Archive for the ‘Altersvorsorge’ Category

Interesse an Riester-Rente lässt nach

Oktober 13th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News, Statistik

Zu kompliziert, zu bürokratisch: Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) fordert angesichts der stagnierenden Abschlusszahlen und des nachlassenden Interesses gerade junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Überarbeitung der Riester-Rente.

„Die Riester-Rente muss einfacher und verständlicher werden. Das gilt sowohl für Neuabschlüsse als auch während der Vertragslaufzeit“, mahnt DSGV-Präsident Heinrich Haasis. Förderung und Abwicklung der Verträge seien sowohl für Sparer als auch die Anbieter zu bürokratisch und oftmals nicht nachvollziehbar. Darüber hinaus wäre es wünschenswert und sinnvoll, wenn alle Bürgerinnen und Bürgern in den Kreis der Förderberechtigten einbezogen würden. Gleichwohl sieht der Deutsche Sparkassen- und Giroverband auch positive Entwicklungen, zum Beispiel die Möglichkeit, Eigenbeträge nachzuzahlen, und den Sockelbetrag von 60 Euro.

Die Forderungen des DSGV basieren auf einer Studie, die eher unerfreuliche Fakten zutage förderte. Die Riester-Rente, bislang Zugpferd bei der privaten Altersvorsorge, stagniert. „Der Anteil aller Riester-Berechtigten, die bereits einen Vertrag abgeschlossen haben, liegt mit 45 Prozent exakt auf dem Niveau des Vorjahrs“, heißt es in der Pressemitteilung des DSGV. Die eigentliche Zielgruppe der staatlich geförderten privaten Vorsorge, Geringerverdiener, kommt lediglich auf eine Quote von 36 Prozent. Einfachere Richtlinien könnten hier für neue Impulse sorgen, meint der Sparkassen und Giroverband. Das gilt auch für jüngere Kunden. Aktuell sind nur 33 Prozent der unter 30-Jährigen bereit, eine Riester-Rente abzuschließen. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 58 Prozent.

Stiftung Warentest vergleicht private Rentenversicherungen

September 22nd, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, Rente

Eine der Optionen, für das Alter vorzusorgen, ist die private Rentenversicherung. Sie wird im Vergleich zur Riester-Rente nicht gefördert, sondern lebt ausschließlich vom Garantiezins und den Überschüssen, die das Versicherungsunternehmen erwirtschaftet. Allzu vollmundigen Versprechen der Assekuranzen sollten Verbraucher dabei keinen Glauben schenken. Die Stiftung Warentest hat sich die Produkte näher angesehen und fand dabei hauptsächlich Policen, die in einzelnen Kategorien hervorstechen, aber nicht auf ganzer Linie überzeugen.

Grundsätzlich raten die Experten der Stiftung Warentest, wenn, dann jetzt eine private Rentenversicherung abzuschließen. Wer sich bereits mit dem Thema befasst hat und mit dem Gedanken spielt, privat mit einer Rentenpolice vorzusorgen, sollte noch in diesem Jahr Nägel mit Köpfen machen. Aktuell steht ein Garantiezins von 2,25 Prozent zu Buche. Ab 2012 sackt der Wert auf 1,75 Prozent. Das müsse nicht zwangsläufig zu einer schlechteren Rente führen. Allerdings: Der Zins ist im Gegensatz zur Überschussbeteiligung garantiert und damit sicher.

Bevor der Kugelschreiber gezückt wird, gilt es allerdings, die Angebote zu vergleichen. Der wichtigste Punkt bei einem solchen Versicherungsvergleich ist die garantierte Rente. Je niedriger sie ausfällt, desto höher sind die Kosten für den Vertrag und desto unrentabler ist die Police. Die Berechnungen der Stiftung Warentest zeigen, dass die Garantierenten teils deutlich auseinanderliegen. Musterkundin und Musterkunde sind jeweils 37 Jahre alt und zahlen 30 Jahre lang jeden Monat 100 Euro in die private Rentenversicherung ein. Die Frau darf mit einer Rente von 165 bis 188 Euro rechnen. Der Mann erhält 178 bis 204 Euro. Wird die Rente 25 Jahre lang bezogen, läge der Unterschied bei bis zu 7.800 Euro.

