Private Altersvorsorge ist unerlässlich

Januar 7th, 2010 by Andre | Filed under Altersvorsorge, Rente, Statistik.

Wem bis jetzt noch nicht bewusst ist, welche Rolle die private Altersvorsorge spielt, sollte einen Blick auf seine Renteninformation werfen. Der Punkt „bislang erreichte Rentenanwartschaft“ dürfte den meisten die Tränen in die Augen treiben. Denn viel bleibt nach dem aktuellen Stand der Dinge nicht zum Leben. Daran können auch die schönsten Musterrechnungen nichts ändern. Den „westdeutschen Eckrentner“, der 45 Jahre Beiträge zahlt und ein Durchschnittseinkommen erzielt, gibt es schon lange nicht mehr.

Ginge es danach, läge die durchschnittliche Rente – so die Zahlen vom Juni 2009 – bei 1.229 Euro. Hört sich nicht schlecht an, hat mit der Realität aber wenig zu tun. 2008 betrug die Rente im Schnitt gerade einmal 772 Euro. Männer sind mit 962 Euro deutlich besser gestellt als Frauen mit 526 Euro. Diese Zahlen belegen, wie groß die Lücke zwischen dem letzten Einkommen und der gesetzlichen Rente schon jetzt ist.

Experten gehen davon aus, dass die Schere aufgrund des demographischen Wandels noch weiter auseinanderklaffen wird. Wer heute 40 Jahre alt ist, muss mit einer Differenz von 44 Prozent rechnen. 30-Jährige kommen derzeit auf einen Wert von 49 Prozent. Diese Lücke muss irgendwie gefüllt werden, damit der Lebensstandard gehalten werden kann. Betriebliche und private Altersvorsorge sind daher unerlässlich geworden.

Das belegt auch folgendes, wenngleich nicht repräsentatives Beispiel: Eine 87-Jährige erhält aus eigener Rente, Witwenrente und Betriebsrente des verstorbenen Ehemanns rund 1.700 Euro. Der Sohn zahlt 42 Jahre in die Rentenkasse, kommt aber nur auf rund 1.200 Euro – 768 Euro staatliche Rente plus das Geld aus Riester- und privater Rentenversicherung. Hält dieser Trend wie prognostiziert an, droht 14,3 Prozent der westdeutschen Rentner Altersarmut, wobei das Risiko bei Frauen um 20 Prozent höher liegt.

Vielen ist dieses Problem gar nicht bewusst. Sie lassen sich weder zur privaten Altersvorsorge beraten noch bemühen sie sich um eine entsprechende Absicherung. Ursache ist unter anderem die Krise. Sie hat das Vertrauen in die Versicherungsbranche nachhaltig geschwächt. Hinzu kommt: Viele fühlen sich schlichtweg überfordert angesichts der vielen Angebote.

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