Archive for the ‘Statistik’ Category

Männer beziehen durchschnittlich 1.042 Euro Rente

Juni 30th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Rente, Statistik

Ab morgen, 1. Juli, steigt die Rente um 0,99 Prozent, und auch im kommenden Jahr scheint es weiter bergauf zu gehen. Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung und einer vollen Rentenkasse ist zu Juli 2012 eine Anpassung um etwa 1,3 Prozentpunkte möglich. Freuen dürfen sich darüber aktuell 20,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Wie hoch die Altersbezüge durchschnittlich sind, hat die Bild-Zeitung im Laufe dieser Woche veröffentlicht. Der nach Bundesländern sortierte Rentenatlas zeigt, wo Ruheständler – rein statistisch, versteht sich – das meiste Geld erhalten.

Vorweg ein paar Daten: Männer gehen im Schnitt mit 63,8 Jahren in den Ruhestand und beziehen rund 16,2 Jahre Rente. Frauen arbeiten bis zum Alter von 63,3 und erhalten ihre Altersbezüge etwa 20,9 Jahre lang ausgezahlt. Im Bundesdurchschnitt umfassen die staatlichen Rentenleistungen 1.042 Euro pro Monat bei Männern und 750 Euro monatlich bei Frauen.

Hier der Rentenatlas:
Hamburg: 1.059 Euro Männer / 817 Euro Frauen
Schleswig Holstein: 1.017 Euro / 702 Euro
Bremen: 1.026 Euro / 740 Euro
Niedersachsen: 1.019 Euro / 687 Euro
Hessen: 1.053 Euro / 718 Euro
Nordrhein-Westfalen:: 1.103 Euro / 712 Euro
Rheinland-Pfalz: 1.014 Euro / 651 Euro
Saarland: 1.090 Euro / 661 Euro
Baden-Württemberg: 1.061 Euro / 728 Euro
Mecklenburg-Vorpommern: 976 Euro / 865 Euro
Brandenburg: 1.023 Euro / 890 Euro
Sachsen: 1.045 Euro / 901 Euro
Bayern: 989 Euro / 695 Euro
Thüringen: 1.011 Euro / 887 Euro
Sachsen-Anhalt: 1.017 Euro / 879 Euro
Berlin (West): 973 Euro / 834 Euro
Berlin (Ost): 1.107 Euro / 968 Euro

Altersvorsorge ist für viele nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln

April 28th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, Rente, Statistik

Die Fondsgesellschaft Fidelity International hat den Bundesbürgern auf den Zahn gefühlt und nachgehakt, wie es um das Wissen zur gesetzlichen Rente, der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge bestellt ist. Die Ergebnisse sind erschreckend und zeigen, so der Sprecher der Geschäftsführung, Christian Wrede: „Bisherige Altersvorsorge-Kampagnen haben die Deutschen offensichtlich nicht erreicht. Knapp 90 Prozent verlassen sich noch immer auf die gesetzliche Rente, die aufgrund des demografischen Wandels den Wohlstand von heute in der Zukunft aber nicht mehr sichern wird.“

Das größte Problem ist die falsche Einschätzung der künftigen Rentenhöhe. Die Mehrheit der Deutschen rechnet damit, im Ruhestand 60 Prozent des aktuellen Nettolohns ausgezahlt zu bekommen. 40 Prozent hoffen nach wie vor auf deutlich höhere Bezüge von 80 bis 100 Prozent. Damit sind sie weit von realistischen Zahlen entfernt. Bereits 2007 hatte der Fidelity-Real-Index (Renten- und Alterssicherungs-Index) ergeben, dass im Schnitt 56 Prozent des Einkommens als Rente gewährt werden. Damit ergibt sich eine Deckungslücke von 44 Prozent, die in nächster Zeit noch weiter wachsen wird.

Die Konsequenz müsste eigentlich sein, selbst aktiv zu werden und private Altersvorsorge zu betreiben. Diesbezüglich sind die Bundesbürger allerdings eher träge. Insbesondere die jüngere Generation weiß zwar sehr genau, dass sie mit einer Versorgungslücke zu rechnen hat. „Die Aufklärungsarbeit scheint hier erste Wirkung zu zeigen“, so Wrede. Die Zahl derer, die mit einer Riester-Rente oder anderen Produkten für das Alter sparen, stagniert allerdings. 31 Prozent der Umfrageteilnehmer – durchgeführt wurde die Studie vom Psephos Institut für Markt-, Politik- und Sozialforschung – sind ohne Fahrschein unterwegs und sorgen nicht bzw. noch nicht privat vor.