Die Garantierente floss ebenso wie der mögliche Überschuss – sprich der Anlageerfolg der Assekuranz – zu jeweils 40 Prozent in die Bewertung ein. Die Nase vorne hat, zumindest bei der Überschussbeteiligung, die Europa. Die rote Laterne ging an die Generali. Insgesamt wurden 72 Angebote von 36 Unternehmen näher unter die Lupe genommen. Wie wichtig die private Rentenversicherung für die Altersvorsorge ist, zeigt die Zahl der Policen. Aktuell gibt es rund 19 Millionen Verträge in der Bundesrepublik.

Riester-Rente: durchwachsene Bilanz

September 15th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, Statistik

Zum zehnten Geburtstag der Riester-Rente überreichte das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) keine Torte mit Kerzen, sondern eine Bilanz, die es in sich hat. Die Ergebnisse der auf den Zahlen von 2007 basierenden Untersuchung belegen, dass die staatlich geförderte private Altersvorsorge die hochgesteckten Erwartungen bislang nicht erfüllen konnte. Mehr noch: Die Zuschüsse und Steuervorteile sorgen für eine Mitnahme-Mentalität bei Besserverdienenden, wohingegen Niedrig- und Normalverdiener die Riester-Rente noch nicht konsequent nutzen. Die Zeitung „Die Welt“ spricht angesichts der Studie von einer „teuren Fehlkalkulation“.

Bislang riestern vor allem Familien mit Kindern unter 16 Jahren. Ihr Anteil liegt bei knapp 30 Prozent. Damit kann das nach Walter Riester benannte Rentenmodell zumindest einen Erfolg für sich verbuchen. „Das Ziel der Familienförderung wird erreicht“, sagt Studienautor Rainer Braun. Bei den Alleinerziehenden haben 20 Prozent einen Riester-Vertrag abgeschlossen, Singles und kinderlose Paare verzichten hingegen weitgehend auf die staatlich geförderte Privatrente. Sie kommen auf eine Quote von lediglich 15 Prozent. Erfreulich aus Sicht des DIA ist, dass sich zunehmend jüngere Menschen für die Riester-Rente entscheiden. Von den 18- bis 29-Jährigen nutzen 26 Prozent die Zulagen. Im Bundesdurchschnitt hat nur jeder fünfte Förderberechtigte einen Vertrag unterschrieben.

Anlass, sich um eine Riester-Rente zu kümmern, sind aus Sicht des DIA vor allem Schlüsselereignisse. Dazu zählen der erste Arbeitsvertrag, die Hochzeit, der gemeinsame Haushalt mit einem Partner oder die Geburt eines Kindes. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede, wenn nach Schulbildung differenziert wird. Verbraucher mit Hauptschulabschluss sorgen eher selten mit einer Riester-Rente vor (16 Prozent). Das Deutsche Institut für Altersvorsorge schließt daraus, dass der Bildungsstand mitverantwortlich dafür ist, wenn nicht mit einer Riester-Rente vorgesorgt wird. Hinzu kommen Sprachbarrieren. Fazit: Unwissenheit und auch Angst würden viele Menschen davon abhalten, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Experten raten daher, mehr Geld in die Information zu investieren, statt hohe Zulagen zu zahlen.

Regierungsdialog Rente wird ins Leben gerufen

Juni 9th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News, Politik, Rente

Altersarmut ist ein hässliches Wort. Es impliziert eine ungewisse Zukunft und drohende finanzielle Sorgen. Gleichsam schürt es Ängste. Nachdem aufgrund von Hochrechnungen und Vermutungen immer wieder vor einem deutlichen Anstieg der Altersarmut gewarnt wird, hat sich der Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe näher mit den Fakten befasst. „Altersarmut ist derzeit kein verbreitetes Phänomen in Deutschland, dennoch muss die zukünftige Entwicklung sorgfältig beobachtet werden“, lautet das Ergebnis.

Bedürftige erhielten seit 2001 eine Grundsicherung. Dazu stellte ein Regierungssprecher klar: „Wer Grundsicherung bezieht, ist nicht arm.“ Die „wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte“ würden durch die Grundsicherung nicht gefährdet. Vielmehr gewährleiste sie eine „würdige und unabhängige Existenz“. In Anspruch genommen werde die Grundsicherung seit 2008 von rund 400.000 Menschen, darunter mehr Frauen als Männer und mehr Menschen aus den neuen als aus den alten Bundesländern. Diese Zahl habe sich seither kaum verändert.

Eine künftige Entwicklung könne allerdings nicht begründet vorhergesagt werden. Gleichwohl sehe die Regierung „durchaus das Risiko eines Anstiegs“. Hinter dieser Aussage stehen zum einen die Arbeitslosenzahlen in den neuen Bundesländern, zum anderen die unvollständige Absicherung von Selbstständigen. Um für Zukunft besser gerüstet zu sein, wird im Sommer deshalb der „Regierungsdialog Rente“ in Leben gerufen.

