Archive for the ‘Altersvorsorge’ Category

Frauen nehmen die private Vorsorge oft zu spät in Angriff

März 10th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge

Der Rentenanspruch von Frauen liegt bei durchschnittlich 540 Euro und ist damit nur halb so hoch wie bei Männern. Das liegt zum einen an den „unterbrochenen Erwerbsbiografien“, bedingt durch die Erziehung der Kinder oder die Pflege von Angehörigen. Zum anderen verdienen Frauen in der Regel weniger als Männer. Diese Faktoren müssen bei der Gestaltung der privaten Altersvorsorge berücksichtigt werden, ebenso die längere Lebenserwartung. Andrea Weidauer, Zielgruppen Managerin bei der Allianz, rät daher in einem Interview mit der Welt: „Frauen müssen aktiv werden und sich um ihre Finanzen kümmern.“

Entscheidend sei, so die Expertin, eine ganzheitliche, auf die Lebenssituation und die Lebensplanung bezogene Beratung, ohne sich auf einzelne Produkte zu versteifen. Lösungen von der Stange, die häufig bei Standardberatungen geboten würden, verfehlten meistens das Ziel und gingen am Bedarf von Frauen vorbei. Des Weiteren empfiehlt Andrea Weidauer, die Verträge regelmäßig zu prüfen. „Das Leben tritt selten auf der Stelle“, betont sie. Deshalb seien gegebenenfalls Anpassungen nötig, zum Beispiel bei einer Hochzeit oder der Geburt des ersten Kindes. Als sinnvoll bezeichnet die Vorsorge-Expertin daher Lösungen, die Frauen genügend Flexibilität bieten – ob durch Beitragsfreistellungen bei Rentenpolicen oder eine Erhöhung der Leistung bei Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Im Rahmen der privaten Vorsorge sieht Andrea Weidauer vor allem vier typische Fehler: Frauen warteten zu lange, ehe sie das Heft selbst in die Hand nehmen und sich um die Altersvorsorge kümmern. Dadurch verspielten sie den Zinseszinseffekt und verbauten sich die Chance auf günstigere Beiträge, wenn sie sich gegen Berufsunfähigkeit absichern wollen. Zudem scheuten Frauen Aktien und Fonds, obwohl Wertpapiere gerade langfristig betrachtet höhere Renditen versprechen. Auch die Tatsache, dass in Familien nur selten eine Risikolebensversicherung für die Frau abgeschlossen werde und nach der Geburt des Kindes die Vorsorgeverträge häufig stillgelegt würden, stuft die Zielgruppen-Managerin als Fehlentscheidungen ein. Besser sei es, darauf zu achten, dass beide Elternteile gleichermaßen abgesichert sind.

Garantiezins für Lebensversicherungen sinkt

Februar 24th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News

Jetzt ist es amtlich: Die Garantieverzinsung von Lebensversicherungen wird zum 1. Januar 2012 von aktuell 2,25 auf 1,75 Prozent gesenkt. Damit erfolgt der schon lange angekündigte Schritt zwar erst ein halbes Jahr später als ursprünglich geplant. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass kapitalbildende Lebensversicherungen spürbar an Attraktivität verlieren werden. Daher stellt sich die Frage: Lohnen sich die Policen überhaupt noch als Baustein für die private Altersvorsorge?

Aus Sicht des Bundes der Versicherten (BdV) waren Lebensversicherungen noch nie wirklich ideal, um ein Vermögen aufzubauen. Thorsten Rudnik bezeichnet sie vielmehr als „unrentabel und intransparent“ und betont: „Eine klassische Lebensversicherung lohnt sich schon jetzt nicht mehr“. Er befürchtet, dass die Branche in den kommenden Wochen und Monaten vermehrt die Werbetrommel rühren wird, um noch vor Jahresende möglichst viele Neuverträge unter Dach und Fach zu bringen. Verbraucher sollten sich allerdings nicht unter Druck setzen lassen und genau überlegen, ob ein Vertrag für sie überhaupt infrage kommt.

