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Die Teuerungsrate macht Rentnern zu schaffen

Juli 7th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente, Statistik

0,99 Prozent mehr Rente seit dem 1. Juli und trotzdem weniger Geld im Portemonnaie. Das Problem: Die Rente hält nicht Schritt mit den Lebenshaltungskosten. Berücksichtigt man die höheren Ausgaben für Lebensmittel und Energie, steht für die 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner seit 2001 ein Minus von satten sieben Prozent unter dem Strich. Die Linkspartei, die eine entsprechende Anfrage an die Bundesregierung gestellt hatte, mahnt daher: „Auf Deutschland rollt eine Welle der Altersarmut zu.“

Um das Dilemma zu konkretisieren: Unberücksichtigt aller weiteren Faktoren steht bei der Rente ein jährliches Plus von rund 0,82 Prozent zu Buche. Zieht man davon die Kranken- und Pflegeversicherung ab, bleiben immerhin noch 0,56 Prozent. Dieser Wert rutscht ganz schnell in die roten Zahlen, wenn die Teuerungsrate von 1,36 Prozent pro Jahr eingerechnet wird. Für den Chef der Linken, Klaus Ernst, steht daher fest: „Wenn die Renten weiter in dem Tempo sinken, dann liegt die Durchschnittsrente in zehn Jahren unter der Grundsicherung.“ Seine Partei fordert daher einer Mindestrente und eine neue Rentenformel mit Schutz vor Inflationsverlusten.

Dazu müssten die bisherigen Regeln aufgebrochen und neu formuliert werden. Die Rente ist per Gesetz an die Lohnentwicklung gekoppelt. Darauf macht die Bundesregierung aufmerksam und erklärt, dass es auch beim Lohn keinen Sicherheitsmechanismus gegen die Folgen der Inflation gebe. Das bekommen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchaus zu spüren. In den vergangenen Jahren waren sie gleich mehrfach von Reallohnverlusten betroffen. Ein weiteres Argument, mit dem die Regierung auf die Kritik reagiert, ist die Rentengarantie: „Die Renten sind momentan höher, als sie es ohne Schutzklausel wären.“

Zufriedenstellend ist diese Antwort nicht, zumal sie keinerlei Lösungen umfasst. Der Deutsche Gewerkschaftsbund nennt sie daher „zynisch“. Der Sozialverband geht noch einen Schritt weiter und präsentiert eigene Zahlen, wonach Rentner seit 2004 einen Kaufkraftverlust von bis zu zehn Prozent hinnehmen mussten. Für dieses Jahr liegt der Wert bei 1,3 Prozent. Ganz so untätig wie es scheint ist die Regierung jedoch nicht. Sie wird – wie berichtet – nach der Sommerpause den „Regierungsdialog Rente“ starten. Ziel ist ein Gesetz zur Vermeidung von Altersarmut, das unter der Leitung von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf den Weg gebracht werden soll. Die SPD arbeitet derweil an einem Gesamtkonzept samt Sockelrente.

Rentenbeitrag könnte 2012 sinken

Juni 23rd, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente

Das sind mal gute Nachrichten für Rentner und Beitragszahler: Wie die Deutsche Rentenversicherung Bund gestern mitteilte, bestehen angesichts der guten konjunkturellen Entwicklung und der Wirtschaftsannahme der Bundesregierung durchaus Chancen, dass der Beitragssatz im kommenden Jahr von derzeit 19,9 auf 19,8 Prozent (bezogen auf den Bruttolohn) gesenkt und die Renten zum 1. Juli 2012 um etwa 1,3 Prozent angehoben werden.

Dass die Wirtschaft wieder brummt, macht sich auch in der Rentenkasse bemerkbar. Die Rücklagen sind, so die Vorsitzende des Bundesvorstandes der Rentenversicherung, Annelie Buntenbach, im zurückliegenden Jahr auf 18,6 Milliarden Euro angewachsen. Das entspricht einem Plus von 2,1 Milliarden Euro. Der Trend hält nach wie vor an und spülte in den ersten Monaten dieses Jahr 4,4 Prozent mehr Einnahmen aus Pflichtbeiträgen in die Kassen. Ersten Hochrechnungen zufolge erwartet die Rentenversicherung zum Jahresende einen Überschuss von etwa zwei Milliarden Euro. Da die Rücklage in dem Fall die Obergrenze von 1,5 Monatsausgaben übersteigt, ist der Weg frei für eine Senkung des Beitragssatzes.

