Sorge um Selbständige

Dezember 2nd, 2009 by Andre | Filed under Altersvorsorge, Rente.

Die Zahl der Selbständigen ist seit 1991 von 3,5 auf 4,5 Millionen gestiegen. Viele werden den so genannten Solo- oder Scheinselbständigen zugerechnet. Das größte Problem dieser Gruppe ist das niedrige Einkommen. 2005 erzielten 32 Prozent ein Nettoeinkommen von unter 1.100 Euro im Monat. An eine solide private Altersvorsorge ist damit nicht zu denken. Die Konsequenz daraus: Vielen Selbständigen droht Altersarmut. Davor warnt jetzt der Sozialbeirat der Bundesregierung. Er rät zu einer allgemeinen Versicherungspflicht.

Die Regierung habe das Problem zwar erkannt, aber noch nicht ausreichend beantwortet. Selbständigen und Freiberuflern den Weg in eine Riester-Rente zu öffnen, reiche bei Weitem nicht aus. Als falsch wertet der Sozialrat auch das Ansinnen, langjährig gesetzlich Rentenversicherten im Alter ein Einkommen über der Grundsicherung bieten zu wollen. Statt fürsorglicher Maßnahmen müsse vorbeugend agiert werden – insbesondere bei Selbständigen. Betroffen seien zudem junge Arbeitnehmer, die Zeiten der Arbeitslosigkeit mit selbständiger Arbeit überbrückten und so ständig zwischen Selbständigkeit und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung wechselten.

Daraus resultiere zwar eine Rentenanwartschaft. Sie falle aber zu gering aus. Die Auswirkungen seien schon heute bei Personen zu sehen, die längere Zeit selbständig tätig waren. Sie erzielten nur ein sehr niedriges Netto-Alterseinkommen. Der stete Wechsel von nicht pflichtiger und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sorge für enorme Versorgungslücken. Damit die Betroffenen später nicht auf staatliche Fürsorge angewiesen seien, müsse endlich reagiert werden. Der Vorschlag lautet dahingehend, für Soloselbständige die Versicherungspflicht in der Rentenversicherung einzuführen. Damit stößt der Sozialbeirat ins gleiche Horn wie der Sachverständigenrat. Gewarnt wird vor einer Wahlfreiheit, in eine private oder gesetzliche Rente zahlen zu können. Damit käme es zu einer Risikonentmischung, weil Gut-Verdiener dann ausschließlich private Altersvorsorge betreiben würden.

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