Archive for the ‘Rente’ Category

Immer mehr Rentner leben unter der Armutsgrenze

August 3rd, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente, Statistik

Die Altersarmut in Deutschland nimmt drastisch zu. Betroffen waren im Jahr 2009 11,5 Prozent aller Rentnerinnen und Rentner. Sie bezogen ein Ruhegeld unterhalb der Armutsgrenze von seinerzeit 870 Euro monatlich. 1995 lag die Quote, so das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), bei lediglich 9,4 Prozent. Kein Wunder, dass immer mehr Rentner mit ihrem Haushaltseinkommen unzufrieden sind. Dabei machten die Experten noch einen weiteren Trend aus: Zwischen Reich und Arm klafft auch bei den Ruheständlern eine immer größere Lücke.

In Westdeutschland bezogen 20 Prozent der reichsten Rentnerhaushalte ein doppelt so hohes Einkommen wie die ärmsten 20 Prozent. Im Osten verfügten gut situierte Rentner über immerhin 54 Prozent höhere Bezüge als diejenigen, die dem unter Fünftel zugeordnet werden. Schlüsselt man die Studie weiter auf, leben in den alten Bundesländern wesentlich mehr Ruheständler unter der Armutsgrenze als in den neuen Bundesländern. Im Westen sind es 12,2 Prozent (1995: 9,7 Prozent), in Ostdeutschland 8,6 Prozent (7,8 Prozent). Ursächlich für diesen Unterschied sind, erklären die Experten des IWH, die „kontinuierlicheren Erwerbsbiografien sowie die höhere Erwerbstätigkeit von Frauen zu DDR-Zeiten“. Grundsätzlich sind Frauen allerdings eher von Altersarmut betroffen: 13 Prozent (Westen) und 9,5 Prozent (Osten).

Wie zufrieden die Rentnerinnen und Rentner mit ihren Bezügen sind, richtet sich naturgemäß danach, wie gut man über die Runden kommt. In den Haushalten, die nicht von Altersarmut betroffen und auch nicht gefährdet sind, zeigen sich 59 Prozent der Ruheständler mit ihrer Rente zufrieden. Dieser Wert lässt rapide nach, sobald die Armutsgrenze unterschritten wird. In dem Fall sind nur noch 23,1 Prozent mit ihrem Haushaltseinkommen zufrieden. Geprägt werden die Altersbezüge nach wie vor von der gesetzlichen Rente, die 92,2 Prozent aller Rentner erhalten (1995: 86,5 Prozent). Die private Altersvorsorge spielt bei der aktuellen Rentnergeneration mit drei Prozent kaum eine Rolle. Die Ergebnisse des IWH beruhen übrigens auf den Daten einer der umfangreichsten Verbraucherumfragen, dem sozio-oekonomischen Panel (SOEP).

Die Deutschen gehen später in Rente

Juli 28th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Politik, Rente, Statistik

„Die Rentenformen der vergangenen Jahre haben dazu geführt, dass das tatsächliche Renteneintrittsalter steigt. Die Zahlen machen deutlich, dass die Reformen Wirkung zeigen“, sagt die Deutsche Rentenversicherung. Sie präsentierte am Mittwoch aktuelle Daten, die der Rente mit 67 neuen Aufwind geben könnten und auf der anderen Seite herbe Kritik ernten.

Zu den Zahlen: Das Renteneintrittsalter von Frauen lag 2009 bei 62,9 Jahren. Dieser Wert hat sich auf 63,3 Jahre verschoben. Männer gehen im Schnitt mit 63,8 Jahren in den Ruhestand (2009: 63,5 Jahre). Differenziert man diese Zahlen nach Ost und West, zeigt sich ein nicht ganz so einheitliches Bild. Der Anstieg des Renteneintrittsalters ist in erster Linie auf die Entwicklung in den alten Bundesländern zurückzuführen. Während der Wert bei den Frauen im Osten der Republik bei 61,6 Jahren stagnierte, stieg er im Westen von 63,2 auf 63,6 Jahre. Noch deutlicher werden die Unterschiede bei den Männern: Im Osten sank das Alter, ab dem der Ruhestand genossen wird, minimal von 63,1 auf 62,9 Jahre, wohingegen Männer in den neuen Bundesländern etwas länger arbeiteten – bis 63,9 Jahre (2009: 63,6 Jahre).