Annelie Buntenbach, gleichsam Vorstandsmitglied beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), mahnt allerdings zur Vorsicht. Sie empfiehlt, die Überschüsse nicht leichtsinnig zu verpulvern. Die Beitragsentlastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sei erfreulich. Dieser Schritt dürfe aber nicht die Bemühungen im Kampf gegen die künftig stark steigende Altersarmut gefährden. Sinnvoller sei es, den neuen finanziellen Spielraum eben jenem Kampf gegen die wachsende Altersarmut zu widmen. Insbesondere die Rentenleistungen von Geringverdienern und Erwerbsgeminderten müssten verbessert werden. Im gleichen Atemzug fordert sie einen Stopp der Rente mit 67. Auf der anderen Seite erklärte Karl Schiewerling, rentenpolitischer Sprecher der CDU, gegenüber der Rheinischen Post: „Ich kann keinen Grund erkennen, warum wir den Beitragssatz nicht senken sollten.“

Wirtschaftsweiser: Gefahr der Altersarmut wächst

Juni 16th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente

In die Diskussion um das Thema Altersarmut hat sich jetzt auch der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, eingeschaltet. Gegenüber der „Welt am Sonntag“ erklärte er: „Die veränderten Erwerbsbiografien werden dazu führen, dass sich das Armutsrisiko im Alter künftig dramatisch verschärft.“ Probleme sieht er darüber hinaus bei Selbstständigen, die keine Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse zahlen und nicht ausreichend privat vorsorgen. Sein Appell: ein Nachweis zum Rentenversicherungsschutz.

Noch zeigen die aktuellen Statistiken und Studien kein höheres Armutsrisiko bei Senioren. Den Grund sieht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) darin, dass immer mehr über 64-Jährige in Partnerschaften leben und somit die laufenden Kosten teilen. Anfang der 90er Jahre traf das auf nur 50 Prozent der Rentnerinnen und Rentner zu. Seither stieg die Quote der Paarhaushalte auf gut zwei Drittel. Das dämpfe das Risiko der Altersarmut, so Markus Grabka vom DIW. Armut drohe, sobald einem Haushalt weniger als 60 Prozent des sogenannten Medianeinkommens der Gesamtbevölkerung zur Verfügung stehen (935 Euro monatlich bei Singles, Stand 2009).

Die Vorteile eines gemeinsamen Haushaltes werden, langfristig gesehen, allerdings durch die sinkenden Renten wieder relativiert. Bestandsrentner bezogen 2009 laut einer Studie des DIW ein um 150 Euro (Westdeutschland) bzw. 220 Euro (Ostdeutschlands) höheres Entgelt als Neurentner. Diese Differenz hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt und wird Prognosen zufolge noch weiter wachsen. Ein weiteres Ergebnis aus dem DIW-Berichts zeigt, wie es um die finanzielle Situation der neuen Rentnergeneration bestellt ist: Im Westen der Republik liegen die Bezüge eines männlichen Neurentners bei durchschnittlich 820 Euro.

Regierungsdialog Rente wird ins Leben gerufen

Juni 9th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News, Politik, Rente

Altersarmut ist ein hässliches Wort. Es impliziert eine ungewisse Zukunft und drohende finanzielle Sorgen. Gleichsam schürt es Ängste. Nachdem aufgrund von Hochrechnungen und Vermutungen immer wieder vor einem deutlichen Anstieg der Altersarmut gewarnt wird, hat sich der Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe näher mit den Fakten befasst. „Altersarmut ist derzeit kein verbreitetes Phänomen in Deutschland, dennoch muss die zukünftige Entwicklung sorgfältig beobachtet werden“, lautet das Ergebnis.

Bedürftige erhielten seit 2001 eine Grundsicherung. Dazu stellte ein Regierungssprecher klar: „Wer Grundsicherung bezieht, ist nicht arm.“ Die „wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte“ würden durch die Grundsicherung nicht gefährdet. Vielmehr gewährleiste sie eine „würdige und unabhängige Existenz“. In Anspruch genommen werde die Grundsicherung seit 2008 von rund 400.000 Menschen, darunter mehr Frauen als Männer und mehr Menschen aus den neuen als aus den alten Bundesländern. Diese Zahl habe sich seither kaum verändert.