Denn bezogen auf die Rendite gibt die Lebensversicherung kein besonders gutes Bild ab – sagt zumindest der BdV. Er beziffert den Gewinn mit knapp einem Prozentpunkt. Entscheidend sei die Sparquote. Sie beziffert den Anteil des Beitrags, der tatsächlich angelegt wird. Gute Verträge kommen auf einen Wert von etwa 90 Prozent. Auf der anderen Seite gebe es aber viele Policen, deren Sparquote mit 70 Prozent vergleichsweise schlecht ist. Von 100 Euro Beitrag, die ein Kunde monatlich investiert, blieben unter Berücksichtigung aller Kosten nur 70 Euro für die Vorsorge. Verzinst würde dementsprechend auch nur dieser Betrag. Hinzu kommt eine nicht garantierte Überschusszahlung. „Da kann sich jeder selbst ausrechnen, was dabei herauskommt“, stellt Thorsten Rudnik klar.

Wenn bereits eine Lebensversicherung vorhanden ist, sollten die Beiträge auch weiterhin gezahlt werden. Denn eine Kündigung gehe mit hohen Kosten und meistens auch Verlusten einher. Von neuen Verträgen rät der Bund der Versicherten, wie bereits erwähnt, hingegen ab. Als Alternative raten die Experten zur staatlich geförderten Riester-Rente und der betrieblichen Altersvorsorge, um ein Polster für den Ruhestand zu schaffen.

Deutsche sind Vorsorgemuffel

Februar 17th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News, Statistik

Im EU-Vergleich sind die Bundesbürger eher Vorsorgemuffel. Mit 3.900 Euro, die jährlich in die private Altersvorsorge investiert werden, landen sie auf dem vorletzten Platz. Nur der Ruhestands-Sparstrumpf der Franzosen ist noch dünner. In ihm landen Jahr für Jahr gerade einmal 2.100 Euro. Den Spitzenplatz nimmt die Schweiz mit 7.900 Euro ein. Das sind die Ergebnisse des Axa Ruhestand-Barometers. Für die Studie hat die Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK) 13.123 Personen in 13 Ländern befragt.

„Die Deutschen gelten gemeinhin als fleißige Sparer. Geht es jedoch um langfristige Vorsorge fürs Alter, füttern sie ihr Sparschwein mit eher mäßigem Eifer“, erklärt der Versicherungskonzern in einer Pressemitteilung. Nur 46 Prozent legen regelmäßig ein paar Euro auf die hohe Kante. 20 Prozent sorgen gar nicht vor. Dabei ließe sich die drohende Rentenlücke, so die Axa, bei einem frühzeitigen Einstieg und dank des Zinseszinseffektes schon mit überschaubaren Beträgen verringern.

Interessant ist der Blick auf die Motivationsfaktoren, warum und wann die Altersvorsorge in Angriff genommen wird. In Deutschland scheint der Nachwuchs für die Initialzündung zu sorgen. Kinder sind für 39 Prozent der Erwerbstätigen der Hauptgrund, sich finanziell für das Alter abzusichern. In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen steigt die Quote sogar auf 50 Prozent. Ähnlich verhält es sich auch in Frankreich und Spanien. Der „runde Geburtstag“, der in Japan 58 Prozent der Menschen veranlasst, mit der Vorsorge zu beginnen, ist in der Bundesrepublik hingegen völlig ohne Belang.

Durchaus positiv bewerten lässt sich die Tatsache, dass 62 Prozent der Deutschen ungefähr wissen, mit welcher gesetzlichen Rente sie später rechnen können. Diesbezüglich sind die Bundesbürger Spitzenreiter. Dass trotz des Wissens um die Lücke nicht früh genug oder zu wenig gespart wird, ist daher völlig unverständlich. „Im Jahr 2007 hatten bereits 72 Prozent mit Anfang 30 vorgesorgt, heute sind es nur noch 46 Prozent“, sagt die Axa. Das heißt, dass sich über 50 Prozent der jüngeren Erwerbstätigen noch gar nicht mit dem Thema Vorsorge befasst haben. Die Versicherung spricht hier von einer deutlichen „Diskrepanz zwischen Wissen und Wollen“.

Vorzeitigen Renteneintritt früh planen

Februar 10th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, Rente

Vorzeitig in Rente zu gehen und den Ruhestand schon mit 60 oder 62 Jahren genießen zu können – davon träumen viele. Damit das Vorhaben nicht zum Albtraum gerät, empfiehlt Barbara Rück von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, sich rechtzeitig mit dem Thema zu befassen und die nötigen Maßnahmen zu ergreifen. „Am besten ist es, sich schon ab einem Alter von 50 Jahren damit zu beschäftigen. Mit 60 Jahren kann es dafür schon zu spät sein“, so der Tipp der Expertin.

