Wie erwartet – Nullrunde für Rentner

März 17th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente

Das Bundessozialministerium bestätigte gestern das, womit sich die 20 Millionen Rentner in der Bundesrepublik insgeheim schon abgefunden haben: In diesem Jahr wird es eine Nullrunde geben. Grund sind die Bruttolöhne und -gehälter. Sie sind bedingt durch die Wirtschaftskrise und damit einen massiven Konjunktureinbruch seit 50 Jahren zum ersten Mal gesunken. Die Konsequenz daraus wäre normalerweise eine Rentenkürzung gewesen. Davor bewahrt die Schutzklausel, die 2009 eingeführt wurde.

Dass es 2011 wieder ein Stückchen bergauf geht – zumindest für Rentner –, ist eher unwahrscheinlich. Sowohl die Bundesregierung als auch die Deutsche Rentenversicherung prognostizieren für das kommende Jahr eine weitere Nullrunde. Eine ähnliche Situation gab es zuletzt in den Jahren 2004 bis 2006. Auch während dieser Zeit mussten sich die Rentner mit Nullrunden und anschließend eher mageren Erhöhungen zufrieden geben. Ein sattes Plus wie im vergangenen Juli, mit 2,41 Prozent mehr Rente in Westdeutschland und 3,38 Prozent mehr in Ostdeutschland, rückt damit erst einmal in weite Ferne.

Maßgebend für die Entwicklung der Rente sind in erster Linie die Gehälter der Beitragszahler. Das Einkommen sank im Westen im vergangenen Jahr um 0,96 Prozent. Der Osten konnte um 0,61 Prozent zulegen. Ursache für diesen Trend ist unter anderem die Kurzarbeit, mit deren Hilfe immerhin Arbeitsplätze gesichert werden konnten. Hinzu kommen bei der Rentenberechnung der Nachhaltigkeitsfaktor, mit dem das Verhältnis Rentner und Beitragszahler ermittelt wird, und der Riester-Faktor, der die Aufwendung für die gesetzliche und die private Altersvorsorge berücksichtigt. Der Nachhaltigkeitsfaktor erreichte einen Wert von minus 0,51 Prozent. Der Riester-Faktor sackte um 0,64 Prozent ab.

Gäbe es die Schutzklausel nicht und wäre strikt anhand der Faktoren gerechnet worden, ständen den Rentnerinnen und Rentnern schwere Zeiten ins Haus. Im Westen hätte die Bruttorente um 2,10 Prozent und im Osten um 0,54 Prozent gekürzt werden müssen. Zugute kommen soll diese Schutzfunktion allerdings weniger den jetzigen Ruheständlern. Ziel ist in erster Linie, die Stabilität der Rentenversicherung für die junge Generation zu gewährleisten. Dazu werden, so das Bundessozialministerium, die Rentenminderungen, die aktuell nicht vorgenommen werden, später mit möglichen Rentenerhöhungen verrechnet.

Experte fordert Rente mit 74

März 11th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente, Statistik

Sorgt schon die Rente mit 67 nicht gerade für Jubelschreie, dürfte die Forderung von Bevölkerungsforscher Professor Herwig Birg den meisten wie ein Schlag ins Gesicht vorkommen: Er plädiert für die Rente mit 74. Anders könne das solidarische Rentensystem angesichts des schwachen Bevölkerungswachstums nicht stabilisiert und das heutige Rentenniveau nicht gehalten werden.

Der demographische Wandel ist keine Unbekannte in der Rentenberechnung. Zu wenige Kinder – im Schnitt 1,37 pro gebärfähiger Frau – heiße nicht anderes, als dass von Generation zu Generation logischerweise auch die Zahl der Frauen abnehme und damit die Zahl der Kinder noch weiter sinke. Herwig Birg warnt vor diesem „Dominoeffekt“, der vor allem zu Lasten der jungen Generation gehe. Sie müsse immer höhere Beiträge für die Sozialversicherungen aufbringen, erhalte später aber nur eine geringe gesetzliche Rente.