Eine künftige Entwicklung könne allerdings nicht begründet vorhergesagt werden. Gleichwohl sehe die Regierung „durchaus das Risiko eines Anstiegs“. Hinter dieser Aussage stehen zum einen die Arbeitslosenzahlen in den neuen Bundesländern, zum anderen die unvollständige Absicherung von Selbstständigen. Um für Zukunft besser gerüstet zu sein, wird im Sommer deshalb der „Regierungsdialog Rente“ in Leben gerufen.

Begrüßt wird dieser Schritt von allen Parteien. In der Einschätzung der Situation gibt es jedoch gravierende Unterschiede. Die CDU erinnert daran, dass viele Bürger überhaupt keine Altersvorsorge betreiben. In die gleiche Kerbe schlägt die FDP. Sie rät daher, nicht am „Ende des Lebens“ anzusetzen, sondern schon vorher. „Wir dürfen die Situation nicht dramatisieren, trotzdem gibt es Bedürftigkeit im Alter“, heißt es vonseiten Bündnis 90/Die Grünen. Sie plädieren für eine Garantierente.

Eher düster ist der Ausblick, den SPD und Linke wagen. Gebrochene Erwerbsverläufe würden eine katastrophale Entwicklung der Rente ergeben, warnen die Sozialdemokraten. Untermauert wird die Prognose von der Fraktion Die Linke. 7,3 Millionen Menschen hätten 2009 einen Minijob ausgeübt und damit nur minimale oder gar keine Rentenansprüche. Das führe schon jetzt dazu, dass am Ende des Monats immer mehr ältere Frauen zur Bahnhofsmission gingen, weil sie schämten, bei den Ämtern um Hilfe zu bitten.

Verbraucherschützer fordern eine grundlegende Reform der Riester-Rente

Mai 26th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News

Provisionen für den Verkauf von Finanzprodukten sind dem Verbraucherzentrale Bundesverband ein Dorn im Auge, insbesondere bei der Riester-Rente. Deshalb hatte der VZBV schon vor zwei Jahren den Vorschlag unterbreitet, dass die Finanzagentur des Bundes als Anbieter der staatlich geförderten Altersvorsorge auftreten und günstigere Policen anbieten könnte. Seinerzeit blieb die Idee ohne Echo. Ob der erneute Vorstoß der Verbraucherschützer auf mehr Gegenliebe stößt, bleibt abzuwarten.

Gerd Billen, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, hat jedenfalls sowohl Finanzminister Wolfgang Schäuble als auch Sozialministerin Ursula von der Leyen vorgeschlagen, über die Finanzagentur eine kostengünstige Riester-Rente einzuführen. Dabei beruft sich Billen auf aktuelle Zahlen und mahnt, dass gerade diejenigen, die auf die Förderung angewiesen seien, derzeit noch nicht erreicht würden. „In Deutschland haben 37 Millionen Bürger Anspruch auf Riester-Zulagen, doch nur 14,6 Millionen haben eine Förderung beantragt“, zitiert die Financial Times Deutschland den VZBV-Chef.

Ihm schwebt ein Modell vor, wie es in Schweden bereits praktiziert wird: Jeder Angestellte zahlt automatisch in einen staatlich gemanagten Fonds ein; oder nutzt eine privatwirtschaftliche Alternative, wenn er der Ansicht ist, das Geld sei an anderer Stelle besser investiert. Eine solche Lösung wünschen sich die Verbraucherschützer auch für die Bundesrepublik. Ihre Hoffnungen ruhen auf der Zusage der Regierung, die Riester-Rente zu überarbeiten. Gerd Billen sieht darin die Gelegenheit, „die Altersvorsorge grundsätzlich zu reformieren“. Mit ersten Ergebnissen rechnet der VZBV im Herbst.

Der eigentliche Wunsch lautet schlichtweg, das Produkt nicht länger durch hohe Kosten zu belasten. Da der Vertrieb vor allem auf eine „auskömmliche Provision“ achte, sei es unwahrscheinlich, dass sich „Angebote hoher Qualität“ durchsetzen. Aktuell zehrten die Kosten die Zulagen weitgehend auf. Das sei umso problematischer, da die Riester-Rente kein Sahnehäubchen darstelle, sondern „einen existenziell notwendigen Ausgleich sinkender gesetzlicher Rentenansprüche“. Das verpflichte den Staat, für effiziente Lösungen zu sorgen. Schließlich kalkuliert auch die Regierung mit den Leistungen der Riester-Rente. Sie geht von 130 Euro pro Monat aus, die jeder Rentner in zehn Jahren aus einer Riester-Police bezieht.