„Bei der betrieblichen Altersvorsorge klaffen Realität und Wahrnehmung noch weiter auseinander“, warnt Fidelity International. Viele (74 Prozent) gehen davon aus, dass die betriebliche Vorsorge einen der wichtigsten Bestandteile der Altersvorsorgestrategie darstellt. Tatsache ist, dass die Bezüge gerade einmal vier Prozent des Gesamteinkommens von Rentnerinnen und Rentner ausmachen. Wünschenswert wäre ein Anteil von 25 bis 30 Prozent, wie er in den Niederlanden erreicht wird. Das Fazit lautet entsprechend: „Die deutschen Erwerbstätigen wissen weder, wie hoch ihre Rente sein wird, noch kennen sie den seit Jahren empfohlenen Dreiklang der Altersvorsorge.“

Altersarmut wird künftig deutlich zunehmen

April 7th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Rente, Statistik

Dass die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, um auch im Ruhestand ein finanziell abgesichertes Leben führen zu können, dürfte den meisten Bundesbürgern inzwischen bekannt sein. Damit nicht genug: Trotz lückenloser Erwerbsstatistik droht immer mehr Verbrauchern Altersarmut. Aktuell sind laut Statistischem Bundesamt 2,4 Prozent der Rentnerinnen und Rentner auf Hilfe vom Sozialamt angewiesen. In ein paar Jahren werden es weit mehr sein.

Ein solch düsteres Szenario zeichnet unter anderem der ehemalige Chef der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup. Gegenüber dem Handelsblatt erklärte er: „Künftig droht deutlich mehr Altersarmut. Die zentrale rentenpolitische Aufgabe dieser Legislaturperiode besteht darin, eine Antwort auf dieses wachsende Risiko zu finden.“

Von der Idee, dass mit der Rente der erreichte Lebensstandard gesichert wird, mussten sich die Deutschen schon vor Jahren verabschieden. Dieses Prinzip behält seine Gültigkeit nur, wenn die gesetzliche Rente mit Bemühungen um eine private und nach Möglichkeit auch um eine betriebliche Altersvorsorge ergänzt wird. Sonst wird es eng, zumal das Nettorentenniveau vor Steuern bis zum Jahr 2030 von jetzt 52 auf nur noch 43 Prozent sinken wird.

Reichte es früher 27 Jahre in die Rentenkasse einzuzahlen, um als Durchschnittsverdiener einen Rentenanspruch in Höhe der Grundsicherung zu erwerben, sind es demnächst schon 30 Jahre. Diese Hochrechnungen gelten allerdings nur, wenn durchgängig Beiträge gezahlt wurden und der Lohn entsprechend hoch war. Wer sein Leben lang immer nur ein vergleichsweise geringes Einkommen erzielt hat, kommt in Zukunft selbst mit 45 Jahren Arbeit nicht auf eine Rente auf Grundsicherungsniveau. Rein theoretisch hätte man dann nicht einmal arbeiten müssen, um den gleichen Anspruch zu haben.

Genau darin sehen viele Experten ein gravierendes Problem. Adolf Bauer vom Sozialverband Deutschland bringt es auf den Punkt: „Das erhöhte Risiko von Niedriglohnbeschäftigten und Langzeitarbeitslosen, trotz Beitragsleistung nicht ausreichend vor Altersarmut geschützt zu sein, gefährdet die verfassungsrechtliche Legitimation der gesetzlichen Rentenversicherung.“ Im schlimmsten Fall werde die Rente zur „verfassungswidrigen Abgabe ohne Gegenleistung“.

Studie zur Rente mit 67

März 31st, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Rente, Statistik

„Gegenwärtig geht rund die Hälfte der Altersrentnerinnen und -rentner vorzeitig und mit Abschlägen in den Ruhestand“, lautet eines der Ergebnisse des vom Hans-Böckler-Institut geförderten „Altersübergangsreports”. Mit Blick auf die Rente mit 67, die vom kommenden Jahr an schrittweise eingeleitet und 2031 dann Realität sein wird, sehen die Autoren der Studie die gleichen Effekte wie bei bisherigen Reformen: Die Erwerbsbeteiligung Älterer werde zwar steigen. Letztlich müssten aber mehr Über-60-Jährige die Zeit bis zum Renteneintritt „mit prekären Jobs oder in Arbeitslosigkeit überbrücken“.