Die Daten der Deutschen Rentenversicherung scheinen auf den ersten Blick bestens dazu geeignet, die Rente mit 67 zu rechtfertigen. Doch genau davor warnen sowohl die Gewerkschaften als auch die Fraktion der Linken. Klaus Wiesehügel, Chef der IG-BAU erklärte gegenüber der Welt: „Wer im Alter jahrelang arbeitslos ist, dem nützt der durchschnittlich spätere Renteneintritt nichts.“ Hinzu komme, so der Linke-Vorsitzende Klaus Ernst, dass viele den Schritt hinauszögerten, „um dauerhafte Abschläge auf ihr Ruhegeld zu vermeiden“. Die wenigsten seien noch erwerbstätig je näher sie an das Alter von 65 Jahren kommen.

Dem widersprechen die Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA). „Es gibt einen Trend, dass mehr Ältere länger als früher beschäftigt sind“, betont die BA in Nürnberg. 2005 lag die Quote der erwerbstätigen 50- bis 65-Jährigen bei 62 Prozent. Bis 2009 stieg dieser Wert auf 70 Prozent. Dazu beigetragen habe unter anderem, dass viele Unternehmen angesichts des Fachkräftemangels wieder auf die Erfahrung älterer Beschäftigter setzen. Das wird auch nötig sein, um die Rente mit 67 zu realisieren. Der Startschuss für die schrittweise Anpassung fällt im kommenden Jahre. 2029 soll die Rente mit 67 dann Realität sein.

Die Teuerungsrate macht Rentnern zu schaffen

Juli 7th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente, Statistik

0,99 Prozent mehr Rente seit dem 1. Juli und trotzdem weniger Geld im Portemonnaie. Das Problem: Die Rente hält nicht Schritt mit den Lebenshaltungskosten. Berücksichtigt man die höheren Ausgaben für Lebensmittel und Energie, steht für die 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner seit 2001 ein Minus von satten sieben Prozent unter dem Strich. Die Linkspartei, die eine entsprechende Anfrage an die Bundesregierung gestellt hatte, mahnt daher: „Auf Deutschland rollt eine Welle der Altersarmut zu.“

Um das Dilemma zu konkretisieren: Unberücksichtigt aller weiteren Faktoren steht bei der Rente ein jährliches Plus von rund 0,82 Prozent zu Buche. Zieht man davon die Kranken- und Pflegeversicherung ab, bleiben immerhin noch 0,56 Prozent. Dieser Wert rutscht ganz schnell in die roten Zahlen, wenn die Teuerungsrate von 1,36 Prozent pro Jahr eingerechnet wird. Für den Chef der Linken, Klaus Ernst, steht daher fest: „Wenn die Renten weiter in dem Tempo sinken, dann liegt die Durchschnittsrente in zehn Jahren unter der Grundsicherung.“ Seine Partei fordert daher einer Mindestrente und eine neue Rentenformel mit Schutz vor Inflationsverlusten.

Dazu müssten die bisherigen Regeln aufgebrochen und neu formuliert werden. Die Rente ist per Gesetz an die Lohnentwicklung gekoppelt. Darauf macht die Bundesregierung aufmerksam und erklärt, dass es auch beim Lohn keinen Sicherheitsmechanismus gegen die Folgen der Inflation gebe. Das bekommen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchaus zu spüren. In den vergangenen Jahren waren sie gleich mehrfach von Reallohnverlusten betroffen. Ein weiteres Argument, mit dem die Regierung auf die Kritik reagiert, ist die Rentengarantie: „Die Renten sind momentan höher, als sie es ohne Schutzklausel wären.“

Zufriedenstellend ist diese Antwort nicht, zumal sie keinerlei Lösungen umfasst. Der Deutsche Gewerkschaftsbund nennt sie daher „zynisch“. Der Sozialverband geht noch einen Schritt weiter und präsentiert eigene Zahlen, wonach Rentner seit 2004 einen Kaufkraftverlust von bis zu zehn Prozent hinnehmen mussten. Für dieses Jahr liegt der Wert bei 1,3 Prozent. Ganz so untätig wie es scheint ist die Regierung jedoch nicht. Sie wird – wie berichtet – nach der Sommerpause den „Regierungsdialog Rente“ starten. Ziel ist ein Gesetz zur Vermeidung von Altersarmut, das unter der Leitung von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf den Weg gebracht werden soll. Die SPD arbeitet derweil an einem Gesamtkonzept samt Sockelrente.

