Wie erwartet – Nullrunde für Rentner
März 17th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in News, RenteDas Bundessozialministerium bestätigte gestern das, womit sich die 20 Millionen Rentner in der Bundesrepublik insgeheim schon abgefunden haben: In diesem Jahr wird es eine Nullrunde geben. Grund sind die Bruttolöhne und -gehälter. Sie sind bedingt durch die Wirtschaftskrise und damit einen massiven Konjunktureinbruch seit 50 Jahren zum ersten Mal gesunken. Die Konsequenz daraus wäre normalerweise eine Rentenkürzung gewesen. Davor bewahrt die Schutzklausel, die 2009 eingeführt wurde.
Dass es 2011 wieder ein Stückchen bergauf geht – zumindest für Rentner –, ist eher unwahrscheinlich. Sowohl die Bundesregierung als auch die Deutsche Rentenversicherung prognostizieren für das kommende Jahr eine weitere Nullrunde. Eine ähnliche Situation gab es zuletzt in den Jahren 2004 bis 2006. Auch während dieser Zeit mussten sich die Rentner mit Nullrunden und anschließend eher mageren Erhöhungen zufrieden geben. Ein sattes Plus wie im vergangenen Juli, mit 2,41 Prozent mehr Rente in Westdeutschland und 3,38 Prozent mehr in Ostdeutschland, rückt damit erst einmal in weite Ferne.
Maßgebend für die Entwicklung der Rente sind in erster Linie die Gehälter der Beitragszahler. Das Einkommen sank im Westen im vergangenen Jahr um 0,96 Prozent. Der Osten konnte um 0,61 Prozent zulegen. Ursache für diesen Trend ist unter anderem die Kurzarbeit, mit deren Hilfe immerhin Arbeitsplätze gesichert werden konnten. Hinzu kommen bei der Rentenberechnung der Nachhaltigkeitsfaktor, mit dem das Verhältnis Rentner und Beitragszahler ermittelt wird, und der Riester-Faktor, der die Aufwendung für die gesetzliche und die private Altersvorsorge berücksichtigt. Der Nachhaltigkeitsfaktor erreichte einen Wert von minus 0,51 Prozent. Der Riester-Faktor sackte um 0,64 Prozent ab.
Gäbe es die Schutzklausel nicht und wäre strikt anhand der Faktoren gerechnet worden, ständen den Rentnerinnen und Rentnern schwere Zeiten ins Haus. Im Westen hätte die Bruttorente um 2,10 Prozent und im Osten um 0,54 Prozent gekürzt werden müssen. Zugute kommen soll diese Schutzfunktion allerdings weniger den jetzigen Ruheständlern. Ziel ist in erster Linie, die Stabilität der Rentenversicherung für die junge Generation zu gewährleisten. Dazu werden, so das Bundessozialministerium, die Rentenminderungen, die aktuell nicht vorgenommen werden, später mit möglichen Rentenerhöhungen verrechnet.