Die Experten, Professor Dr. Matthias Knuth und Dr. Martin Brussig vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen. sehen die Rente mit 67 weniger als Neuerung, sondern vielmehr als Fortsetzung der bisherigen Bemühungen. Erst wurde das Zugangsalter für eine abschlagsfreie Rente von 60 auf 65 erhöht, dann das Eintrittsalter zur Altersrente aufgrund von Arbeitslosigkeit von 60 auf 63 verschoben und künftig läuft die Altersrente nach Altersteilzeit aus.

Schon heute würden sich die meisten Erwerbstätigen auf ein längeres Arbeitsleben einstellen. Belegt werde dieser Trend durch die Zahlen der Bundesregierung: 2000 lag das durchschnittliche Alter bei Rentenbeginn bei 60 Jahren. 2008 waren es 65 Jahre. Diese Zahlen dürften allerdings nicht überbewertet werden. Denn, so die beiden Forscher: Viele gingen nicht direkt aus dem Erwerbsleben, sondern aus der Altersteilzeit heraus in Rente. Erst wenn die staatlich geförderte Altersteilzeit auslaufe, seien Rückschlüsse zum tatsächlichen Erwerbsaustritt möglich.

Unberücksichtigt bliebe bei den Berichten der Bundesregierung auch, wie es um die Qualität der Arbeit im Alter bestellt sei. Die körperliche und seelische Belastung, die über das gesamte Arbeitsleben hinweg deutlich reduziert werden müsse, um weitere Nachteile bei der Rente mit 67 zu vermeiden, sorge für gesundheitliche Probleme und bedinge eine fehlende Leistungsfähigkeit im Alter. Dadurch müssten viele ihren Beruf vorzeitig aufgeben und würden in „randständige Jobs“ oder in die Arbeitslosigkeit abgedrängt.

Diese Tatsache sei vielen Arbeitnehmern durchaus bewusst. 54 Prozent, die in einem körperlich anstrengenden Beruf tätig sind, fürchten um ihre Beschäftigungsfähigkeit und bezweifeln, bis zum Rentenalter durchzuhalten. Einen solch „problematischen Ausstieg aus dem Arbeitsleben“ vollzog 2007 jeder dritte Neurentner – entweder nach Langzeitarbeitslosigkeit oder einem Minijob.

0,99 Prozent mehr Rente

März 16th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Politik, Rente, Statistik

Die 20,2 Millionen Ruheständler in der Bundesrepublik dürfen sich ab dem 1. Juli über ein Prozent mehr Rente freuen. Ganz genau sind es 0,99 Prozent. Bei einer Rente von aktuell 800 Euro wären das 7,92 Euro mehr im Portemonnaie und bei 1.500 Euro 14,85 Euro. Große Sprünge sind damit sicherlich nicht möglich – aber immerhin. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wertet die Entwicklung durchaus positiv: „Ich freue mich, dass trotz des Ausgleichs für die Rentengarantie in diesem Sommer ein spürbares Plus für die Rentnerinnen und Rentner möglich ist.“

Doch wie kommt der Wert von 0,99 Prozent zustande? Anlass, dass überhaupt eine Rentenerhöhung vorgenommen werden kann, ist der positive Trend bei den Löhnen. Im vergangenen Jahr, das Experten als „Boomjahr“ bezeichnen, stiegen die Gehälter im Osten um rund 2,55 Prozent und im Westen der Republik um 3,1 Prozent. Wären die Renten an die Löhne gekoppelt, wie inzwischen von immer mehr Seiten gefordert wird, müsste nicht großartig gerechnet werden. Nach aktueller Gesetzeslage gibt es allerdings einige Faktoren, die bei der Rentenanpassung berücksichtigt werden müssen.