Männer beziehen durchschnittlich 1.042 Euro Rente

Juni 30th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Rente, Statistik

Ab morgen, 1. Juli, steigt die Rente um 0,99 Prozent, und auch im kommenden Jahr scheint es weiter bergauf zu gehen. Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung und einer vollen Rentenkasse ist zu Juli 2012 eine Anpassung um etwa 1,3 Prozentpunkte möglich. Freuen dürfen sich darüber aktuell 20,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Wie hoch die Altersbezüge durchschnittlich sind, hat die Bild-Zeitung im Laufe dieser Woche veröffentlicht. Der nach Bundesländern sortierte Rentenatlas zeigt, wo Ruheständler – rein statistisch, versteht sich – das meiste Geld erhalten.

Vorweg ein paar Daten: Männer gehen im Schnitt mit 63,8 Jahren in den Ruhestand und beziehen rund 16,2 Jahre Rente. Frauen arbeiten bis zum Alter von 63,3 und erhalten ihre Altersbezüge etwa 20,9 Jahre lang ausgezahlt. Im Bundesdurchschnitt umfassen die staatlichen Rentenleistungen 1.042 Euro pro Monat bei Männern und 750 Euro monatlich bei Frauen.

Hier der Rentenatlas:
Hamburg: 1.059 Euro Männer / 817 Euro Frauen
Schleswig Holstein: 1.017 Euro / 702 Euro
Bremen: 1.026 Euro / 740 Euro
Niedersachsen: 1.019 Euro / 687 Euro
Hessen: 1.053 Euro / 718 Euro
Nordrhein-Westfalen:: 1.103 Euro / 712 Euro
Rheinland-Pfalz: 1.014 Euro / 651 Euro
Saarland: 1.090 Euro / 661 Euro
Baden-Württemberg: 1.061 Euro / 728 Euro
Mecklenburg-Vorpommern: 976 Euro / 865 Euro
Brandenburg: 1.023 Euro / 890 Euro
Sachsen: 1.045 Euro / 901 Euro
Bayern: 989 Euro / 695 Euro
Thüringen: 1.011 Euro / 887 Euro
Sachsen-Anhalt: 1.017 Euro / 879 Euro
Berlin (West): 973 Euro / 834 Euro
Berlin (Ost): 1.107 Euro / 968 Euro

Rentenbeitrag könnte 2012 sinken

Juni 23rd, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente

Das sind mal gute Nachrichten für Rentner und Beitragszahler: Wie die Deutsche Rentenversicherung Bund gestern mitteilte, bestehen angesichts der guten konjunkturellen Entwicklung und der Wirtschaftsannahme der Bundesregierung durchaus Chancen, dass der Beitragssatz im kommenden Jahr von derzeit 19,9 auf 19,8 Prozent (bezogen auf den Bruttolohn) gesenkt und die Renten zum 1. Juli 2012 um etwa 1,3 Prozent angehoben werden.

Dass die Wirtschaft wieder brummt, macht sich auch in der Rentenkasse bemerkbar. Die Rücklagen sind, so die Vorsitzende des Bundesvorstandes der Rentenversicherung, Annelie Buntenbach, im zurückliegenden Jahr auf 18,6 Milliarden Euro angewachsen. Das entspricht einem Plus von 2,1 Milliarden Euro. Der Trend hält nach wie vor an und spülte in den ersten Monaten dieses Jahr 4,4 Prozent mehr Einnahmen aus Pflichtbeiträgen in die Kassen. Ersten Hochrechnungen zufolge erwartet die Rentenversicherung zum Jahresende einen Überschuss von etwa zwei Milliarden Euro. Da die Rücklage in dem Fall die Obergrenze von 1,5 Monatsausgaben übersteigt, ist der Weg frei für eine Senkung des Beitragssatzes.

Annelie Buntenbach, gleichsam Vorstandsmitglied beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), mahnt allerdings zur Vorsicht. Sie empfiehlt, die Überschüsse nicht leichtsinnig zu verpulvern. Die Beitragsentlastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sei erfreulich. Dieser Schritt dürfe aber nicht die Bemühungen im Kampf gegen die künftig stark steigende Altersarmut gefährden. Sinnvoller sei es, den neuen finanziellen Spielraum eben jenem Kampf gegen die wachsende Altersarmut zu widmen. Insbesondere die Rentenleistungen von Geringverdienern und Erwerbsgeminderten müssten verbessert werden. Im gleichen Atemzug fordert sie einen Stopp der Rente mit 67. Auf der anderen Seite erklärte Karl Schiewerling, rentenpolitischer Sprecher der CDU, gegenüber der Rheinischen Post: „Ich kann keinen Grund erkennen, warum wir den Beitragssatz nicht senken sollten.“

Wirtschaftsweiser: Gefahr der Altersarmut wächst

Juni 16th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente

In die Diskussion um das Thema Altersarmut hat sich jetzt auch der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, eingeschaltet. Gegenüber der „Welt am Sonntag“ erklärte er: „Die veränderten Erwerbsbiografien werden dazu führen, dass sich das Armutsrisiko im Alter künftig dramatisch verschärft.“ Probleme sieht er darüber hinaus bei Selbstständigen, die keine Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse zahlen und nicht ausreichend privat vorsorgen. Sein Appell: ein Nachweis zum Rentenversicherungsschutz.