Begrüßt wird dieser Schritt von allen Parteien. In der Einschätzung der Situation gibt es jedoch gravierende Unterschiede. Die CDU erinnert daran, dass viele Bürger überhaupt keine Altersvorsorge betreiben. In die gleiche Kerbe schlägt die FDP. Sie rät daher, nicht am „Ende des Lebens“ anzusetzen, sondern schon vorher. „Wir dürfen die Situation nicht dramatisieren, trotzdem gibt es Bedürftigkeit im Alter“, heißt es vonseiten Bündnis 90/Die Grünen. Sie plädieren für eine Garantierente.

Eher düster ist der Ausblick, den SPD und Linke wagen. Gebrochene Erwerbsverläufe würden eine katastrophale Entwicklung der Rente ergeben, warnen die Sozialdemokraten. Untermauert wird die Prognose von der Fraktion Die Linke. 7,3 Millionen Menschen hätten 2009 einen Minijob ausgeübt und damit nur minimale oder gar keine Rentenansprüche. Das führe schon jetzt dazu, dass am Ende des Monats immer mehr ältere Frauen zur Bahnhofsmission gingen, weil sie schämten, bei den Ämtern um Hilfe zu bitten.

Kritik an der Riester-Rente klingt nicht ab

Juni 2nd, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge

14,6 Millionen Riester-Verträge wurden seit Einführung der staatlich geförderten Altersvorsorge abgeschlossen. Ob wirklich jeder versteht, was er da unterschrieben hat, ist allerdings eher zweifelhaft. Denn viele Riester-Renten sind schlichtweg zu teuer und kosten teilweise sogar mehr als der Staat an Zulagen zahlt – sagt das Magazin Ökotest nach einem großen Riester-Renten-Vergleich. Unter die Lupe genommen wurden dazu rund 150 Angebote für klassischen Rentenversicherungen und fondsgebundene Produkte.

Unter dem Strich steht kein besonders erfreuliches Fazit. Die meisten Policen fielen bei der Untersuchung von Ökotest durch. „Nur eine Handvoll davon kann man Verbrauchern überhaupt empfehlen“, so Jürgen Stellpflug von Ökotest. Dabei handele es sich um die „besseren unter den schlechten“ Verträgen. Grund für das vernichtende Urteil sind die für Sparer kaum nachvollziehbaren Kostenstrukturen. Undurchsichtig und horrend hoch, sagen die Tester. Als Beispiel führen sie einen 35-jährigen Familienvater mit zwei Kindern an. Bis zur Rente mit 67 spendiert der Staat rund 10.000 Euro an Zulagen. Bei der klassischen Riester-Rente eines großen Konzerns stehen den Zuschüssen 8.900 Euro Gebühren gegenüber. Hätte der Kunde eine fondsgebundene Riester-Rente abgeschlossen, müsste er im ungünstigsten Fall sogar mit Kosten in Höhe von 18.600 Euro rechnen.

Wie hoch die Gebühren bei den einzelnen Verträgen sind, ist für Verbraucher bei Abschluss der Police kaum zu erkennen. Erst mit der ersten Jahresabrechnung folgt das böse Erwachen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg moniert daher: „Die Versicherer verschleiern die wahren Kosten – auch um Vergleiche mit der Konkurrenz zu vermeiden.“ Versicherungsmathematiker haben inzwischen 40 bis 50 Kostenarten ermittelt. Damit muss jetzt Schluss sein, fordern die Verbraucherschützer. Sie plädieren dafür, die Kosten zu deckeln, und bauen darauf, dass der Staat kostengünstige Produkte realisiert.

Das wird vorerst aber Wunschdenken bleiben. Vonseiten des Bundesfinanzministeriums hält man ein Produktinformationsblatt zur Riester-Rente für völlig ausreichend. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der die Ökotest-Kritik für überzogen hält, spricht sich darüber hinaus für eine Gesamtkostenquote aus, um die Verträge vergleichbar zu machen. Bliebe nach wie vor das Problem, das kaum jemand weiß, wie hoch die private Rente aus einem Riester-Vertrag später sein wird.