Dem sei nur zu entgehen, wenn das Renteneintrittsalter bis 2045 bei 74 Jahren liege. „Eine Rente mit 67 würde diesen Trend nur abmildern, nicht aufhalten“, erklärte der Bevölkerungsforscher in der Bild. Eine Alternative sei, das Problem der Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen, um mehr Beitragszahler zu haben. Darüber hinaus dürfe die Gerechtigkeit bei der Rente nicht aus den Augen verloren werden. Birg kritisiert vor allem, dass Kinderlose später ein Anrecht auf die gleichen Bezüge haben wie Eltern. Dabei seien es hauptsächlich die Frauen, die alles ermöglichten und die künftigen Beitragszahler erziehen.

Die Probleme, die Herwig Birg anspricht – insbesondere die Tatsache, dass später viele mit einer niedrigen Rente auskommen müssen –, sind zum Teil bereits akut. Schon jetzt arbeiten viele Rentner, weil sie sonst nicht mit ihrem Geld auskommen würden. Sie fahren Taxi oder tragen morgens Zeitungen aus, um den Enkeln etwas zum Geburtstag schenken zu können. Experten wie Professor Birg sagen voraus, dass sich diese Situation noch verschärfen wird.

Rente mit 67 und Wunsch nach neuem Generationenvertrag

März 4th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Politik, Rente

Die Rente mit 67 ist derzeit noch eine Variable mit vielen Unbekannten. Experten befürchten, das Ziel könne schon aufgrund fehlender Arbeitsmöglichkeiten für Ältere nicht erreicht werden. Gewerkschaften mahnen, dass viele gesundheitlich gar nicht in der Lage seien, bis zum 67. Lebensjahr körperlich schwer zu arbeiten. Diese Fakten sind Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen durchaus bewusst. Sie versprach jetzt, bei der Umsetzung auch auf die Gewerkschaften zu hören, um eine für alle faire Lösung zu finden.

Im Gespräch mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) erklärte sie ihre Vorstellungen von einer Anhebung des Rentenalters von derzeit 65 auf 67 Jahre, die für die Zeit von 2012 bis 2029 schrittweise anvisiert wird. Die Rente mit 67 müsse so mit Leben gefüllt werden, dass sinnvolle Arbeit bis ins Alter möglich sei. Ob und inwieweit das derzeit und zukünftig realisierbar ist, wird die Regierung noch in diesem Jahr prüfen.

Der Bundesarbeitsministerin liegt dabei besonders am Herzen, dass niemand nach Jahren harter körperlicher Arbeit plötzlich in ein Loch irgendwo zwischen Erwerbsunfähigkeit und Abzügen bei der Rente falle. Das wäre nicht fair. Es müsse eine gerechte Lösung gefunden werden, für die allerdings noch „eine große Strecke gegangen werden muss“. Dieses Bemühen um Fairness sei das Band, das sie mit den Gewerkschaften verbinde. Ihr Wohlwollen habe sie bereits gezeigt, indem sie sich für eine Verlängerung des konjunkturellen Kurzarbeitergeldes ausgesprochen habe.

Ziele der Gewerkschaften sind vor allem, erwerbsgeminderte Frührentner besser zu stellen und für flexible Übergänge in die Rente zu sorgen. Es dürfe nicht auf ein Rentenkürzungsprogramm hinauslaufen. Inwieweit sich das mit den Visionen von Bundespräsident Horst Köhler vereinbaren lässt, ist schwer zu sagen. Er fordert einen neuen Generationenvertrag, der die Grenzen und den Dreischritt Lernen, Arbeiten, Ausruhen auflöse. Köhler wünscht sich ein besseres Miteinander von Alt und Jung, bei dem es nicht darauf ankomme, wer was nicht mehr könne. Vielmehr müsse auch nicht bezahlte Arbeit anerkannt werden, innerhalb und außerhalb der Familie.

Durchschnittliche Rentenanwartschaften nach Berufsgruppen

Februar 24th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, News, Rente

Jedes Jahr legen die Banken und Sparkassen aktuelle Zahlen zum Sparverhalten der Deutschen vor. Die Versicherungswirtschaft und die Bundesregierung informieren darüber, wie es um die private Altersvorsorge mit Riester- und Rürup-Rente bestellt ist. Und auch an Zahlen zur gesetzlichen Rentenversicherung mangelt es nicht. Doch wie sieht es mit den Renten- und Pensionsanwartschaften sowie den Geld- und Sachvermögen insgesamt aus? Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung eine Studie erstellt und für unterschiedliche Berufsgruppe die sogenannten Alterssicherungsvermögen berechnet.