Die Wirtschaftsweisen fordern Rente mit 69

Mai 19th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente

Die Rente mit 67 steht noch im Raum und nach wie vor unter Beschuss, da gehen die Wirtschaftsweisen mit einer Forderung an die Öffentlichkeit, die nur auf wenig Gegenliebe stößt: die Rente mit 69.

Konkret spricht sich der Sachverständigenrat dafür aus, das Renteneintrittsalter wie geplant ab 2012 schrittweise bis 2029 auf 67 Jahre anzuheben. In zwei weiteren Stufen müsse die Lebensarbeitszeit im Jahr 2045 auf 68 und 2060 auf 69 Jahre steigen – auch für Beamte. Während Bundeskanzlerin die Anregung als „wertvolle und wichtige“ Grundlage bezeichnet, fordert Linken-Parteichef Klaus Ernst die Abschaffung des Rates.

Dass die Rente mit 67 vermutlich nicht ausreichen wird, um den demographischen Wandel und die damit verbundenen Schwierigkeiten aufzufangen, hat die EU bereits vor Monaten in einem ihrer Papiere fixiert. Eine längere Lebensarbeit sei zwingend nötig, weil auf Dauer immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssten. Das gefährde die Sozialkassen. Werde nicht zeitnah reagiert, so die Wirtschaftsweisen, drohe eine Staatsverschuldung von 270 Prozent. Aktuell liegt der Wert bei 80 Prozent. Zum Vergleich: Griechenland soll, so vorsichtige Prognosen, 2013 eine Schuldenstandquote von 160 Prozent haben.

Den Vorstoß der SPD, die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 um drei Jahre zu verschieben und dann zu prüfen, ob die Voraussetzungen stimmen, lehnen die Wirtschaftsweisen grundlegend ab. Sie mahnen, dass man keine Zeit verlieren dürfe. Gleichwohl räumen sie Ausnahmeregelungen für körperlich hart arbeitende Beschäftigte ein, zum Beispiel Bauarbeiter und Krankenschwestern. Sollten sich die Ideen durchsetzen, wäre die Generation betroffen, die nach 1991 geboren wurde.

Das Echo auf die Rente mit 69 fällt noch heftiger aus als das auf die Rente mit 67. Elke Ferner, SPD-Fraktionsvize, nennt den Vorschlag „einfach absurd“ und bescheinigt den Wirtschaftsweisen „unglaubliche Fähigkeiten zu haben, wenn sie 2011 schon wissen, wie das Renteneintrittsalter im Jahr 2060 sein soll“. Auch Karl Schwiewerling von der CDU und Heinrich Kolb von der FDP halten die Prognosen für verfrüht. So weit reiche seine Glaskugel nicht, so Schiewerling. Der DGB ist weniger zurückhaltend. Der Chef der Region Frankfurt/Rhein-Main, Harald Fiedler, hält die Herren Wirtschaftsweisen für „verkalkt“ und fordert die Rückkehr zur Rente mit 65.

Rentenansprüche in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften

Mai 12th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am Dienstag entschieden: Schwule und Lesben, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, haben den gleichen Anspruch auf Rente wie Heterosexuelle, die verheiratet sind (Rechtssache C-147/081). Damit gaben die Luxemburger Richter einem ehemaligen Angestellten der Stadt Hamburg recht, dem eine günstigere Steuerklasse und damit eine um 302,11 Euro höhere Rente verweigert worden war. Diese Praxis bei der Rentenberechnung gleichgeschlechtlicher Lebenspartner wertete der EuGH als „Diskriminierung wegen der sexuellen Ausrichtung“.

Der Kläger war 40 Jahre lang als Verwaltungsangestellter bei der Stadt Hamburg tätig, schied 1990 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst aus und lebt seit 1969 ununterbrochen mit seinem Partner zusammen. Als sich 2001 auch in der Bundesrepublik die Möglichkeit ergab, eine eingetragene Partnerschaft einzugehen, wagten die beiden den Schritt. Das Anliegen, die Ruhestandbezüge aufgrund der geänderten Lebensumstände neu zu berechnen, lehnte die Hansestadt jedoch ab. Daraufhin landete der Fall vor Gericht. Jetzt ist es Aufgabe des Amtsgerichtes, das Urteil umzusetzen.