Der erste Schritt sei immer, sich mit der Deutschen Rentenversicherung in Verbindung zu setzen und über die wichtigsten Fakten informieren zu lassen. Das ist zum einen der Termin für den frühestmöglichen Renteneintritt. Punkt zwei sind die Abschläge, mit denen gerechnet werden muss, wenn der Ausstieg aus dem Erwerbsleben ein paar Jahre früher erfolgen soll. Aufbauend auf diesen Zahlen kann dann geplant und gerechnet werden. Entscheidend ist der Einkommensbedarf. Dabei gelte, erklärt Barbara Rück: „Nicht immer braucht man als Rentner weniger Geld.“ Denn auch teure Hobbys oder Reisen müssten berücksichtigt werden.

Auf der anderen Seite reduzieren sich die Ausgaben im Rentenalter, weil die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz sowie die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung entfallen. Das heißt: Es müssen alle Faktoren in die Rechnung einfließen, um einigermaßen zuverlässige Werte zu erhalten. Die Lücke, die sich dann zwischen der gesetzlichen Rente, möglichen privaten Renten und dem Bedarf ergibt, gilt es zu schließen. Die Regel, „je früher man damit beginnt, desto besser ist“, greift auch hier. Welche Anlageform infrage kommt, richtet sich nach der individuellen Risikobereitschaft. Auch im Alter ideal, so die Verbraucherschützer: geförderte Produkte, wie zum Beispiel die Riester-Rente.

Vorsorge ist keine Frage des Alters

Januar 12th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge

Privat Vorsorge für den Ruhestand zu betreiben, ist keine Frage des Alters. Es kommt vielmehr auf die richtige Vorsorgestrategie an. Zwar wird immer wieder darauf hingewiesen, möglichst früh ein paar Euro auf die hohe Kante zu legen, um später die Rentenlücke füllen zu können. Doch auch mit 40 oder 50 Jahren ist es noch nicht zu spät dafür. Welche Optionen Sinn machen erklärte Hermann-Josef Tenhagen von der Zeitschrift „Finanztest“ im ZDF-Magazin „Volle Kanne“.

Grundsätzlich gilt nach wie vor: Wer den Grundstein für eine private Rente schon mit 20 Jahren – oder eher – legt, schafft sich ein solides Fundament. Der Ruhestand scheint in dem Alter zwar noch weit entfernt zu sein. Das Thema vor sich herzuschieben bringt allerdings nichts, zumal schon mit vergleichsweise geringen Beiträgen etwas bewegt werden kann. Angst vor einer zu hohen finanziellen Belastung ist also unbegründet. Empfohlen wird der jungen Generation eine Riester-Rente. Interessant sind dann vor allem die fondsgebundenen Varianten, die eine höhere Rendite versprechen. Infrage kommt auch der Wohn-Riester, wenn man später in eine Immobilie investieren möchte.

Die Riester-Rente ist auch das Produkt, das der Finanzexperte 40-Jährigen empfiehlt. Sein Rat lautet: Erst einmal die Möglichkeiten der staatlich geförderten Altersvorsorge nutzen, zu denen auch die betriebliche Vorsorge zählt. Wenn dann noch Luft ist und Kapital investiert werden kann, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Aus steuerlicher Sicht ist die Rürup-Rente bzw. Basis-Rente eine gute Wahl. Doch auch klassische Rentenversicherungen oder Fondssparpläne können das Vorsorgeportfolio abrunden.

Bei Arbeitnehmern, die kurz vor der Rente stehen, richtet es sich nach mehreren Kriterien, ob und in welcher Form privat vorgesorgt werden kann. Ist das Budget eher knapp, rät Hermann-Josef Tenhagen zu einem Riester-Banksparplan. Wenn mehr Geld angelegt werden kann, sollte man sich näher mit den Möglichkeiten der Rürup-Rente befassen. Keinen Sinn macht es, einen Vertrag zu unterschreiben, wenn die bisherigen Rentenansprüche so gering sind, dass man auf die Grundsicherung im Alter angewiesen sein wird. In dem Fall kommt es eher darauf an, die laufenden Ausgaben decken zu können.