Auszubildende, Wehr- und Zivildienstleistende, Praktikanten:
Geld- und Sachvermögen: 9.874 Euro
Rentenanwartschaften 2.866 Euro.

Un- und angelernte Arbeiter:
Geld- und Sachvermögen: 34.367 Euro
Rentenanwartschaften: 40.193 Euro

Angestellte mit einfachen Tätigkeiten:
Geld- und Sachvermögen: 45.950 Euro
Rentenanwartschaften: 40.594 Euro

Angestellte mit qualifizierter Tätigkeit:
Geld- und Sachvermögen: 81.746 Euro
Rentenanwartschaften: 49.093 Euro

Beamte aus dem einfachen und mittleren Dienst:
Geld- und Sachvermögen: 63.364 Euro
Renten- und Pensionsanwartschaften: 80.683 Euro

Beamte – gehobener und höherer Dienst:
Geld- und Sachvermögen: 140.339 Euro
Renten- und Pensionsanwartschaften: 128.026 Euro

Selbständige ohne Mitarbeiter / Freiberufler:
Geld- und Sachvermögen: 174.618 Euro
Rentenanwartschaften: 46.047 Euro

Selbständige – bis neun Mitarbeiter:
Geld- und Sachvermögen: 345.571 Euro
Rentenanwartschaften. 23.222 Euro

Selbständige – ab zehn Mitarbeiter:
Geld- und Sachvermögen: 1.109.367 Euro
Rentenanwartschaften. 22.600 Euro

Erwerbslose im erwerbsfähigen Alter – u.a. Eltern, die nicht arbeiten:
Geld- und Sachvermögen: 86.536 Euro
Rentenanwartschaften: 26.458 Euro

Arbeitslose:
Geld- und Sachvermögen: 16.702 Euro
Rentenanwartschaften: 39.521 Euro

Rentner:
Geld- und Sachvermögen: 108.129 Euro
Rentenanwartschaften: 125.093

Pensionäre:
Geld- und Sachvermögen: 195.857 Euro
Renten- und Pensionsanwartschaften: 306.856 Euro

Gleiche Rechte für Arbeiter und Angestellte bei der Betriebsrente

Februar 17th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, Gesetz, News

Arbeiter dürfen bei der betrieblichen Altersvorsorge nicht schlechter gestellt werden als Angestellte. Das entschied jetzt der Dritte Senat des Bundesarbeitsgerichtes in Erfurt (Aktenzeichen 3 AZR 216/09).

Lediglich in überprüf- und begründbaren Fällen seien Ausnahmen zulässig. Gehe es zum Beispiel darum, den unterschiedlichen Versorgungsgrad der gesetzlichen Rente auszugleichen, sei ein solches Vorgehen rechtens. Unterschiede dürften auch gemacht werden, wenn Arbeitszeit, Belastung und Verantwortung deutlich voneinander abweichen. Sich nur auf den Statusunterschied zu berufen, reiche allerdings nicht aus, um die Ungleichbehandlung zu rechtfertigen.

Geklagt hatten Mitarbeiter des Autoherstellers Ford. Sie pochten auf eine Rentenaufstockung. Während der ersten zehn Jahre Betriebszugehörigkeit gilt für Arbeiter und Angestellte des Automobilbauers die gleiche Regelung: Für jedes anrechenbare Dienstjahr werden zehn Prozent der pensionsfähigen Bezüge in die Altersrente gesteckt. Für jedes weitere Jahr erhalten Angestellte zusätzlich 1,0 Prozent, die in die betriebliche Altersvorsorge fließen. Bei Arbeitern sind es nur 0,37 Prozent.

Dass Angestellte eine höhere Betriebsrente erhalten, begründete Ford mit dem unterschiedlichen Rechtsverhältnis von Arbeitern und Angestellten. Dieses Argument ließ das Bundesarbeitsgericht nicht gelten. Das Unternehmen muss den Arbeitern rückwirkend zum 1. Juli 1993 die gleichen Leistungen zuerkennen wie Angestellten. Die Zeit davor bleibt unberücksichtigt. Für sie besteht Vertrauensschutz, weil andere gesetzliche Regelungen galten.

