2007 fiel die Entscheidung, das Rentenalter angesichts der sinkenden Geburtenzahlen und der steigenden Lebenserwartung schrittweise von 65 auf 67 Jahre anzuheben. Demnächst kommt dieser Beschluss auf den Prüfstand. Das sieht das Gesetz vor und wird auch von den Oppositionsparteien gefordert. Die Arbeitsmarktlage 2010 soll Aufschluss darüber geben, ob sich die Idee überhaupt realisieren lässt. Die Experten des Institutes für Arbeit (IAB) sagten gegenüber der „Rheinischen Post“ ganz klar: „Der Arbeitsmarkt ist darauf noch nicht vorbereitet.“
Die Jobchancen älterer Arbeitnehmer seien zu schlecht, erklärt der Vizedirektor des IAB, Ulrich Walwei. Nur ein Drittel der 55-65-Jährigen ginge derzeit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Viele fänden schlichtweg keine Arbeit. Dabei werde die Jobsuche im Alter umso schwerer, je niedriger die Qualifikation sei. Damit die Rente mit 67 überhaupt funktioniere, müssten laut Berechnungen des Forschungsinstitutes der Bundesagentur für Arbeit (BA) 1,2 bis drei Millionen neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstehen. Nur so könne die Zahl der Erwerbstätigen dauerhaft auf einem konstanten Niveau gehalten werden.
Für die Gewerkschaften sind diese Daten und Zahlen Balsam auf die Seele. Sie lehnen die Rente mit 67 seit jeher ab und sehen sich jetzt erneut in ihrer Position bestätigt. Anneliese Buntenbach, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), fasst die Argumente zusammen: „Seit Jahren schafft nur knapp jeder Fünfte den Übergang von regulärer Beschäftigung in die Altersrente. Statt die Rente mit 67 zu verordnen, muss die Koalition dafür sorgen, dass die Älteren überhaupt bis 65 in Arbeit bleiben können.“
