Die Teuerungsrate macht Rentnern zu schaffen
Juli 7th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente, Statistik0,99 Prozent mehr Rente seit dem 1. Juli und trotzdem weniger Geld im Portemonnaie. Das Problem: Die Rente hält nicht Schritt mit den Lebenshaltungskosten. Berücksichtigt man die höheren Ausgaben für Lebensmittel und Energie, steht für die 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner seit 2001 ein Minus von satten sieben Prozent unter dem Strich. Die Linkspartei, die eine entsprechende Anfrage an die Bundesregierung gestellt hatte, mahnt daher: „Auf Deutschland rollt eine Welle der Altersarmut zu.“
Um das Dilemma zu konkretisieren: Unberücksichtigt aller weiteren Faktoren steht bei der Rente ein jährliches Plus von rund 0,82 Prozent zu Buche. Zieht man davon die Kranken- und Pflegeversicherung ab, bleiben immerhin noch 0,56 Prozent. Dieser Wert rutscht ganz schnell in die roten Zahlen, wenn die Teuerungsrate von 1,36 Prozent pro Jahr eingerechnet wird. Für den Chef der Linken, Klaus Ernst, steht daher fest: „Wenn die Renten weiter in dem Tempo sinken, dann liegt die Durchschnittsrente in zehn Jahren unter der Grundsicherung.“ Seine Partei fordert daher einer Mindestrente und eine neue Rentenformel mit Schutz vor Inflationsverlusten.
Dazu müssten die bisherigen Regeln aufgebrochen und neu formuliert werden. Die Rente ist per Gesetz an die Lohnentwicklung gekoppelt. Darauf macht die Bundesregierung aufmerksam und erklärt, dass es auch beim Lohn keinen Sicherheitsmechanismus gegen die Folgen der Inflation gebe. Das bekommen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchaus zu spüren. In den vergangenen Jahren waren sie gleich mehrfach von Reallohnverlusten betroffen. Ein weiteres Argument, mit dem die Regierung auf die Kritik reagiert, ist die Rentengarantie: „Die Renten sind momentan höher, als sie es ohne Schutzklausel wären.“
Zufriedenstellend ist diese Antwort nicht, zumal sie keinerlei Lösungen umfasst. Der Deutsche Gewerkschaftsbund nennt sie daher „zynisch“. Der Sozialverband geht noch einen Schritt weiter und präsentiert eigene Zahlen, wonach Rentner seit 2004 einen Kaufkraftverlust von bis zu zehn Prozent hinnehmen mussten. Für dieses Jahr liegt der Wert bei 1,3 Prozent. Ganz so untätig wie es scheint ist die Regierung jedoch nicht. Sie wird – wie berichtet – nach der Sommerpause den „Regierungsdialog Rente“ starten. Ziel ist ein Gesetz zur Vermeidung von Altersarmut, das unter der Leitung von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf den Weg gebracht werden soll. Die SPD arbeitet derweil an einem Gesamtkonzept samt Sockelrente.