Noch zeigen die aktuellen Statistiken und Studien kein höheres Armutsrisiko bei Senioren. Den Grund sieht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) darin, dass immer mehr über 64-Jährige in Partnerschaften leben und somit die laufenden Kosten teilen. Anfang der 90er Jahre traf das auf nur 50 Prozent der Rentnerinnen und Rentner zu. Seither stieg die Quote der Paarhaushalte auf gut zwei Drittel. Das dämpfe das Risiko der Altersarmut, so Markus Grabka vom DIW. Armut drohe, sobald einem Haushalt weniger als 60 Prozent des sogenannten Medianeinkommens der Gesamtbevölkerung zur Verfügung stehen (935 Euro monatlich bei Singles, Stand 2009).

Die Vorteile eines gemeinsamen Haushaltes werden, langfristig gesehen, allerdings durch die sinkenden Renten wieder relativiert. Bestandsrentner bezogen 2009 laut einer Studie des DIW ein um 150 Euro (Westdeutschland) bzw. 220 Euro (Ostdeutschlands) höheres Entgelt als Neurentner. Diese Differenz hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt und wird Prognosen zufolge noch weiter wachsen. Ein weiteres Ergebnis aus dem DIW-Berichts zeigt, wie es um die finanzielle Situation der neuen Rentnergeneration bestellt ist: Im Westen der Republik liegen die Bezüge eines männlichen Neurentners bei durchschnittlich 820 Euro.

Regierungsdialog Rente wird ins Leben gerufen

Juni 9th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News, Politik, Rente

Altersarmut ist ein hässliches Wort. Es impliziert eine ungewisse Zukunft und drohende finanzielle Sorgen. Gleichsam schürt es Ängste. Nachdem aufgrund von Hochrechnungen und Vermutungen immer wieder vor einem deutlichen Anstieg der Altersarmut gewarnt wird, hat sich der Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe näher mit den Fakten befasst. „Altersarmut ist derzeit kein verbreitetes Phänomen in Deutschland, dennoch muss die zukünftige Entwicklung sorgfältig beobachtet werden“, lautet das Ergebnis.

Bedürftige erhielten seit 2001 eine Grundsicherung. Dazu stellte ein Regierungssprecher klar: „Wer Grundsicherung bezieht, ist nicht arm.“ Die „wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte“ würden durch die Grundsicherung nicht gefährdet. Vielmehr gewährleiste sie eine „würdige und unabhängige Existenz“. In Anspruch genommen werde die Grundsicherung seit 2008 von rund 400.000 Menschen, darunter mehr Frauen als Männer und mehr Menschen aus den neuen als aus den alten Bundesländern. Diese Zahl habe sich seither kaum verändert.

Eine künftige Entwicklung könne allerdings nicht begründet vorhergesagt werden. Gleichwohl sehe die Regierung „durchaus das Risiko eines Anstiegs“. Hinter dieser Aussage stehen zum einen die Arbeitslosenzahlen in den neuen Bundesländern, zum anderen die unvollständige Absicherung von Selbstständigen. Um für Zukunft besser gerüstet zu sein, wird im Sommer deshalb der „Regierungsdialog Rente“ in Leben gerufen.

Begrüßt wird dieser Schritt von allen Parteien. In der Einschätzung der Situation gibt es jedoch gravierende Unterschiede. Die CDU erinnert daran, dass viele Bürger überhaupt keine Altersvorsorge betreiben. In die gleiche Kerbe schlägt die FDP. Sie rät daher, nicht am „Ende des Lebens“ anzusetzen, sondern schon vorher. „Wir dürfen die Situation nicht dramatisieren, trotzdem gibt es Bedürftigkeit im Alter“, heißt es vonseiten Bündnis 90/Die Grünen. Sie plädieren für eine Garantierente.

