Immer mehr Rentner leben unter der Armutsgrenze
August 3rd, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente, StatistikDie Altersarmut in Deutschland nimmt drastisch zu. Betroffen waren im Jahr 2009 11,5 Prozent aller Rentnerinnen und Rentner. Sie bezogen ein Ruhegeld unterhalb der Armutsgrenze von seinerzeit 870 Euro monatlich. 1995 lag die Quote, so das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), bei lediglich 9,4 Prozent. Kein Wunder, dass immer mehr Rentner mit ihrem Haushaltseinkommen unzufrieden sind. Dabei machten die Experten noch einen weiteren Trend aus: Zwischen Reich und Arm klafft auch bei den Ruheständlern eine immer größere Lücke.
In Westdeutschland bezogen 20 Prozent der reichsten Rentnerhaushalte ein doppelt so hohes Einkommen wie die ärmsten 20 Prozent. Im Osten verfügten gut situierte Rentner über immerhin 54 Prozent höhere Bezüge als diejenigen, die dem unter Fünftel zugeordnet werden. Schlüsselt man die Studie weiter auf, leben in den alten Bundesländern wesentlich mehr Ruheständler unter der Armutsgrenze als in den neuen Bundesländern. Im Westen sind es 12,2 Prozent (1995: 9,7 Prozent), in Ostdeutschland 8,6 Prozent (7,8 Prozent). Ursächlich für diesen Unterschied sind, erklären die Experten des IWH, die „kontinuierlicheren Erwerbsbiografien sowie die höhere Erwerbstätigkeit von Frauen zu DDR-Zeiten“. Grundsätzlich sind Frauen allerdings eher von Altersarmut betroffen: 13 Prozent (Westen) und 9,5 Prozent (Osten).
Wie zufrieden die Rentnerinnen und Rentner mit ihren Bezügen sind, richtet sich naturgemäß danach, wie gut man über die Runden kommt. In den Haushalten, die nicht von Altersarmut betroffen und auch nicht gefährdet sind, zeigen sich 59 Prozent der Ruheständler mit ihrer Rente zufrieden. Dieser Wert lässt rapide nach, sobald die Armutsgrenze unterschritten wird. In dem Fall sind nur noch 23,1 Prozent mit ihrem Haushaltseinkommen zufrieden. Geprägt werden die Altersbezüge nach wie vor von der gesetzlichen Rente, die 92,2 Prozent aller Rentner erhalten (1995: 86,5 Prozent). Die private Altersvorsorge spielt bei der aktuellen Rentnergeneration mit drei Prozent kaum eine Rolle. Die Ergebnisse des IWH beruhen übrigens auf den Daten einer der umfangreichsten Verbraucherumfragen, dem sozio-oekonomischen Panel (SOEP).