Betriebliche Altersversorgung wird unterschätzt

Dezember 16th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) gehört neben der gesetzlichen Rente und der privaten Vorsorge zu den drei Säulen, auf denen eine optimale Vorsorgestrategie ruhen sollte. Das Problem: „Die Möglichkeiten der betrieblichen Altersversorgung werden bei weitem nicht erkannt und ausgeschöpft“, sagt die Ergo Lebensversicherung, bezugnehmend auf Umfragen von TNS Infratest und dem Beratungsinstitut Heute und Morgen.

Das Ergebnis der Studie hat selbst die Experten überrascht. Gerade einmal 29 Prozent der Befragten sorgen mit einer Betriebsrente vor. Dabei haben seit 2002 alle gesetzlich rentenversicherten Mitarbeiter einen Anspruch auf die sogenannte Entgeltumwandlung. Diese Tatsache ist 85 Prozent der Bundesbürger nicht einmal bewusst, obwohl 60 Prozent der Arbeitgeber, die an der Studie teilgenommen haben, bereits eine Betriebsrente anbieten. Einen kleinen Lichtblick gibt es dennoch: Immerhin möchte sich jeder zweite Arbeitsnehmer kurz- bis mittelfristig um die betriebliche Altersversorgung kümmern.

Mitarbeiter von größeren Betrieben haben es dabei deutlich einfacher. Gerade bei kleinen und mittelgroßen Firmen hapert es noch mit der bAV. Nur 37 Prozent räumen ihren Arbeitnehmern die Möglichkeit ein, zusätzlich für das Alter vorzusorgen. Trotz Steuervorteilen wollen viele Betriebe (62 Prozent), die (noch) keine bAV anbieten, auch künftig nicht aktiv werden. Damit verbauen sie sich und ihren Angestellten viele Chancen.

„Besonders mittelständische Unternehmen sollten sich klar darüber werden, dass eine voll oder teilweise arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente ein Vorteil im Wettbewerb um talentierte Arbeitskräfte ist“, erklärt Frank Neuroth vom Vorstand der Ergo Lebensversicherung AG. Hinzu kommt, dass sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer von Betrieben, in denen einen bAV geboten wird, rundum zufrieden sind.

Nachholbedarf haben aus Sicht der Experten vor allem kleinere Unternehmen mit bis zu vier Mitarbeitern. Nur knapp 25 Prozent dieser Firmen haben eine betriebliche Altersversorgung eingerichtet. Bei Unternehmen ab 100 Mitarbeitern sind es 75 Prozent. „Natürlich ist uns bewusst, dass es um ein relativ komplexes Altersvorsorgeprodukt geht“, sagt Neuroth, „dass die Wissenslücken jedoch so groß sind, hat uns überrascht.“ Der Ergo-Vorstand rät Arbeitnehmern daher, sich gezielt beraten zu lassen.

Riester-Zuschüsse rechtzeitig beantragen

Dezember 9th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge

Verglichen mit klassischen Renten- und Lebensversicherungen, ist die staatlich geförderte Riester-Rente zwar noch ein Jungspund – in puncto privater Altersvorsorge inzwischen aber unangefochten die Nummer eins auf der Beliebtheitsskala. Über 14 Millionen Bundesbürger riestern bereits und kommen so in den Genuss der Zulagen. Ärgerlich nur, wenn man vergisst, die Zuschüsse rechtzeitig zu beantragen.

Wer seit 2008 über eine Riester-Rente verfügt, sich bislang aber noch nicht um den Zulagenantrag gekümmert hat, muss sich sputen. Ende dieses Jahres läuft die Frist ab. Danach verfallen die Ansprüche auf die staatlichen Zuschüsse aus dem ersten Vertragsjahr. Der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Dr. Ralf Scherfling, erklärte dazu im Deutschlandfunk: „Grundsätzlich gilt, dass die Zulage innerhalb von zwei Jahren beantragt werden muss, sonst verfällt sie.“

Das passiert sehr oft, obwohl regelmäßig darauf hingewiesen wird, wie wichtig der Zulagenantrag ist. 2007 wurden eine Milliarde Euro „verschenkt“, weil viele Anspruchsberechtigte nach wie vor keinen Antrag stellen. Das entspricht fast 40 Prozent der Gesamtsumme, die der Staat für die Zuschüsse bereitstellt. Das Problem ist aus Sicht der Experten die mangelnde Information über die Riester-Rente und ihre Möglichkeiten. Das zeigt sich auch daran, dass zwar 35 Millionen Bundesbürger einen Vertrag abschließen könnten, bislang aber nur 14 Millionen aktiv geworden sind.