Eher düster ist der Ausblick, den SPD und Linke wagen. Gebrochene Erwerbsverläufe würden eine katastrophale Entwicklung der Rente ergeben, warnen die Sozialdemokraten. Untermauert wird die Prognose von der Fraktion Die Linke. 7,3 Millionen Menschen hätten 2009 einen Minijob ausgeübt und damit nur minimale oder gar keine Rentenansprüche. Das führe schon jetzt dazu, dass am Ende des Monats immer mehr ältere Frauen zur Bahnhofsmission gingen, weil sie schämten, bei den Ämtern um Hilfe zu bitten.

Die Wirtschaftsweisen fordern Rente mit 69

Mai 19th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente

Die Rente mit 67 steht noch im Raum und nach wie vor unter Beschuss, da gehen die Wirtschaftsweisen mit einer Forderung an die Öffentlichkeit, die nur auf wenig Gegenliebe stößt: die Rente mit 69.

Konkret spricht sich der Sachverständigenrat dafür aus, das Renteneintrittsalter wie geplant ab 2012 schrittweise bis 2029 auf 67 Jahre anzuheben. In zwei weiteren Stufen müsse die Lebensarbeitszeit im Jahr 2045 auf 68 und 2060 auf 69 Jahre steigen – auch für Beamte. Während Bundeskanzlerin die Anregung als „wertvolle und wichtige“ Grundlage bezeichnet, fordert Linken-Parteichef Klaus Ernst die Abschaffung des Rates.

Dass die Rente mit 67 vermutlich nicht ausreichen wird, um den demographischen Wandel und die damit verbundenen Schwierigkeiten aufzufangen, hat die EU bereits vor Monaten in einem ihrer Papiere fixiert. Eine längere Lebensarbeit sei zwingend nötig, weil auf Dauer immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssten. Das gefährde die Sozialkassen. Werde nicht zeitnah reagiert, so die Wirtschaftsweisen, drohe eine Staatsverschuldung von 270 Prozent. Aktuell liegt der Wert bei 80 Prozent. Zum Vergleich: Griechenland soll, so vorsichtige Prognosen, 2013 eine Schuldenstandquote von 160 Prozent haben.

Den Vorstoß der SPD, die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 um drei Jahre zu verschieben und dann zu prüfen, ob die Voraussetzungen stimmen, lehnen die Wirtschaftsweisen grundlegend ab. Sie mahnen, dass man keine Zeit verlieren dürfe. Gleichwohl räumen sie Ausnahmeregelungen für körperlich hart arbeitende Beschäftigte ein, zum Beispiel Bauarbeiter und Krankenschwestern. Sollten sich die Ideen durchsetzen, wäre die Generation betroffen, die nach 1991 geboren wurde.

Das Echo auf die Rente mit 69 fällt noch heftiger aus als das auf die Rente mit 67. Elke Ferner, SPD-Fraktionsvize, nennt den Vorschlag „einfach absurd“ und bescheinigt den Wirtschaftsweisen „unglaubliche Fähigkeiten zu haben, wenn sie 2011 schon wissen, wie das Renteneintrittsalter im Jahr 2060 sein soll“. Auch Karl Schwiewerling von der CDU und Heinrich Kolb von der FDP halten die Prognosen für verfrüht. So weit reiche seine Glaskugel nicht, so Schiewerling. Der DGB ist weniger zurückhaltend. Der Chef der Region Frankfurt/Rhein-Main, Harald Fiedler, hält die Herren Wirtschaftsweisen für „verkalkt“ und fordert die Rückkehr zur Rente mit 65.

Rentenansprüche in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften

Mai 12th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am Dienstag entschieden: Schwule und Lesben, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, haben den gleichen Anspruch auf Rente wie Heterosexuelle, die verheiratet sind (Rechtssache C-147/081). Damit gaben die Luxemburger Richter einem ehemaligen Angestellten der Stadt Hamburg recht, dem eine günstigere Steuerklasse und damit eine um 302,11 Euro höhere Rente verweigert worden war. Diese Praxis bei der Rentenberechnung gleichgeschlechtlicher Lebenspartner wertete der EuGH als „Diskriminierung wegen der sexuellen Ausrichtung“.

Der Kläger war 40 Jahre lang als Verwaltungsangestellter bei der Stadt Hamburg tätig, schied 1990 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst aus und lebt seit 1969 ununterbrochen mit seinem Partner zusammen. Als sich 2001 auch in der Bundesrepublik die Möglichkeit ergab, eine eingetragene Partnerschaft einzugehen, wagten die beiden den Schritt. Das Anliegen, die Ruhestandbezüge aufgrund der geänderten Lebensumstände neu zu berechnen, lehnte die Hansestadt jedoch ab. Daraufhin landete der Fall vor Gericht. Jetzt ist es Aufgabe des Amtsgerichtes, das Urteil umzusetzen.