Trickbetrüger haben es auf Rentner abgesehen

Februar 11th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in News

Das Thema Rente und Steuern hat für viel Verunsicherung und zuweilen auch Angst gesorgt. Diesen Umstand machen sich derzeit Trickbetrüger zu nutze. Sie haben es auf Rentner abgesehen und ködern sie am Telefon unter dem Vorwand, eine Rentennachprüfung vornehmen zu müssen, um sich so Zugang zur Wohnung zu verschaffen. Die Täter scheinen in der gesamten Bundesrepublik aktiv zu sein. In den vergangenen Tagen mehrten sich jedenfalls die Warnungen der Deutschen Rentenversicherung vor dieser – nicht ganz neuen – Betrugsmasche.

Ob nun Hessen, Braunschweig-Hannover oder Bayern: Die Anrufer handeln weder im Auftrag noch arbeiten sie für einen der gesetzlichen Rentenversicherungsträger. „Bei der Nachprüfung einer Rente gibt es keinen Grund, die Rentner persönlich aufzusuchen“, heißt es unisono in sämtlichen Mitteilungen. Denn genau darum geht es den Tätern: Erst einmal in der Wohnung, wollen sie keine Unterlagen, sondern Bares und Wertgegenstände sehen. Deshalb sollten Rentner, die von den Betrügern angerufen werden, einfach auflegen, statt gutgläubig einen Termin zu vereinbaren.

Es ist immer so, wenn Neuerungen anstehen. Irgendjemand findet einen Weg, illegal Kapital daraus zu schlagen. Nicht selten sind es Rentner, die dabei in den Fokus der Täter geraten. Entweder sie werden angerufen und um einen Termin gebeten. Oder sie erhalten Post mit dem Hinweis, dass sie wegen Ungereimtheiten bei der Rente eine teure Servicenummer anrufen sollen. Wer Fragen zur Rente hat – auch zum Thema Steuern –, kann sich jederzeit an eine der vielen Beratungs- und Auskunftsstellen wenden, die vor Ort, per gebührenfreier Rufnummer und auch über das Internet erreichbar sind.

Rentenversicherung nahm 0,24 Prozent mehr Pflichtbeiträge ein

Februar 4th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in News, Rente, Statistik

Positive Nachrichten von der Rentenversicherung: Im vergangenen Jahr wurden 400 Millionen Euro mehr Pflichtbeiträge eingenommen als der Schätzerkreis im Oktober vermutet hatte. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen der Rentenversicherung Bund 2009 auf rund 160 Milliarden Euro. Das entspricht einem Beitragswachstum von 0,24 Prozent (400 Millionen Euro) im Vergleich zum Vorjahr.

Die Nachhaltigkeitsrücklage hat sich ebenfalls besser entwickelt als erwartet. Nach den vorläufigen Ergebnissen liegt sie aktuell bei etwa 16,1 Milliarden Euro. Der Schätzwert wurde damit um 250 Millionen Euro übertroffen. Die Rücklage dient dazu, Schwankungen bei den Beitragseinnahmen – daher die alte Bezeichnung Schwankungsreserve – und mögliche Defizite auszugleichen. Der Aufwärtstrend dürfte allerdings nicht von langer Dauer sein. Schon Ende 2010 rechnen Experten damit, dass die Einkommenssumme einbricht. Grund sind die Prognosen zu den Arbeitslosenzahlen. Sie wurden zwar von 4,1 auf 3,7 Millionen nach unten korrigiert. Dennoch wird es wohl auf ein Defizit bei der Rentenversicherung hinauslaufen.

Diese Zahlen haben allerdings keinerlei direkte Auswirkungen auf die Rentenzahlungen oder den Beitragssatz. So wie es derzeit aussieht, bleibt es in diesem Jahr bei einer Nullrunde für die rund 20 Millionen Rentner. Auch 2011 ist keine Rentenerhöhung in Sicht. Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung bleibt vorerst stabil bei 19,9 Prozent und wird aller Voraussicht nach und den Berechnungen der Bundesregierung zufolge erst 2015 sinken.

Rente und Steuern

Januar 28th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Allgemein, Rente

Als bekannt wurde, dass viele Rentner Steuern (nach-)zahlen müssen, raschelte es im Blätterwald. Doch wer ist überhaupt betroffen und warum drohen Nachzahlungen? Das Wirtschaftsmagazin WISO hat sich des Themas angenommen und erklärt die Zusammenhänge.

