Die Riester-Rente im Überblick
September 2nd, 2010 by Andre | No Comments | Filed in AltersvorsorgeMit fast 14 Millionen Verträgen gehört die Riester-Rente zu den beliebtesten Modellen für die private Altersvorsorge. Den Schwerpunkt bilden dabei nach wie vor klassische Rentenversicherungen mit Garantieverzinsung. Doch es gibt weit mehr Optionen, angefangen beim Banksparplan über Fondssparen bis hin zum Wohn-Riester in Form eines Baudarlehens oder eines Bausparvertrages. Welcher der Riester-Verträge für wen interessant ist und worauf man achten muss, hat die Stiftung Warentest zusammengestellt.
Banksparplan: Empfohlen wird der Banksparplan für Kunden ab Mitte 40 und generell jeden, der künftig eine Immobilie kaufen möchte. Bei der Rendite müssen allerdings Abstriche in Kauf genommen werden. Sie orientiert sich an den Kapitalmarktzinsen und ist aktuell auf einem sehr niedrigen Niveau. Dafür entfallen die Kosten für den Abschluss oder einen Wechsel und ist der Ertrag von Anfang an planbar.
Fondssparen: Im Rahmen der privaten Altersvorsorge von Kursgewinnen an den Börsen zu profitieren, eignet sich aus Sicht der Stiftung Warentest vor allem für junge Sparer bis Mitte 30. Auch hier gilt eine Mindestgarantie für die eingezahlten Beiträge und die Zulagen vom Staat. Negativ fallen die Kosten auf. Hierunter fallen unter anderem die Ausgabeaufschläge für die Fonds sowie die laufenden Kosten. Hinzu kommt: Der Ertrag ist ungewiss.
Klassische Rentenversicherung: Bequeme Sparer ab Mitte 30 bis 50, die langfristig ein sicheres Einkommen haben, sollten eine klassische Riester-Rentenversicherung abschließen. Hier gibt es zusätzlich zur Mindestgarantie eine variable Überschussbeteiligung. Damit ist zumindest beim garantierten Teil der Rente eine sehr gute Planbarkeit gewährleistet. Die Kosten für Verwaltung, Abschluss und einen möglichen Wechsel werden hingegen als „weniger günstig“ eingestuft.
Fondsgebundene Rentenversicherung: Dieses Riester-Modell legen die Experten nur sehr wenigen Sparern ans Herz. „Teurer Versicherungsmantel schmälert Renditechancen“, heißt es dazu im Vergleich. Das heißt: Die Kosten sind vergleichsweise hoch, denn zu den reinen Abschluss- und Verwaltungskosten kommen noch Gebühren für die Fonds. Ein Wechsel ist aufgrund der bereits bezahlten Kosten „ungünstig“ und die Rendite ungewiss.
Bausparen: Wer auf den Wohn-Riester setzt und sich für das Bausparen entscheidet, erhält zwar nur niedrige Guthabenzinsen von 0,5 bis 1,5 Prozent, hat dafür aber die Option auf ein günstiges Darlehen und eine Zinsgarantie für die gesamte Spar- und Darlehensphase. Interessant ist diese Option nur, wenn später auch ein Immobilienkredit aufgenommen wird. Sonst wäre es lediglich ein mager verzinster Sparvertrag mit einer weitgehend ungewissen Rente.
Baudarlehen: „Sparer, die jetzt eine Immobilie kaufen wollen, die sie selbst nutzen werden.“ Dieser Zielgruppe rät die Stiftung Warentest zum Baudarlehen im Rahmen des Wohn-Riesters. Durch die schnellere Tilgung werden Zinsen gespart. Daraus ergibt sich eine sehr hohe Rendite, unter anderem Dank der Zinsgarantie. Dafür mangelt es ein wenig an Flexibilität, weil die Zinszahlung nicht ausgesetzt werden kann. Positiv bewertet wird dank der langen Zinsbindung die Planbarkeit.
