Wer im Alter über die Runden kommen möchte, muss schon früh damit anfangen, ein paar Euro in die private Altersvorsorge zu investieren. Wie viel, darüber gibt es völlig unterschiedliche Ansichten. Das von der Deutschen Bank getragene „Deutsche Institut für Altersvorsorge“ (DIA) hat jetzt einen neuen Wert in die Diskussion eingebracht: 8,4 Prozent des Bruttoeinkommens sollen die Bundesbürger Monat für Monat in die Riester-Rente und andere Vorsorge-Optionen investieren.
Die Deutsche Rentenversicherung Bund hält die düstere Prognose des DIA für übertrieben und wundert sich eher über die Empfehlung. Als die Riester-Rente eingeführt wurde, sei noch von rund vier Prozent die Rede gewesen, inzwischen sollen es acht Prozent für Hauseigentümer und neun Prozent für Mieter sein. Die Rentenversicherung vermutet dahinter Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit der privaten Versicherer.
Ein solcher Disput bringt herzlich wenig. Dass privat vorgesorgt werden muss, weil der Lebensstandard mit der gesetzlichen Rente auf Dauer nicht gehalten werden kann, wird schon seit Jahren propagiert. Sich jetzt gegenseitig die Zahlen um die Ohren zu hauen, sorgt höchstens für Verunsicherung – und die ist in diesen Zeiten wahrlich fehl am Platz.
Völlig von der Hand zu weisen, sind die Hinweise des DIA nicht. Die Studie besagt: „Ein 60- bis 64-jähriges Rentnerpaar verfügt heute im Schnitt über 1.700 Euro netto. 2030 werden es nur noch 1.400 Euro sein.“ Dabei sei die Inflation nicht mit eingerechnet. Die Ursachen, weshalb Rentnern auf Dauer weniger Geld zur Verfügung steht bzw. ihre Rente immer weniger wert ist, hat die Berliner Zeitung aufgelistet.
Einer der wichtigsten Faktoren ist der demographische Wandel, durch den die Zahl der Beitragszahler abnimmt. Dadurch sinkt auch das Rentenniveau von 45 auf unter 40 Prozent. Hinzu kommen Steuern und Abgaben, das höhere Renteneintrittsalter samt Abschlägen bei einem früheren Austritt, die Teuerung bei Waren und Dienstleistungen für Rentner und letztlich die Inflation.
Summa summarum führen diese Aspekte im schlimmsten Fall dazu, dass Rentner im Jahr 2030 knapp 500 Euro weniger im Geldbeutel haben. Um diese Lücke zu schließen, müssten aus Sicht der beiden Autoren der Studie, Reiner Braun und Ulrich Pfeiffer, zwischen fünf und acht Prozent des Bruttoeinkommens gespart werden. Selbst diese Zahlen schweben ein wenig im Raum. Denn sie setzen voraus, dass sowohl bei den Renten- als auch den Lebensversicherungen die Renditen auf dem heute üblichen Niveau verharren. Sicher ist daher nur eins: Ohne private Altersvorsorge geht es nicht mehr.