Von den 2,55 respektive 3,1 Prozent werden der Nachhaltigkeitsfaktor (0,46 Prozent) und der Riester-Faktor (0,64 Prozent) abgezogen. Danach bliebe rechnerisch ein Plus von 1,41 im Osten und 1,99 Prozent im Westen. Davon gehen noch einmal 50 Prozent als Ausgleich für die Rentengarantie ab. Dank dieser Schutzklausel waren die Altersbezüge in den Jahren 2008 und 2009 trotz Krise nicht gekürzt worden. Dadurch entstand ein Überhang, der jetzt abgebaut werden muss. Unter dem Strich steht damit ein Plus von 0,99 Prozent. Für Ostdeutschland hätte der Wert eigentlich 0,71 Prozent betragen müssen, so das Ministerium. Da die Renten in den neuen Bundesländern aber im gleichen Maße steigen müssen wie in den alten Ländern, gilt bundeseinheitlich eine Rentenerhöhung um 0,99 Prozent.

Rente wieder dynamisch an Löhne koppeln

März 3rd, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Politik, Rente, Statistik

„Wer ein Leben lang gearbeitet hat, muss im Alter mehr als die Grundsicherung haben“, sagte jüngst der Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“. Anlass war die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken zum Thema Rente und Inflation. Demnach werden die Standardrenten (unter Berücksichtigung der höheren Krankenkassenbeiträge) bis 2013 lediglich um 1,8 Prozentpunkte steigen. Für den gleichen Zeitraum gehen Prognosen von einem Preisanstieg um etwa fünf Prozent aus. Heißt: Rentnerinnen und Rentner werden den Kaufkraftverlust besonders deutlich zu spüren bekommen.

Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Sozialministerium, nennt als Gründe für das eher magere Rentenplus die Lohnentwicklung und den „Abbau des Ausgleichsbedarfs“. Insbesondere Punkt zwei stößt den Sozialverbänden und den Linken bitter auf. Die Schutzklausel, die in den Jahren 2005, 2006 und 2010 zur Anwendung kam, sorgte zwar dafür, dass die Renten nicht gekürzt wurden. Unter dem Strich hätte ein Minus von 3,81 Prozent gestanden. Rentner beziehen aktuell also mehr als ihnen eigentlich zusteht. Der positive Effekt kehrt sich aber wieder um. Rentenanpassungen nach oben werden schlichtweg halbiert, weil nach geltendem Recht ein Ausgleich geschaffen werden muss. Erforderlich sei dieser Schritt aus „Gründen der Generationengerechtigkeit“, so Fuchtel.

Als Folge dieser Taktik befürchten die Linken, dass künftig „immer mehr Rentner auf Hartz-IV-Niveau abstürzen“. Ihre Forderung lautet daher, neue Anpassungsregeln für die Rente zu schaffen. Der Rentenbezug müsse wieder an die Löhne gekoppelt werden. Damit läuft die Partei beim Sozialverband VdK offene Türen ein. Auch hier spricht man sich für eine Rückkehr zur dynamischen Rente und den Verzicht auf Kürzungsfaktoren aus. Darüber hinaus soll der sogenannte Riester-Faktor wieder abgeschafft werden. „Wir wollen, dass die Rentnerinnen und Rentner an der Wohlstandsentwicklung teilhaben, und das tun sie immer weniger“, betonte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher gegenüber dem „Tagesspiegel“.

Deutsche sind Vorsorgemuffel

Februar 17th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News, Statistik

Im EU-Vergleich sind die Bundesbürger eher Vorsorgemuffel. Mit 3.900 Euro, die jährlich in die private Altersvorsorge investiert werden, landen sie auf dem vorletzten Platz. Nur der Ruhestands-Sparstrumpf der Franzosen ist noch dünner. In ihm landen Jahr für Jahr gerade einmal 2.100 Euro. Den Spitzenplatz nimmt die Schweiz mit 7.900 Euro ein. Das sind die Ergebnisse des Axa Ruhestand-Barometers. Für die Studie hat die Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK) 13.123 Personen in 13 Ländern befragt.

„Die Deutschen gelten gemeinhin als fleißige Sparer. Geht es jedoch um langfristige Vorsorge fürs Alter, füttern sie ihr Sparschwein mit eher mäßigem Eifer“, erklärt der Versicherungskonzern in einer Pressemitteilung. Nur 46 Prozent legen regelmäßig ein paar Euro auf die hohe Kante. 20 Prozent sorgen gar nicht vor. Dabei ließe sich die drohende Rentenlücke, so die Axa, bei einem frühzeitigen Einstieg und dank des Zinseszinseffektes schon mit überschaubaren Beträgen verringern.