Dass zunehmend mehr Senioren Post vom Finanzamt erhalten, liegt zum einen an der persönliche Identifikations-Nummer. Dank ihr erfahren die Behörden von sämtlichen Einkünften. Zum anderen gilt seit 2005 eine verschärfte Versteuerung der gesetzlichen Rente. In der Summe sind das etwa 1,3 Millionen Rentner-Haushalte mehr, die Steuern zahlen müssen. Im Schnitt geht es um 500 Euro.

Betroffen sind laut WISO in erster Linie Senioren mit einer hohen gesetzlichen Rente und/oder zusätzlichen Einnahmen sowie Rentner, deren Ehepartner noch Arbeitnehmer ist. Beruhigt sein können derzeit noch „Standard-Rentner“, deren Bezüge rund 14.300 Euro im Jahr ausmachen. Insgesamt sind drei Viertel aller Rentner nicht betroffen.

Dafür, dass alle Einnahmen berücksichtigt werden, sorgt das Kontroll- und Meldesystem. Es ist im Oktober 2009 an den Start gegangen. Wer seit 2005 Steuern hätte zahlen müssen, es aber unterlassen hat, eine Steuererklärung abzugeben, wird spätestens in diesem Jahr auffliegen. Die Rentenbezugsmitteilungen für die Jahre 2005 bis 2008 wurden bis Ende 2009 übermittelt und verschaffen den Finanzämtern einen genauen Überblick. Zwar drohen bei vielen Rentnern Nachzahlungen, eventuell Säumniszuschläge und eine Vorauszahlung für das laufende Jahr. Aber die Behörden wollen weitgehend nachsichtig agieren. An der Tatsache, dass die Steuern gezahlt werden müssen, ändert das allerdings nichts.

Wer nicht genau weiß, ob er betroffen ist, kann an den Informationsveranstaltungen der Finanzämter teilnehmen oder sich um eine Nichtveranlagungsbescheinigung bemühen. Wobei einige Ämter diese Bescheinigung nur ausstellen, wenn eine Steuererklärung abgegeben wurde.

Sollte man zu denen gehören, die steuerpflichtig sind, gilt es, das Sparpotenzial voll auszuschöpfen. Die Option, Ausgaben für Pflege und Gesundheit steuerlich geltend zu machen, ist gerade für Rentner interessant. Hinzu kommen Sonderausgaben wie zum Beispiel die Beiträge für Versicherungen und Spenden. Sollten auch Werbungskosten anfallen, was bei Rentnern eher selten der Fall ist, können auch diese bei der Steuererklärung aufgeführt werden.

Die Auswirkungen der Inflation auf die Altersvorsorge

Januar 20th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Altersvorsorge, Rente

Bei der privaten Altersvorsorge muss mit vielen Unbekannten gerechnet werden. Das ist einerseits die Rendite des gewählten Produkts, ob nun Riester-Rente, Basisrente oder eine klassische Rentenversicherung. Sie kann je nach Marktlage gewaltig ins Schwanken geraten. Andererseits funkt auch die Inflation gewaltig dazwischen und sorgt still und leise dafür, dass die Ersparnisse letztlich deutlich an Kaufkraft verlieren. Ausgehend von zwei Prozent Inflation jährlich über 20 Jahre blieben von heute 1.000 Euro rund 673 Euro über.

Die Zeitschrift „Finanztest“ hat das Thema private Altersvorsorge und Inflation näher beleuchtet. Grundsätzlich gilt: Wer annähernd wissen möchte, was ihm später zum Leben bleibt, muss die Inflationsrate vom Zinsgewinn bzw. dem Überschuss bei Versicherungen abziehen. Werden vier Prozent Zinsen versprochen, blieben bei zwei Prozent Inflation zwei Prozentpünktchen Gewinn über. Liegt die Rendite unter zwei Prozent droht im schlimmsten Fall sogar ein Minus. Das hängt davon ab, wie sich die Inflation entwickelt. 2009 erreichte sie zwar ein Zehn-Jahres-Tief von 0,4 Prozent, dürfte mit der Konjunktur aber sehr schnell wieder anziehen und das alte Niveau erreichen.

Davon ist auch „Finanztest“ ausgegangen und hat einen Wert von zwei Prozent zugrunde gelegt. Der Tipp für Arbeitnehmer, die bis zu 45.000 Euro im Jahr verdienen: die Firmenrente. Sie hat den Vorteil, dass für die Einzahlungen keine Sozialabgaben abgeführt werden müssen. Unter dem Strich bleibt laut Test ein attraktives Plus.