Die Richter begründen ihre Entscheidung damit, dass es „keinen ins Gewicht fallenden rechtlichen Unterschied“ mehr zwischen einer Ehe und einer eingetragenen Partnerschaft gebe. Beide Formen des Zusammenlebens würden sich immer mehr angleichen. Hinzu komme, dass es für Schwule und Lesben in der Bundesrepublik keinerlei Möglichkeit zur Hochzeit gebe. Diese Option besteht derzeit nur in den Niederlanden, Schweden, Spanien und Portugal.

Rentnerinnen und Rentner, die sich in der gleichen Situation befinden wie der Kläger aus Hamburg, sollten ihre Ansprüche prüfen lassen und sich dabei auf das Grundsatzurteil aus Luxemburg berufen, bei dem keine Berufung eingelegt werden kann. Für die Bundesländer heißt das jetzt: Sie müssen ihre Gleichstellungsgesetze nachbessern und dafür sorgen, dass Personen in gleichgeschlechtlichen, eingetragenen Partnerschaften die gleichen Rentenansprüche haben wie Verheiratete. Dass der Lesben- und Schwulenverband das Urteil aus Luxemburg begrüßt, dürfte also nicht verwundern.

Altersvorsorge ist für viele nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln

April 28th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, Rente, Statistik

Die Fondsgesellschaft Fidelity International hat den Bundesbürgern auf den Zahn gefühlt und nachgehakt, wie es um das Wissen zur gesetzlichen Rente, der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge bestellt ist. Die Ergebnisse sind erschreckend und zeigen, so der Sprecher der Geschäftsführung, Christian Wrede: „Bisherige Altersvorsorge-Kampagnen haben die Deutschen offensichtlich nicht erreicht. Knapp 90 Prozent verlassen sich noch immer auf die gesetzliche Rente, die aufgrund des demografischen Wandels den Wohlstand von heute in der Zukunft aber nicht mehr sichern wird.“

Das größte Problem ist die falsche Einschätzung der künftigen Rentenhöhe. Die Mehrheit der Deutschen rechnet damit, im Ruhestand 60 Prozent des aktuellen Nettolohns ausgezahlt zu bekommen. 40 Prozent hoffen nach wie vor auf deutlich höhere Bezüge von 80 bis 100 Prozent. Damit sind sie weit von realistischen Zahlen entfernt. Bereits 2007 hatte der Fidelity-Real-Index (Renten- und Alterssicherungs-Index) ergeben, dass im Schnitt 56 Prozent des Einkommens als Rente gewährt werden. Damit ergibt sich eine Deckungslücke von 44 Prozent, die in nächster Zeit noch weiter wachsen wird.

Die Konsequenz müsste eigentlich sein, selbst aktiv zu werden und private Altersvorsorge zu betreiben. Diesbezüglich sind die Bundesbürger allerdings eher träge. Insbesondere die jüngere Generation weiß zwar sehr genau, dass sie mit einer Versorgungslücke zu rechnen hat. „Die Aufklärungsarbeit scheint hier erste Wirkung zu zeigen“, so Wrede. Die Zahl derer, die mit einer Riester-Rente oder anderen Produkten für das Alter sparen, stagniert allerdings. 31 Prozent der Umfrageteilnehmer – durchgeführt wurde die Studie vom Psephos Institut für Markt-, Politik- und Sozialforschung – sind ohne Fahrschein unterwegs und sorgen nicht bzw. noch nicht privat vor.

„Bei der betrieblichen Altersvorsorge klaffen Realität und Wahrnehmung noch weiter auseinander“, warnt Fidelity International. Viele (74 Prozent) gehen davon aus, dass die betriebliche Vorsorge einen der wichtigsten Bestandteile der Altersvorsorgestrategie darstellt. Tatsache ist, dass die Bezüge gerade einmal vier Prozent des Gesamteinkommens von Rentnerinnen und Rentner ausmachen. Wünschenswert wäre ein Anteil von 25 bis 30 Prozent, wie er in den Niederlanden erreicht wird. Das Fazit lautet entsprechend: „Die deutschen Erwerbstätigen wissen weder, wie hoch ihre Rente sein wird, noch kennen sie den seit Jahren empfohlenen Dreiklang der Altersvorsorge.“