente ab 60 + x – und das erst in einigen Jahren – werden für ein sorgenfreies Leben benötigt?
Bei einem Anspruch von real 2500 Euro, muss errechnet werden, welche nominale Summe in noch 37 verbleibenden Berufsjahren erspart werden muss. Bei 3 Prozent Inflation sind es 7463 Euro, nämlich 2500 Euro mal 1,03 hoch 37. Ein Wert, den sich die wenigsten in der Höhe vorstellen mögen.
Ein leichter verträgliches Rezept gibt es nicht. Sparen, sparen, sparen lautet also die Devise.
Um noch sicherer zu gehen, sind gar 4 Prozent Inflation auf 30 Jahre anzusetzen, was für ein reales oder Netto-Einkommen von 2000 Euro für den erhofften Lebensstil 600 000 bis 800 000 Euro Ansparsumme bedeutet.
Zahlen, die zweifelsfrei deutlich machen, eher doppelt so viel auf die hohe Kante legen sollten, als eigentlich gedacht. Nur wer früh einzahlt, kann über Zinsgewinnen substanziell aufbauen.
Auch empfiehlt sich, alles mitzunehmen, was einem an Förderung und Zuschüssen zusteht. Sie dies vom Arbeitgeber zur betrieblichen Altersvorsorge, oder auch die Riester- und Basisrente, die beide gefördert werden und steuerbegünstigt wirken.
Was ist Abzinsung?
Bei der Diskontierung oder Abzinsung wird vom erwarteten Ziel her gerechnet: Hier wird der bei Fälligkeit erwünschte Betrag einer Geldanlage zugrunde gelegt, für den dann der heutige wird.
Das Ergebnis zeigt wieviel eingezahlt oder angelegt werden muss, um zu einem späteren Zeitpunkt über den gewünschten Betrag verfügen zu können. In die andere Richtung rechnet die Aufzinsung, nach der in einem Jahr aus 100 Euro bei 2 Prozent Zinsen eben 102 Euro werden.
