Die Psyche treibt immer mehr Menschen in den vorzeitigen Ruhestand
Oktober 20th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente, StatistikPsychische Erkrankungen sorgen in der Bundesrepublik immer öfter dafür, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorzeitig in den Ruhestand gehen. Die Daten der Deutschen Rentenversicherung, die der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegen, sprechen diesbezüglich Bände. Im vergangenen Jahr waren 71.000 Männer und Frauen betroffen. Sie mussten ihren Job aufgrund seelischer Störungen noch vor dem 65. Lebensjahr an den Nagel hängen. Zum Vergleich: 2009 waren es „nur“ 64.500 Personen, die wegen einer Erkrankung der Psyche – zum Beispiel Depressionen oder Angststörungen – eine Erwerbsminderungsrente beantragt hatten.
In den vergangenen zehn Jahren sind psychische Krankheiten damit zur Hauptursache dafür geworden, dass unfreiwillig vorzeitig Rente bezogen wird. Von den 181.000 Fällen verminderter Erwerbsfähigkeit, die 2010 verbucht wurden, beruhten immerhin 39,3 Prozent auf Problemen der Seele. Erst dann kommen Schäden an Skelett und Muskeln sowie Herz- und Kreislauferkrankungen. Aus Sicht der Deutschen Rentenversicherung besonders erschreckend ist die Tatsache, dass der Fall der Fälle inzwischen immer früher eintritt.
Erwerbs- und berufsunfähige Neurentner waren 1980 im Schnitt 56 Jahre alt. Aktuell liegt der Durchschnittswert knapp über 50 Jahre, wobei Betroffene mit psychischen Krankheiten mit 48,3 Jahren deutlich jünger sind. Hinzu kommt, dass die Anträge auf eine Erwerbsminderungsrente in 43 Prozent der Fälle abgelehnt werden mussten, weil die Voraussetzungen nicht erfüllt waren.
Umso wichtiger wird es, gerade für junge Menschen, rechtzeitig privat Vorsorge zu betreiben. Die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt schon seit Jahren als eine der wichtigsten Policen, wird aber nach wie vor nur von wenigen abgeschlossen. Experten raten, den Vertrag direkt zu Beginn des Berufslebens unter Dach und Fach zu bringen, weil der Beitrag in jungen Jahren noch relativ niedrig ist und die Leistungen bei den meisten Tarifen problemlos angepasst werden können. Liegen erst einmal Erkrankungen vor, wird es umso schwerer, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten.