Die Richter begründen ihre Entscheidung damit, dass es „keinen ins Gewicht fallenden rechtlichen Unterschied“ mehr zwischen einer Ehe und einer eingetragenen Partnerschaft gebe. Beide Formen des Zusammenlebens würden sich immer mehr angleichen. Hinzu komme, dass es für Schwule und Lesben in der Bundesrepublik keinerlei Möglichkeit zur Hochzeit gebe. Diese Option besteht derzeit nur in den Niederlanden, Schweden, Spanien und Portugal.

Rentnerinnen und Rentner, die sich in der gleichen Situation befinden wie der Kläger aus Hamburg, sollten ihre Ansprüche prüfen lassen und sich dabei auf das Grundsatzurteil aus Luxemburg berufen, bei dem keine Berufung eingelegt werden kann. Für die Bundesländer heißt das jetzt: Sie müssen ihre Gleichstellungsgesetze nachbessern und dafür sorgen, dass Personen in gleichgeschlechtlichen, eingetragenen Partnerschaften die gleichen Rentenansprüche haben wie Verheiratete. Dass der Lesben- und Schwulenverband das Urteil aus Luxemburg begrüßt, dürfte also nicht verwundern.

Neuerungen bei der Riester-Rente

Mai 5th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News, Politik

Die Riester-Rente hat in den vergangenen Wochen für einigen Wirbel und negative Schlagzeilen gesorgt. Der Grund war die Kontrolle der Zulagenberechtigung. Sie führte bei vielen Sparern dazu, dass ihnen die staatlichen Zuschüsse wieder gestrichen wurden. Der Vorwurf, das Regelwerk sei zu kompliziert und für Laien nicht verständlich genug, ließ nicht lange auf sich warten. Das hat auch die Politik hellhörig werden lassen. Die Reaktion folgte prompt in Form eines Gesetzesentwurfs. Ziel: Die Riester-Rente soll einfacher werden. Damit einhergehend sind unter Umständen höhere Eigenbeiträge nötig.

Ab 2012 sollen auch nicht berufstätige, kinderlose Ehepartner, die bislang keine eigenen Beiträge zahlen mussten und dennoch die volle Zulage erhielten, den Mindesteigenbeitrag von 60 Euro (fünf Euro pro Monat) in den Riester-Vertrag einzahlen. Damit wird vor allem einem Problem vorgegriffen: Häufig wurde nach der Geburt eines Kindes übersehen, dass die Frau drei Jahre rentenversichert und damit auch in puncto Riester-Rente beitragspflichtig ist. Wurden die neuen Familienverhältnisse bzw. Lebensumstände nicht gemeldet und dementsprechend kein Beitrag gezahlt, zog die Zentrale Zulagenstelle die bereits gezahlten Zuschüsse wieder ab. Dadurch ging mehr Geld verloren, als an Beiträgen verlangt worden wäre.

Familien, die davon betroffen sind, können jetzt aufatmen. Der Gesetzentwurf sieht zwar vor, den vollen Zulagenanspruch künftig nur noch zu gewähren, wenn eigene Beiträge überwiesen werden. Heißt: Der beitragsfreie Zulagenanspruch von Ehegatten entfällt. Dafür soll es jetzt auch möglich sein, den Mindesteigenbeitrag von 60 Euro pro Jahr nachträglich zu zahlen. Diese Option, nachträglich noch aktiv zu werden, bestand bislang nicht. Das hat viele Sparer verärgert. Die neue Lösung soll, so Finanzminister Wolfgang Schäuble und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, vor allem Familien helfen, „die das Richtig tun und mit der Riester-Rente zusätzlich für das Alter vorsorgen“.

Bundeskabinett billigt Rentenerhöhung

April 14th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in News, Politik, Rente

Jetzt ist es amtlich: Die Rente steigt im Juli – wie bereits im März angekündigt – um 0,99 Prozent. Das Bundeskabinett hat die Anpassung und damit die Vorlage von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Mittwoch gebilligt. Grundlage für die Rentenerhöhung ist die recht erfreuliche Entwicklung bei den Gehältern und Löhnen im vergangenen Jahr. Allerdings kommt den 20 Millionen Rentnerinnen und Rentnern diese Entwicklung nicht in voller Höhe zugute. Regulär hätten sie ein Rentenplus von 1,99 Prozent erwarten dürfen, wären da nicht die Überhänge aus der Rentengarantie, die jetzt ausgeglichen werden müssen.

