Die Bundesregierung ist im vorigen Jahr noch davon ausgegangen, die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung 2012 senken zu können. Dieses Ziel wird wohl vorerst auf die lange Bank geschoben werden müssen, wie die Zeitschrift „Finanztest“ aktuell mitteilt. Grund ist die Wirtschaftskrise. Sie macht dem Vorhaben einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Die Deutsche Rentenversicherung rechnet für das Jahr 2010 mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen von derzeit 3,5 auf rund 4,6 Millionen. Die Hoffnungen, die Kassen soweit füllen zu können, dass sie Ende 2011 1,5 Monatsausgaben aufweisen, zerschlagen sich damit.
Voraussetzung für eine Beitragssenkung bleibt nach wie vor eine gut gefüllte Rücklage, die sich mit sinkenden Einnahmen nicht realisieren lässt. Momentan befinden sich 16,2 Milliarden Euro in der Rücklage. Im laufenden Jahr wird sich dieser Wert kaum verändern, auf Dauer aber deutlich nach unten hin absacken. Für Ende 2011 prognostizieren die Experten eine Rücklage von nur noch 11,2 Milliarden Euro, die rund 0,7 Monatsausgaben entsprechen.
Positiv auf die Rentenkasse wirkten sich die geburtenschwachen Jahrgänge und damit die rückläufige Zahl neuer Rentner aus. Das Beitragsplus in den ersten sieben Monaten belief sich dadurch auf 0,8 Prozent. Dazu beigetragen hat außerdem, dass weit weniger Menschen vorzeitig in den Ruhestand gegangen sind. Sie hätten anderenfalls mit deutlichen Rentenabschlägen rechnen müssen. Dennoch wird sich die Beitragssenkung von 19,9 auf 19,2 Prozent vorerst nicht realisieren lassen.