Verbraucherschützer fordern eine grundlegende Reform der Riester-Rente

Mai 26th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News

Provisionen für den Verkauf von Finanzprodukten sind dem Verbraucherzentrale Bundesverband ein Dorn im Auge, insbesondere bei der Riester-Rente. Deshalb hatte der VZBV schon vor zwei Jahren den Vorschlag unterbreitet, dass die Finanzagentur des Bundes als Anbieter der staatlich geförderten Altersvorsorge auftreten und günstigere Policen anbieten könnte. Seinerzeit blieb die Idee ohne Echo. Ob der erneute Vorstoß der Verbraucherschützer auf mehr Gegenliebe stößt, bleibt abzuwarten.

Gerd Billen, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, hat jedenfalls sowohl Finanzminister Wolfgang Schäuble als auch Sozialministerin Ursula von der Leyen vorgeschlagen, über die Finanzagentur eine kostengünstige Riester-Rente einzuführen. Dabei beruft sich Billen auf aktuelle Zahlen und mahnt, dass gerade diejenigen, die auf die Förderung angewiesen seien, derzeit noch nicht erreicht würden. „In Deutschland haben 37 Millionen Bürger Anspruch auf Riester-Zulagen, doch nur 14,6 Millionen haben eine Förderung beantragt“, zitiert die Financial Times Deutschland den VZBV-Chef.

Ihm schwebt ein Modell vor, wie es in Schweden bereits praktiziert wird: Jeder Angestellte zahlt automatisch in einen staatlich gemanagten Fonds ein; oder nutzt eine privatwirtschaftliche Alternative, wenn er der Ansicht ist, das Geld sei an anderer Stelle besser investiert. Eine solche Lösung wünschen sich die Verbraucherschützer auch für die Bundesrepublik. Ihre Hoffnungen ruhen auf der Zusage der Regierung, die Riester-Rente zu überarbeiten. Gerd Billen sieht darin die Gelegenheit, „die Altersvorsorge grundsätzlich zu reformieren“. Mit ersten Ergebnissen rechnet der VZBV im Herbst.

Der eigentliche Wunsch lautet schlichtweg, das Produkt nicht länger durch hohe Kosten zu belasten. Da der Vertrieb vor allem auf eine „auskömmliche Provision“ achte, sei es unwahrscheinlich, dass sich „Angebote hoher Qualität“ durchsetzen. Aktuell zehrten die Kosten die Zulagen weitgehend auf. Das sei umso problematischer, da die Riester-Rente kein Sahnehäubchen darstelle, sondern „einen existenziell notwendigen Ausgleich sinkender gesetzlicher Rentenansprüche“. Das verpflichte den Staat, für effiziente Lösungen zu sorgen. Schließlich kalkuliert auch die Regierung mit den Leistungen der Riester-Rente. Sie geht von 130 Euro pro Monat aus, die jeder Rentner in zehn Jahren aus einer Riester-Police bezieht.

Neuerungen bei der Riester-Rente

Mai 5th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News, Politik

Die Riester-Rente hat in den vergangenen Wochen für einigen Wirbel und negative Schlagzeilen gesorgt. Der Grund war die Kontrolle der Zulagenberechtigung. Sie führte bei vielen Sparern dazu, dass ihnen die staatlichen Zuschüsse wieder gestrichen wurden. Der Vorwurf, das Regelwerk sei zu kompliziert und für Laien nicht verständlich genug, ließ nicht lange auf sich warten. Das hat auch die Politik hellhörig werden lassen. Die Reaktion folgte prompt in Form eines Gesetzesentwurfs. Ziel: Die Riester-Rente soll einfacher werden. Damit einhergehend sind unter Umständen höhere Eigenbeiträge nötig.

Ab 2012 sollen auch nicht berufstätige, kinderlose Ehepartner, die bislang keine eigenen Beiträge zahlen mussten und dennoch die volle Zulage erhielten, den Mindesteigenbeitrag von 60 Euro (fünf Euro pro Monat) in den Riester-Vertrag einzahlen. Damit wird vor allem einem Problem vorgegriffen: Häufig wurde nach der Geburt eines Kindes übersehen, dass die Frau drei Jahre rentenversichert und damit auch in puncto Riester-Rente beitragspflichtig ist. Wurden die neuen Familienverhältnisse bzw. Lebensumstände nicht gemeldet und dementsprechend kein Beitrag gezahlt, zog die Zentrale Zulagenstelle die bereits gezahlten Zuschüsse wieder ab. Dadurch ging mehr Geld verloren, als an Beiträgen verlangt worden wäre.