Die Garantie hat die Ruheständler in der Vergangenheit vor Rentenkürzungen bewahrt. Durch diesen Sicherheitsanker liegen die Zahlungen aktuell 3,81 Prozent (Westen) bzw. 1,83 Prozent (Osten) höher, als sie mit Rentenminderung gewesen wären. Deshalb wird gekappt, insbesondere um die junge Generation der Beitragszahler nicht zu überlasten, so Ursula von der Leyen. Konkret sieht das so aus, dass die rechnerisch mögliche Rentenerhöhung einfach halbiert wird. Statt der 1,99 gibt es nur 0,99 Prozent. Laut Arbeitsministerium müssen die Rentnerinnen und Rentner auch in den kommenden Jahren damit rechnen, immer nur mit 50 Prozent am Aufschwung beteiligt zu werden, bis die Überhänge abgebaut sind.

Freudensprünge über die höhere Rente sind nicht zu erwarten, schon gar nicht mit Blick auf die Inflation. Die Anpassung bewegt sich auf einem Niveau deutlich unterhalb der aktuellen Teuerungsrate von 2,1 Prozent. Letztlich geht also weiterhin Kaufkraft verloren. „Mini-Rentenerhöhung“, nennt es der Deutsche Gewerkschaftsbund und mahnt, dass Rentner aufgrund der Inflation „am Ende ein deutliches Minus im Portemonnaie zu spüren bekommen“. Ähnlich argumentiert auch Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbandes Deutschlands. Das Plus bei den Löhnen und Gehältern sei ideal gewesen, um den „fortwährenden Kaufkraftverlust der Rente endlich zu bremsen“.

Garantiezins für Lebensversicherungen sinkt

Februar 24th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News

Jetzt ist es amtlich: Die Garantieverzinsung von Lebensversicherungen wird zum 1. Januar 2012 von aktuell 2,25 auf 1,75 Prozent gesenkt. Damit erfolgt der schon lange angekündigte Schritt zwar erst ein halbes Jahr später als ursprünglich geplant. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass kapitalbildende Lebensversicherungen spürbar an Attraktivität verlieren werden. Daher stellt sich die Frage: Lohnen sich die Policen überhaupt noch als Baustein für die private Altersvorsorge?

Aus Sicht des Bundes der Versicherten (BdV) waren Lebensversicherungen noch nie wirklich ideal, um ein Vermögen aufzubauen. Thorsten Rudnik bezeichnet sie vielmehr als „unrentabel und intransparent“ und betont: „Eine klassische Lebensversicherung lohnt sich schon jetzt nicht mehr“. Er befürchtet, dass die Branche in den kommenden Wochen und Monaten vermehrt die Werbetrommel rühren wird, um noch vor Jahresende möglichst viele Neuverträge unter Dach und Fach zu bringen. Verbraucher sollten sich allerdings nicht unter Druck setzen lassen und genau überlegen, ob ein Vertrag für sie überhaupt infrage kommt.

Denn bezogen auf die Rendite gibt die Lebensversicherung kein besonders gutes Bild ab – sagt zumindest der BdV. Er beziffert den Gewinn mit knapp einem Prozentpunkt. Entscheidend sei die Sparquote. Sie beziffert den Anteil des Beitrags, der tatsächlich angelegt wird. Gute Verträge kommen auf einen Wert von etwa 90 Prozent. Auf der anderen Seite gebe es aber viele Policen, deren Sparquote mit 70 Prozent vergleichsweise schlecht ist. Von 100 Euro Beitrag, die ein Kunde monatlich investiert, blieben unter Berücksichtigung aller Kosten nur 70 Euro für die Vorsorge. Verzinst würde dementsprechend auch nur dieser Betrag. Hinzu kommt eine nicht garantierte Überschusszahlung. „Da kann sich jeder selbst ausrechnen, was dabei herauskommt“, stellt Thorsten Rudnik klar.

Wenn bereits eine Lebensversicherung vorhanden ist, sollten die Beiträge auch weiterhin gezahlt werden. Denn eine Kündigung gehe mit hohen Kosten und meistens auch Verlusten einher. Von neuen Verträgen rät der Bund der Versicherten, wie bereits erwähnt, hingegen ab. Als Alternative raten die Experten zur staatlich geförderten Riester-Rente und der betrieblichen Altersvorsorge, um ein Polster für den Ruhestand zu schaffen.