Bei der gesetzlichen Rente sind Vorhersagen deutlich schwerer. Berücksichtigt werden muss der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor, der den Rentenanstieg bremst, sobald die Rentner im Verhältnis zu den Erwerbstätigen „Übergewicht“ bekommen. Im umgekehrten Fall geht es mit der Rente bergauf. Das hat sich 2009 gezeigt. Die gesetzliche Rente legte um 2,41 bzw. 3,38 Prozent zu. Dabei wurde allerdings auf den Riester-Faktor verzichtet. Er sorgt dafür dass bei der Rentenberechnung die theoretischen Aufwendungen für die Riester-Rente von der Bruttolohnerhöhung abgezogen werden. Lange wird es nicht dauern, bis dieser Faktor wieder greift. Abzuwarten bleibt auch, wann der nächste Rentenanstieg kommt. Weil die Gehälter derzeit eher sinken, kann das noch dauern.

Gerade für junge Menschen heißt das, sie sollten sehr genau rechnen. Denn die Zahlen, die von der Rentenversicherung präsentiert werden, sind leicht rosig angehaucht. Die Inflation wird mit 1,5 Prozent sehr optimistisch angesetzt. Gleiches gilt für die Rentensteigerungen, für die ein bis zwei Prozent einkalkuliert werden. Um nicht böse überrascht zu werden, rät Finanztest, lieber von schlechteren Werten auszugehen.

Rente mit 67 wird genau geprüft

Januar 14th, 2010 by Andre | No Comments | Filed in Politik, Rente

Die Rente mit 67 steht noch unter Vorbehalt, scheint aber unumgänglich zu sein. In diesem Jahr kommt das Modell wie vorgesehen auf den Prüfstand. Die Regierung werde diese Überprüfungsklausel sehr ernst nehmen, verspricht Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Dann wird sich zeigen, ob die Voraussetzungen stimmen, um das Rentenalter ab 2012 schrittweise anheben zu können.

Berücksichtigt werden müssen dabei vor allem die allgemeine Arbeitsmarktlage und die Situation älterer Arbeitnehmer. Denn, so von der Leyen: Die Menschen müssten auch im Alter „eine echte Chance haben, zu arbeiten – und diese Chance haben sie derzeit oftmals nicht.“ Die Ideen, wie sich dieses Problem auflösen lässt, sind vielschichtig angelegt. Die Bundesarbeitsministerin erklärte in einem Interview mit der Bild, sie setze vor allem auf Weiterbildung, die Anerkennung der Berufserfahrung älterer Arbeitnehmer und eine bessere Gesundheitsprävention.

Ihr sei durchaus bewusst, dass in manchen Branchen genauer geprüft werden müsse, wie sich die Rente mit 67 mit den Arbeitsbedingungen vereinbaren lasse. Als Beispiel nennt sie den Dachdecker. Mit 67 müsse niemand mehr auf dem Dach stehen, sondern könne seine Berufserfahrung beispielsweise auch im Verkauf und der Beratung einbringen.

Seitens der FDP gibt es einen weiteren, völlig anders gearteten Vorschlag. Dass auch hier wieder der Dachdecker als Beispiel herhalten muss, ist wohl eher Zufall. Heinrich Kolb, Rentenexperte der FDP, schlägt Branchenlösungen vor, bei denen weder Steuer- noch Beitragszahler belastet werden. Seine Idee geht dahin, dass seitens der Arbeitgeber Altersfonds aufgelegt werden, aus denen später eine kleine Zusatzrente gezahlt wird. Ob dieser Vorstoß in der Wirtschaft ankommt, ist eher fraglich. Sinnvoller scheint ein flexibler Übergang in den Ruhestand mit einem Ausbau der Altersteilzeit, wie ihn die Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion präferiert.

Ein Ziel auf dem Weg zur Rente mit 67 wurde laut einer Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums bereits erreicht. 2010 sollen über die Hälfte der 50-Jährigen erwerbstätig sein. Mit Blick auf die Statistiken aus dem Jahr 2009 zeigt sich: Bereits im zweiten Quartal lag die Quote mit 56,8 Prozent deutlich über dem angepeilten Wert.