Angst vor Altersarmut nimmt zu

September 9th, 2010 by Andre | Filed under News, Rente, Statistik.

Die „Deutsche Alterssurvey“, die das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellt hat, zeigt vor allem zwei Trends auf: Die Bundesbürger arbeiten länger. Zudem sorgen sich immer mehr Menschen um den Lebensstandard im Rentenalter. Die derzeitigen Ruheständler tangiert die Angst vor Altersarmut weniger. Sie sind laut Studie gut abgesichert und sagen von sich selbst, gut oder zumindest halbwegs mit ihrem Geld auszukommen.

Das erhoffen sich natürlich auch diejenigen, die noch einige Jahre arbeiten müssen, ehe sie überhaupt Anspruch auf Rentenzahlungen haben. Insgeheim befürchten viele aber, den aktuellen Standard nicht halten zu können. Waren es 1996 lediglich 18 Prozent, die sich um ihre finanzielle Situation im Alter sorgten, stieg der Anteil in den vergangenen Jahren auf 32 Prozent. Eines der größten Probleme sieht Clemens Tesch-Römer vom DZA darin, dass besonders die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die auf eine zusätzliche private Altersvorsorge angewiesen sind, keine entsprechenden Maßnahmen treffen.

Daraus resultierten auf Dauer Versorgungsprobleme, die sich jetzt schon im Bereich der Pflege abzeichneten. Die Rolle der Kinder bei der Pflege ihrer Eltern sei nach wie vor enorm wichtig. Allerdings haben 20 Prozent der 40- bis 54-Jährigen keine Kinder und wenn, leben nur noch wenige in der Nähe. Damit sei schnelle Hilfe häufig nur schwer zu realisieren. Nach aktuellem Stand ist derzeit jeder siebte Arbeitnehmer im Alter von 40 bis 65 mit der Pflege eines Angehörigen betraut. Für Familienministerin Kristina Schröder, die in diesem Jahr ihren Gesetzentwurf für die Familienpflegezeit vorlegen möchte, ist das immerhin ein Zeichen für den Zusammenhalt der Generationen.

Interessant, vor allem mit Blick auf die geplante Rente mit 67, sind die Zahlen zum Ruhestand. Im Schnitt gehen die Deutschen mit 63 in Rente und arbeiten 33 Prozent aller über 60-Jährigen. Damit liegt das Renteneinstiegsalter inzwischen um zwölf Monate höher als noch 2002. Gleichzeitig ist das Interesse an der Altersteilzeit gestiegen. Sie dient als „Brücke in den Ruhestand und wird von jedem Vierten zwischen 60 und 64 gewählt. Die Studie zieht daraus ein klares Fazit: „Auch wenn die Erwerbsbeteiligung in der zweiten Lebenshälfte in den letzten zwölf Monaten im reformpolitischen Sinne deutlich gestiegen ist, ist der Weg bis zur vollständigen Umsetzung der Rente mit 67 noch weit.“

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