Familien, die davon betroffen sind, können jetzt aufatmen. Der Gesetzentwurf sieht zwar vor, den vollen Zulagenanspruch künftig nur noch zu gewähren, wenn eigene Beiträge überwiesen werden. Heißt: Der beitragsfreie Zulagenanspruch von Ehegatten entfällt. Dafür soll es jetzt auch möglich sein, den Mindesteigenbeitrag von 60 Euro pro Jahr nachträglich zu zahlen. Diese Option, nachträglich noch aktiv zu werden, bestand bislang nicht. Das hat viele Sparer verärgert. Die neue Lösung soll, so Finanzminister Wolfgang Schäuble und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, vor allem Familien helfen, „die das Richtig tun und mit der Riester-Rente zusätzlich für das Alter vorsorgen“.

Altersvorsorge ist für viele nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln

April 28th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, Rente, Statistik

Die Fondsgesellschaft Fidelity International hat den Bundesbürgern auf den Zahn gefühlt und nachgehakt, wie es um das Wissen zur gesetzlichen Rente, der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge bestellt ist. Die Ergebnisse sind erschreckend und zeigen, so der Sprecher der Geschäftsführung, Christian Wrede: „Bisherige Altersvorsorge-Kampagnen haben die Deutschen offensichtlich nicht erreicht. Knapp 90 Prozent verlassen sich noch immer auf die gesetzliche Rente, die aufgrund des demografischen Wandels den Wohlstand von heute in der Zukunft aber nicht mehr sichern wird.“

Das größte Problem ist die falsche Einschätzung der künftigen Rentenhöhe. Die Mehrheit der Deutschen rechnet damit, im Ruhestand 60 Prozent des aktuellen Nettolohns ausgezahlt zu bekommen. 40 Prozent hoffen nach wie vor auf deutlich höhere Bezüge von 80 bis 100 Prozent. Damit sind sie weit von realistischen Zahlen entfernt. Bereits 2007 hatte der Fidelity-Real-Index (Renten- und Alterssicherungs-Index) ergeben, dass im Schnitt 56 Prozent des Einkommens als Rente gewährt werden. Damit ergibt sich eine Deckungslücke von 44 Prozent, die in nächster Zeit noch weiter wachsen wird.

Die Konsequenz müsste eigentlich sein, selbst aktiv zu werden und private Altersvorsorge zu betreiben. Diesbezüglich sind die Bundesbürger allerdings eher träge. Insbesondere die jüngere Generation weiß zwar sehr genau, dass sie mit einer Versorgungslücke zu rechnen hat. „Die Aufklärungsarbeit scheint hier erste Wirkung zu zeigen“, so Wrede. Die Zahl derer, die mit einer Riester-Rente oder anderen Produkten für das Alter sparen, stagniert allerdings. 31 Prozent der Umfrageteilnehmer – durchgeführt wurde die Studie vom Psephos Institut für Markt-, Politik- und Sozialforschung – sind ohne Fahrschein unterwegs und sorgen nicht bzw. noch nicht privat vor.

„Bei der betrieblichen Altersvorsorge klaffen Realität und Wahrnehmung noch weiter auseinander“, warnt Fidelity International. Viele (74 Prozent) gehen davon aus, dass die betriebliche Vorsorge einen der wichtigsten Bestandteile der Altersvorsorgestrategie darstellt. Tatsache ist, dass die Bezüge gerade einmal vier Prozent des Gesamteinkommens von Rentnerinnen und Rentner ausmachen. Wünschenswert wäre ein Anteil von 25 bis 30 Prozent, wie er in den Niederlanden erreicht wird. Das Fazit lautet entsprechend: „Die deutschen Erwerbstätigen wissen weder, wie hoch ihre Rente sein wird, noch kennen sie den seit Jahren empfohlenen Dreiklang der Altersvorsorge.“

Altersvorsorge: Riester-Renommee bröckelt

April 21st, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge

Kritik an der Riester-Rente wurde schon oft geäußert. Geschadet hat sie der staatlich geförderten Altersvorsorge nicht, bislang zumindest. Das beweisen die Zahlen. Über 14 Millionen Bundesbürger haben sich für das von Walter Riester entwickelte Modell entschieden und es zu einem der erfolgreichsten Produkte auf dem Vorsorgemarkt gemacht. Doch jetzt bröckelt die Fassade. Nachdem 1,5 Millionen Riester-Sparern die Zulagen wieder gestrichen werden, insgesamt fast eine halbe Milliarde Euro, hat das einstige Vorzeigeprodukte mit Imageproblemen zu kämpfen.

