Nullrunden für Rentner

November 11th, 2009 by Andre | Filed under Rente.

Alexander Gunkel, Vorstandsvorsitzender der Rentenversicherung, ist nicht um seinen Job zu beneiden. Wenn es darum geht, den 20 Millionen Rentnern in der Bundesrepublik eine Hiobsbotschaft zu verkünden, muss er ran. Dass es 2010 keine Rentenerhöhung geben würde, davon war man längst ausgegangen. Doch auch für 2011 sieht es schlecht aus und steht die nächste Nullrunde ins Haus. Selbst der Ausblick bis 2016 lässt keine Freude aufkommen. Wenn überhaupt, gebe es nur Mini-Rentenerhöhungen, so Gunkel.

Dass es um die Rente nicht besonders gut bestellt ist – und damit magere Jahre auf die Rentner zukommen – belegt die Tatsache, dass vermutlich schon 2010 die Rentengarantie der Bundesregierung greifen muss. Sie sorgt dafür, dass es nicht zu Kürzungen kommt. Denn würde man sämtliche Verpflichtungen in Cent und Euro umlegen, müsste die Rentenversicherung ihre Leistungen eigentlich um ganze vier Prozent kürzen. Grund sind unter anderem acht Milliarden Euro, die Jahr für Jahr mehr ausgegeben werden als eigentlich geplant – resultierend aus Rentenanpassungen in der Vergangenheit.

Für diejenigen, die in die Rentenkasse einzahlen, bleibt vorerst alles beim Alten. Der Beitragssatz von derzeit 19,9 Prozent wird vor 2020 die 20-Prozent-Marke zu übersteigen. 2030 stehen maximal 22 Prozent zu Buche. Das sind jedenfalls die Pläne für die kommenden Jahre. Entscheidend dürfte sein, wie sich die finanzielle Ausstattung der Rentenversicherung entwickelt. In diesem Jahr fällt das voraussichtliche Defizit mit 0,1 Milliarden Euro noch moderat aus. 2010 allerdings werden schon vier Milliarden Euro Minus prognostiziert.

Bewertet wird die aktuelle Entwicklung recht unterschiedlich. Während sich Alexander Gunkel klar für Rentendämpfungen ausspricht, um die Rentenbeiträge stabil zu halten, fordert die Vize-Vorsitzende des Deutschen Gewerkschafts-Bundes, Annelie Buntenbach, ein Umdenken. „Eine auskömmliche Rente ist wichtiger als die Stabilität des Rentenbeitrags“, sagt sie. Auch der Sozialverband VdK plädiert für eine neue Regelung.

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