Interessant ist der Blick auf die Motivationsfaktoren, warum und wann die Altersvorsorge in Angriff genommen wird. In Deutschland scheint der Nachwuchs für die Initialzündung zu sorgen. Kinder sind für 39 Prozent der Erwerbstätigen der Hauptgrund, sich finanziell für das Alter abzusichern. In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen steigt die Quote sogar auf 50 Prozent. Ähnlich verhält es sich auch in Frankreich und Spanien. Der „runde Geburtstag“, der in Japan 58 Prozent der Menschen veranlasst, mit der Vorsorge zu beginnen, ist in der Bundesrepublik hingegen völlig ohne Belang.

Durchaus positiv bewerten lässt sich die Tatsache, dass 62 Prozent der Deutschen ungefähr wissen, mit welcher gesetzlichen Rente sie später rechnen können. Diesbezüglich sind die Bundesbürger Spitzenreiter. Dass trotz des Wissens um die Lücke nicht früh genug oder zu wenig gespart wird, ist daher völlig unverständlich. „Im Jahr 2007 hatten bereits 72 Prozent mit Anfang 30 vorgesorgt, heute sind es nur noch 46 Prozent“, sagt die Axa. Das heißt, dass sich über 50 Prozent der jüngeren Erwerbstätigen noch gar nicht mit dem Thema Vorsorge befasst haben. Die Versicherung spricht hier von einer deutlichen „Diskrepanz zwischen Wissen und Wollen“.

Aufschwung füllt die Rentenkasse

Januar 20th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Politik, Rente, Statistik

„Die Rentenkasse schwimmt derzeit im Geld“, schreibt Focus Money Online. Noch lässt sich die Deutsche Rentenversicherung zwar nicht mit Dagobert Duck vergleichen. Doch die jetzt veröffentlichten Zahlen geben durchaus Anlass zur Hoffnung – sowohl den Beitragszahlern als auch den Rentnerinnen und Rentnern. Die positive Entwicklung könnte sich schon bald auch auf ihre Geldbeutel niederschlagen.

Binnen Jahresfrist waren die Einnahmen aus den Pflichtbeiträgen auf 163,7 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von 2,3 Prozentpunkten. Deutlich besser als erwartet hat sich auch die Finanzreserve entwickelt. Sie betrug zum Jahresende 18,5 Milliarden Euro. Verglichen mit dem Vorjahr sind das 2,4 Milliarden mehr. Umgerechnet deckt die eiserne Reserve der Rentenversicherung jetzt 1,1 Monatsausgaben. Dieser Wert war zuletzt 1993 erreicht worden. Kein Wunder, dass die Politik schon fleißig Pläne schmiedet.

Die Deutsche Rentenversicherung selbst hält sich noch ein wenig bedeckt, ob die Bezüge für die 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner in diesem Jahr auch tatsächlich steigen. Es wird aber immer wahrscheinlicher, dass die Rente Mitte des Jahres um ein Prozent angehoben wird. Klarheit herrscht allerdings erst dann, wenn die exakten statistischen Daten vorliegen. Das wird im Frühjahr der Fall sein. Der Sozialexperte der Union, Peter Weiß, griff dem schon ein wenig vor und erklärte gegenüber der „Berliner Zeitung“, die Gefahr einer erneuten Nullrunde 2011 sei dank der guten Lohnentwicklung endgültig gebannt.

Gute Nachrichten gibt es auch für die Beitragszahler. Sie müssen sie jedoch etwas länger gedulden, ehe an der Beitragsschraube gedreht wird. Bislang sehen die Planungen vor, dass der Beitragssatz im Jahr 2014 von derzeit 19,9 auf 19,3 Prozent gesenkt wird. Hält der positive Trend bei der Einnahmeentwicklung an, stehen die Chancen sehr gut, dass die Anpassung der Rentenbeiträge bereits 2013 vorgenommen werden kann – im Wahljahr ideal für die Regierung. Die gesetzlichen Vorschriften erlauben eine Senkung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Beiträge, wenn die Finanzreserve 1,5 Monatsausgaben umfasst.

Inflation leert Portemonnaies der Rentner

Januar 6th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Politik, Rente, Statistik

Trotz höherer Bezüge bleibt den 20 Millionen Rentnerinnen und Rentnern in der Bundesrepublik weniger im Portemonnaie. Die für Juli versprochene Rentenerhöhung um einen Prozentpunkt wird direkt von der Inflation geschluckt. Das heißt: Die Preise steigen schneller als die Rente. Darauf macht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aufmerksam und warnt, dass Rentner aufgrund der Geldentwertung immer ärmer werden.