Selbst wenn nicht der volle Eigenbeitrag gezahlt werden kann – vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Einkommens des Vorjahres abzüglich der Zuschüsse – rentiert sich die Riester-Rente. Die Zulagen fließen dann zwar nur anteilig, aber immerhin. Die Grundzulage beträgt 154 Euro. Für Kinder, die vor 2008 geboren wurden, gibt es 185 Euro und für Kinder, die nach ab 2008 das Licht der Welt erblickten, 300 Euro. Berufsanfänger profitieren darüber hinaus von einem einmaligen Bonus in Höhe von 200 Euro.

Damit die Zuschüsse dem Riester-Renten-Konto gutgeschrieben werden, müssen allerdings nicht nur Beiträge gezahlt, sondern auch ein Antrag gestellt werden. Dafür reicht inzwischen ein sogenannter Dauerzulagenantrag. Das heißt, das Formular muss nur noch einmal ausgefüllt und an die Bank bzw. Versicherung geschickt werden. Von da kümmern sich die Unternehmen darum, dass alles seinen Gang geht. Lediglich bei Änderungen der Lebenssituation, wie zum Beispiel der Geburt eines Kindes, muss der Antrag entsprechend ergänzt und geändert werden.

Private Altersvorsorge lässt merklich nach

November 4th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge

Zweifel am gesetzlichen Rentensystem sind nicht neu, werden inzwischen aber immer öfter geäußert. Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank ergab, dass 37 Prozent der Bundesbürger fürchten, die Staatsverschuldung werde sich direkt auf ihren Ruhestand auswirken. 28 Prozent gehen zudem davon aus, dass die Rente später nicht reichen wird, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Soweit handelt es sich um ein weitgehend bekanntes Bild. Interessanterweise folgen daraus keine stärkeren Bemühungen um die private Altersvorsorge. Im Gegenteil: Die Deutschen ziehen sich eher zurück.

Die Notwendigkeit privater Vorsorge wird zwar erkannt und ist fast allen bewusst. Trotzdem werden die Ausgaben für Renten- und Lebensversicherungen sowie staatlich geförderte Produkte zum Teil recht deutlich zurückgefahren. Das widerspricht sich. Den Grund hierfür sieht Postbank-Vorstand Michael Meyer in der Finanz- und Wirtschaftskrise. „Ratlosigkeit, Apathie und Schockstarre“ seien auf die unsicheren Perspektiven zurückzuführen. Fast jeder fünfte Umfrageteilnehmer hat mittlerweile entweder die Beiträge für private Vorsorgemaßnahmen gekürzt oder die Verträge gleich ganz aufgelöst.

Dieser Trend lässt sich auch anhand der aktuellen Zahlen ablesen. In den neuen Bundesländern legen den Menschen für ihren Ruhestand rund 123 Euro monatlich auf die hohe Kante. Voriges Jahr waren es etwa 25 Prozent mehr. Im Westen zahlen Arbeitnehmer durchschnittlich 215 Euro pro Monat in private Rentenverträge ein. Ein Rückgang ist vor allem in der Altersgruppe der unter 50-Jährigen festzustellen. Sie haben ihre Bemühungen um zwölf Prozent zurückgeschraubt. Bei der Riester-Rente sind es die unter 30-Jährigen, die an der Reißleine ziehen. Insgesamt wollen derzeit nur knapp neun Prozent einen neuen Vertrag abschließen. Im Vergleichszeitraum 2008 waren es 23 Prozent. Denn nicht nur die staatliche, sondern auch die Riester-Rente wird zunehmend kritischer betrachtet.

Vorsorgeatlas belegt großen Informationsbedarf bei der Riester-Rente

Oktober 28th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News, Statistik

Die Deutschen verschenken Jahr für Jahr Geld, weil sie sich nicht an die „Spielregeln“ für die Riester-Rente halten. Das Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg hat im Auftrag der Anlagegesellschaft Union Investment genauer gerechnet und kommt auf rund eine Milliarde Euro jährlich. 2007 waren es zum Beispiel 977 Millionen Euro – und das in erster Linie aufgrund der Tatsache, dass schlichtweg kein Antrag für die staatlichen Zulagen gestellt wurde.

