Frauen nehmen die private Vorsorge oft zu spät in Angriff
März 10th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in AltersvorsorgeDer Rentenanspruch von Frauen liegt bei durchschnittlich 540 Euro und ist damit nur halb so hoch wie bei Männern. Das liegt zum einen an den „unterbrochenen Erwerbsbiografien“, bedingt durch die Erziehung der Kinder oder die Pflege von Angehörigen. Zum anderen verdienen Frauen in der Regel weniger als Männer. Diese Faktoren müssen bei der Gestaltung der privaten Altersvorsorge berücksichtigt werden, ebenso die längere Lebenserwartung. Andrea Weidauer, Zielgruppen Managerin bei der Allianz, rät daher in einem Interview mit der Welt: „Frauen müssen aktiv werden und sich um ihre Finanzen kümmern.“
Entscheidend sei, so die Expertin, eine ganzheitliche, auf die Lebenssituation und die Lebensplanung bezogene Beratung, ohne sich auf einzelne Produkte zu versteifen. Lösungen von der Stange, die häufig bei Standardberatungen geboten würden, verfehlten meistens das Ziel und gingen am Bedarf von Frauen vorbei. Des Weiteren empfiehlt Andrea Weidauer, die Verträge regelmäßig zu prüfen. „Das Leben tritt selten auf der Stelle“, betont sie. Deshalb seien gegebenenfalls Anpassungen nötig, zum Beispiel bei einer Hochzeit oder der Geburt des ersten Kindes. Als sinnvoll bezeichnet die Vorsorge-Expertin daher Lösungen, die Frauen genügend Flexibilität bieten – ob durch Beitragsfreistellungen bei Rentenpolicen oder eine Erhöhung der Leistung bei Berufsunfähigkeitsversicherungen.
Im Rahmen der privaten Vorsorge sieht Andrea Weidauer vor allem vier typische Fehler: Frauen warteten zu lange, ehe sie das Heft selbst in die Hand nehmen und sich um die Altersvorsorge kümmern. Dadurch verspielten sie den Zinseszinseffekt und verbauten sich die Chance auf günstigere Beiträge, wenn sie sich gegen Berufsunfähigkeit absichern wollen. Zudem scheuten Frauen Aktien und Fonds, obwohl Wertpapiere gerade langfristig betrachtet höhere Renditen versprechen. Auch die Tatsache, dass in Familien nur selten eine Risikolebensversicherung für die Frau abgeschlossen werde und nach der Geburt des Kindes die Vorsorgeverträge häufig stillgelegt würden, stuft die Zielgruppen-Managerin als Fehlentscheidungen ein. Besser sei es, darauf zu achten, dass beide Elternteile gleichermaßen abgesichert sind.
