Rente wird falsch eingeschätzt

Oktober 7th, 2009 by Andre | Filed under Altersvorsorge, Rente.

Die meisten Bundesbürger rechnen mit einer weitaus höheren gesetzlichen Rente als sie später tatsächlich ausgezahlt bekommen. 55 Prozent gehen immer noch davon aus, dass 40 bis 60 Prozent des letzten Bruttogehaltes ausgezahlt werden. Im Jahr 2040 sind es aber nur noch 40 Prozent. Hans Kraus von der Deutschen Bank, die die Studie in Auftrag gegeben hat, findet es erstaunlich, dass bislang nur sehr wenige etwas von der Rentenanpassung und der langfristigen Absenkung der Rentenansprüche mitbekommen haben. Befragt wurden 3.000 Personen im Alter von 18 bis 55 Jahren.

Gut informiert sind die jüngeren Beitragszahler. Sie sehen die gesetzliche Rente weitaus realistischer als ältere Bürger. Von den 18- bis 29-jährigen sagt knapp die Hälfte, ihre Rente werde zwischen 30 und 40 Prozent des Bruttogehaltes ausmachen. Die 50- bis 55-jährigen hoffen immer noch auf 50 bis 70 Prozent. Eine gefährliche Fehleinschätzung, vor allem, wenn nicht ausreichend privat vorgesorgt wird. Die Deutsche Rentenversicherung Bund nennt ein Beispiel, wie sich die die Kürzung der Leistungen auswirkt: Ein Jahresbruttoeinkommen von 30.000 Euro, für das 27 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse fließen, ergibt später lediglich eine Rente auf Sozialhilfe-Niveau.

Weitere Faktoren, die bei der Altersvorsorge berücksichtigt werden sollten, sind die Inflation und der Kaufkraftverlust. Viele der Befragten rechnen zwar mit einem Verlust der Kaufkraft von rund 20 Prozent innerhalb der nächsten zehn Jahre. In die Vorsorgestrategie fließt diese Erkenntnis jedoch nur bei 17 Prozent der Bundesbürger. 25 Prozent haben gar nicht daran gedacht. Zwölf Prozent wollen entsprechend reagieren. Grundsätzlich spiegelt die Studie eine eher pessimistische Stimmung wider: Drei Viertel befürchten, ihren Lebensstandard nicht halten zu können. Weniger als ein Drittel glaubt, alles passend in die Wege geleitet zu haben.

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