Die Nullrunden sind zwar erst einmal überstanden. Doch die Zahlen lassen nicht wirklich Freude aufkommen. Einem Prozent mehr Rente steht eine Inflation von geschätzt 1,6 Prozent gegenüber. 2012, wenn die Renten um weitere 0,4 Prozent angehoben werden, liegt die Inflation Prognosen zufolge bei 1,7 Prozent. Der Kaufkraftverlust wird sich in diesem Jahr noch in Grenzen halten. Für 2012 sprach der Konjunkturchef des DIW, Ferdinand Fichtner, gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ allerdings von schmerzlichen Einschnitten.

Zum Verlust der Kaufkraft kommt noch ein weiteres Problem: Immer mehr Menschen gehen vorzeitig in den Ruhestand und müssen dementsprechend mit Abschlägen rechnen. Das betrifft aktuell etwa 50 Prozent der Frauen und 41 Prozent der Männer, so die Statistiken der Deutschen Rentenversicherung Bund. Die Abschläge bewegten sich 2009 im Schnitt bei 127 Euro (Männer) und 105 Euro (Frauen). Daraus ergibt sich ein Durchschnittsabschlag von 117 Euro. Im Vergleich dazu: 2004 waren es 113 Euro. Als Grund, weshalb früher in Rente gegangen wird, sehen Experten den Wunsch, gemeinsam mit dem Partner den Ruhestand genießen zu können. Bei Arbeitslosen kommt hinzu, dass die staatlichen Leistungen meistens niedriger sind als die Rentenzahlung.

Hoffnungen auf eine höhere Rente dürfen sich derweil Geringverdiener machen. Im Dezember sickerte durch, dass die Bundesregierung eine Mindestrente prüfen lässt, wie es sie 1972 bis 1991 schon einmal gab. Zuständig sein wird die Kommission „Vermeidung von Altersarmut“, die ihre Arbeit im April aufnehmen wird und im Herbst 2012 mit einem Bericht abschließen soll. Geplant ist die Mindestrente für alle, die eine Rente unterhalb des Hartz-IV-Niveaus erhalten. Voraussetzung ist, dass mindestens 35 Jahren in die Rentenkasse eingezahlt wurde.

Altersarmut betrifft vor allem Türken

November 25th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Rente, Statistik

Viele Türken in Deutschland vernachlässigen ihre private Altersvorsorge. Daraus resultieren später eine große Rentenlücke und vielfach auch Altersarmut, warnt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA). Die Experten haben gemeinsam mit dem Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung der Universität Duisburg-Essen einen Blick auf die Vorsorgeaktivitäten und die aktuelle Rentensituation der in der Bundesrepublik lebenden Türken geworfen.

Die Zahlen, die in dieser Woche präsentiert wurden, spiegeln laut DIA eine „äußerst angespannte Lage“ wider. Während ein Deutscher im Jahr 2008 durchschnittlich 1.057 Euro Rente bezog, kam ein türkischer Mann auf 703 Euro. Deutlich schlechter stellt sich die Lage bei den türkischstämmigen Rentnerinnen dar. Ihre gesetzlichen Altersbezüge beliefen sich auf rund 356 Euro. Als Gründe für die große Differenz nennt das Zentrum für Türkeistudien „unstetige Erwerbsbiografien, Frühverrentung und niedrige Löhne“.

Dementsprechend bleibt auch nur wenig Spielraum für die private Vorsorge. Die Mehrheit der über 1000 befragten Türken (85 Prozent) ist sich zwar der Bedeutung der Altersvorsorge bewusst. Trotz der Erkenntnis, dass die gesetzliche Rente später nicht ausreichen wird, um den aktuellen Lebensstandard zu halten, sparen allerdings nur etwa 50 Prozent fürs Alter. Als Anlageform bevorzugt wird dabei Immobilienbesitz in der Türkei (31 Prozent). Die Riester-Rente findet hingegen kaum Anklang. Sie erreicht einen Anteil von neun Prozent. Ohnehin glauben fast 41 Prozent, dass die Verantwortung für die Altersvorsorge ausschließlich beim Staat liege. Um die Rentenlücke zu umgehen, wollen viele später wieder in die Türkei ziehen. Umgesetzt wird dieser Plan jedoch nur von jedem Siebten.