Bei der privaten Altersvorsorge muss mit vielen Unbekannten gerechnet werden. Das ist einerseits die Rendite des gewählten Produkts, ob nun Riester-Rente, Basisrente oder eine klassische Rentenversicherung. Sie kann je nach Marktlage gewaltig ins Schwanken geraten. Andererseits funkt auch die Inflation gewaltig dazwischen und sorgt still und leise dafür, dass die Ersparnisse letztlich deutlich an Kaufkraft verlieren. Ausgehend von zwei Prozent Inflation jährlich über 20 Jahre blieben von heute 1.000 Euro rund 673 Euro über.
Die Zeitschrift „Finanztest“ hat das Thema private Altersvorsorge und Inflation näher beleuchtet. Grundsätzlich gilt: Wer annähernd wissen möchte, was ihm später zum Leben bleibt, muss die Inflationsrate vom Zinsgewinn bzw. dem Überschuss bei Versicherungen abziehen. Werden vier Prozent Zinsen versprochen, blieben bei zwei Prozent Inflation zwei Prozentpünktchen Gewinn über. Liegt die Rendite unter zwei Prozent droht im schlimmsten Fall sogar ein Minus. Das hängt davon ab, wie sich die Inflation entwickelt. 2009 erreichte sie zwar ein Zehn-Jahres-Tief von 0,4 Prozent, dürfte mit der Konjunktur aber sehr schnell wieder anziehen und das alte Niveau erreichen.
Davon ist auch „Finanztest“ ausgegangen und hat einen Wert von zwei Prozent zugrunde gelegt. Der Tipp für Arbeitnehmer, die bis zu 45.000 Euro im Jahr verdienen: die Firmenrente. Sie hat den Vorteil, dass für die Einzahlungen keine Sozialabgaben abgeführt werden müssen. Unter dem Strich bleibt laut Test ein attraktives Plus.
Bei der gesetzlichen Rente sind Vorhersagen deutlich schwerer. Berücksichtigt werden muss der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor, der den Rentenanstieg bremst, sobald die Rentner im Verhältnis zu den Erwerbstätigen „Übergewicht“ bekommen. Im umgekehrten Fall geht es mit der Rente bergauf. Das hat sich 2009 gezeigt. Die gesetzliche Rente legte um 2,41 bzw. 3,38 Prozent zu. Dabei wurde allerdings auf den Riester-Faktor verzichtet. Er sorgt dafür dass bei der Rentenberechnung die theoretischen Aufwendungen für die Riester-Rente von der Bruttolohnerhöhung abgezogen werden. Lange wird es nicht dauern, bis dieser Faktor wieder greift. Abzuwarten bleibt auch, wann der nächste Rentenanstieg kommt. Weil die Gehälter derzeit eher sinken, kann das noch dauern.
Gerade für junge Menschen heißt das, sie sollten sehr genau rechnen. Denn die Zahlen, die von der Rentenversicherung präsentiert werden, sind leicht rosig angehaucht. Die Inflation wird mit 1,5 Prozent sehr optimistisch angesetzt. Gleiches gilt für die Rentensteigerungen, für die ein bis zwei Prozent einkalkuliert werden. Um nicht böse überrascht zu werden, rät Finanztest, lieber von schlechteren Werten auszugehen.