Das angeknackste Renommee wirkt sich inzwischen direkt auf die Bereitschaft der Deutschen aus, eine Riester-Rente abzuschließen. Eine Umfrage der Marktforschung Toluna ergab, dass nur noch acht Prozent die private Altersvorsorge nach Riester für „verlässlich“ halten. Wenn, dann wohl nur noch in Form des Wohn-Riesters. Denn über 30 Prozent bewerten die eigene Immobilie, sprich Wohneigentum, derzeit als beste Lösung, um fürs Alter vorzusorgen.

Das eigentliche Problem sehen Experten, wie Susanne Meunier von der Stiftung Warentest, im Regelwerk. „Die große Zahl an Rückbuchungen zeigt, dass viele Menschen das komplizierte System Riester nicht verstanden haben.“ Sie fordert, „das Dickicht zu lichten“. Gleichwohl müssten auch Sparer sich ein wenig mit dem Thema befassen und zumindest wissen, dass sie Änderungen der Lebensumstände – Hochzeit, höheres Gehalt, Zahl der Kinder – melden müssen. Denn genau hier liegt der Grund, weshalb jetzt so rigoros gestrichen wird. Die meisten Betroffenen haben den Vertrag einfach laufen lassen, ohne sich weiter darum zu kümmern.

In der Pflicht sehen Verbraucherschützer hier auch die Berater. Gegenüber dem „Tagesspiegel“ erklärte Niels Nauhauser: „Wer Abschluss- und Bestandsprovisionen für die gesamte Vertragsdauer einstreicht sollte Verbraucher auch nach Vertragsabschluss über alle Umstände der Förderung informieren.“ Vom Prinzip her halten er und seine Kollegen die Riester-Rente für eine durchweg gute Lösung, insbesondere mit Blick auf die Kapitalgarantie und die Zulagen. Für die ideale private Altersvorsorge müssen jedoch das richtige Produkt gewählt werden. Sie raten Kunden bis 35 Jahren zum Beispiel zu einem Fondssparplan.

Neuer Ratgeber zum Vorruhestand

März 24th, 2011 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, Rente

Den Wunsch, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen, hegen viele Bundesbürger und setzen ihn auch in die Tat um. Allerdings wird es immer schwerer, ein paar Jahre vor dem eigentlichen Renteneintritt den Job an den Nagel zu hängen. Das liegt insbesondere an den Abstrichen, die in Kauf genommen werden müssen und mit Blick auf die mögliche Rente mit 67 eine nicht unerhebliche Einschränkung darstellen. Die Altersvorsorgeberaterin der Verbraucherzentrale Osnabrück, Nicole Lamping, rät daher eindringlich: „Wer empfindliche finanzielle Einbußen in einer solchen Lage vermeiden will, sollte seine Finanzplanung so früh wie möglich abstimmen.“

Dabei helfen unter anderem die Verbraucherzentralen in einem gebührenpflichtigen Gespräch zur privaten Altersvorsorge. Wer sich vorab über die finanziellen und rechtlichen Aspekte des Vorruhestandes informieren möchte, für den halten die Verbraucherschützer zudem einen neuen Ratgeber bereit. Das Buch mit dem Titel „Vorzeitig in Rente“ kostet 9,90 Euro und ist sowohl bei den Verbraucherzentralen vor Ort als auch online erhältlich. Auf 192 Seiten werden alle relevanten Fakten zur Rente und zur privaten Altersvorsorge aufgegriffen und anschaulich erläutert.

Die Autoren erklären unter anderem die gesetzlichen und sozialrechtlichen Voraussetzungen für den vorzeitigen Ruhestand, wie die Rentenhöhe und die drohende Versorgungslücke berechnet werden und wie diese Lücke effizient geschlossen werden kann. „Der Ratgeber erläutert die aktuelle Gesetzeslage und die wichtigsten Regelung und er zeigt auf, mit welchen Anlagestrategien Sie die finanzielle Versorgung im Alter absichern können“, so die Zusammenfassung der Verbraucherzentralen. Für das bessere Verständnis der doch eher komplizierten Materie wartet der Ratgeber mit Beispielen, Checklisten, einer Vielzahl von Tabellen und Tipps auf.

Abrunden lässt sich dieses Wissen übrigens kostenlos. Die Initiative „Altersvorsorge macht Schule“ bietet in Kooperation mit den Volkshochschulen bundesweit 90-minütige Einsteigerkurse. Der Intensivkursus über zwölf Unterrichtsstunden kostet 20 Euro und ist das Geld allemal wert.