Die Stimmen gegen die Rente mit 67 mehren sich. Zu den Gegnern zählt sich auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Sie will das Konzept sehr genau prüfen und einen Gesamtvorschlag zur Rentenpolitik erarbeiten. Für sie steht fest: „Die Rente mit 67 ist keine Antwort für alle Menschen. Wir brauchen eine individuelle Ausstiegsperspektive je nach Leistungsfähigkeit des Einzelnen ab 60.“
In einem Interview mit der Bild am Sonntag nannte sie ihren Vater stellvertretend für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als Beispiel für die Ungerechtigkeit, sollte der volle Rentenanspruch erst mit 67 greifen. Ihr Vater habe 45 Jahre lang als Maurermeister gearbeitet und leide unter Problemen mit dem Rücken, den Knien und der Schulter. „Es kann nicht sein, dass Menschen wie er anschließend dafür mit starken Abschlägen bei der Rente bestraft werden“, spricht Andrea Nahles vermutlich vielen Menschen aus der Seele.
Zudem müsse man sich die Frage stellen, ob überhaupt ausreichend Arbeitsplätze für ältere Menschen vorhanden seien. Experten zweifeln jedenfalls daran (wir berichteten). Die SPD-Generalsekretärin wartet jetzt mit Spannung darauf, was die Überprüfungsklausel bringen wird, die im Gesetz verankert wurde. Die Bundesregierung werde im kommenden Jahr Auskunft darüber geben müssen, wie es um die Beschäftigungsmöglichkeiten bestellt sei. Schließlich stehe die Rente mit 67 unter dem Vorbehalt, dass im Alter überhaupt einer Arbeit nachgegangen werden kann.