Papierkram ist ohne Zweifel eine nervige Angelegenheit. Bei der Riester-Rente kommt man allerdings nicht umhin, zumindest ein Formular, den sogenannten Dauerzulagenantrag, auszufüllen. Von da ab läuft alles automatisch und kümmert sich die Bank oder Versicherung darum, dass die Zuschüsse beantragt und ausgezahlt werden. Ein weiteres Problem: Die Möglichkeiten der staatlich geförderten Altersvorsorge werden nicht konsequent genug genutzt. Das heißt, der eigene Sparbeitrag fällt bei vielen geringer aus, als er müsste, um die volle Zulage zu erhalten. Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, mahnt daher: „Beide Aspekte sind von zentraler Bedeutung für die Höhe der zukünftigen Rente.“

Dabei ist das Prinzip der Riester-Rente relativ einfach: Einerseits müssen die Zulagen beantragt werden. Andererseits verlangt der Gesetzgeber, dass inklusive der Zuschüsse vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens des Vorjahres in den Vertrag eingezahlt werden. Diese Mindestgrenze haben 2007 viele unterschritten und damit auf insgesamt 313 Millionen Euro verzichtet. Deutlich mehr ist es aufgrund fehlender Anträge: 664 Millionen Euro. Die Gelder können zwar noch zwei Jahre später abgerufen werden. Für 2007 ist diese Frist allerdings schon abgelaufen. Das ist ärgerlich, betrifft aber viele. 25 Prozent haben in dem Jahr keinen Zulagenantrag gestellt. Insgesamt sind es 44 Prozent, die die Möglichkeiten der Riester-Rente nicht voll ausschöpfen.

Der Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge, Bernd Raffelhüschen, leitet daraus einen dringenden Handlungsbedarf ab. Die Sparer sollten zum einen den Dauerzulagenantrag nutzen. Zum anderen müsse die Sparrate jährlich mit dem Einkommen abgeglichen und angepasst werden, um kein Geld zu verschenken. Das gilt laut Studie besonders in den neuen Bundesländern, für Männer und jüngere Sparer. Diese Gruppen fallen durch eine vergleichsweise niedrige Beantragungsquote auf. Interessanterweise, das hat auch die Forscher überrascht, kümmern sich Personen mit geringem Einkommen eher darum, die Zulagen zu erhalten, als Besserverdiener.

Deutsche zweifeln an Sicherheit der Rente

Oktober 6th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, Rente, Statistik

Das Versprechen des ehemaligen Bundesarbeitsministers Norbert Blüm, „die Rente ist sicher“, hat inzwischen etwas von einem geflügelten Wort. Ob die Aussage jemals eine beruhigende Wirkung hatte, sei dahingestellt. Aktuell kann von Vertrauen in das gesetzliche Rentensystem jedenfalls keine Rede sein. Laut einer aktuellen Altersvorsorge-Umfrage des Allensbach Institutes in Zusammenarbeit mit der Postbank ist der Trend eindeutig: Immer mehr Bundesbürger zweifeln daran, dass die Rente oder private Vorsorgemodelle wirklich sicher sind.

Dazu beigetragen hat in erster Linie die Finanz- und Wirtschaftskrise. Sie erschütterte den Glauben an die Altersvorsorge allgemein und speziell an die gesetzliche Rente. Erklärten im vergangenen Jahr noch 53 Prozent der Berufstätigen die Rente für „besonders sicher“, sank die Quote jetzt auf 48 Prozent. Vor allem die jüngeren Beitragszahler im Alter von 16 bis 29 Jahren fühlen sich verunsichert. Das zeigt der drastische Rückgang derer, die dem Rentensystem trauen, von 51 auf nunmehr 35 Prozent. Lediglich die ältere Generation ab 50 Jahren sieht die Rente noch als besonders sicher an (62 Prozent).

Dieses Misstrauen zeigt sich auch bei der private Altersvorsorge. 46 Prozent glauben nicht, dass es eine wirklich sichere Alternative gibt. Andererseits erklärten 55 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass eine sichere Altersvorsorge „sehr glücklich“ mache. Konsequenterweise müsste entsprechend mehr in die Vorsorge investiert werden. Dem ist aber nicht so. Die Bereitschaft, auf andere Dinge zu verzichten oder sich einzuschränken, um intensiver vorsorgen zu können, hält sich in Grenzen. Nur 16 Prozent sind grundsätzlich dazu bereit. Selbst eine Lohnerhöhung wäre nur für sieben Prozent Anlass, die Vorsorgebemühungen zu intensivieren.